Die Saisonvorschau 2014/15: Hertha BSC

Ausgeträumt

Von der Klatschspalte ins graue Mittelfeld. Früher wurde über Stars diskutiert, heute steht das System im Mittelpunkt. Hertha 2.0: solide, unauffällig und ohne Träume. Die Saisonvorschau

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Ausgeträumt

Das ist neu
Das System. 3-4-3, eine lausige Zahlenkombination. Da haben wir uns schon gefreut, dass Michael Preetz nach dem guten Abschneiden in der abgelaufenen Saison, sowie dem Einstieg des Finanzinvestors KKR, endlich auf dem Transfermarkt richtig auf die Kacke haut. Stattdessen ist die bedeutendste Änderung  eine Systemumstellung, um variabler zu spielen.  Zwar floss durch den Abgang von Ramos zusätzlich Geld in die Vereinskasse, doch die Alte Dame übt sich in Bescheidenheit. Neuzugänge gab es zuhauf, auf eine große Inszenierung wartete man aber vergeblich. Ziel ist es, den Kader in der Breite zu verstärken. Gesagt, getan!  Die Show überlässt man lieber den anderen und der Langzeitverletzte Fabian Lustenberger kann durchaus als halbe Neuverpflichtung gezählt werden. An seiner Seite ist nun der Schweizer Landsmann Valentin Stocker. Mit fünf Meister- und drei Pokaltiteln besitzt der 25jährige eine stolze Trophäensammlung. Grund, selbstbewusst zu sein, hat er also.  Zum Abschied aus Basel trat er verbal in der Bild-Zeitung nach (»In der Schweiz war ich unterfordert«). By the way, herzlich willkommen in der Berliner Medienlandschaft. Wir werden vermutlich nicht mehr viel von ihm hören, denn Valentin Stocker vermittelt den Eindruck, als würde er zukünftig lieber durch Leistung auf dem Platz auffallen wollen. Diese Redensart ist nicht mehr neu rund um das Olympiastadion. Das ist Hertha 2.0.

Das fehlt
Träume. Wer wünscht der Hertha nicht endlich den Gewinn des DFB-Pokals? Seit Jos Luhukay Trainer der Hertha ist, herrscht Ruhe und Ordnung. Der Verbleib in der Bundesliga scheint nicht gefährdet, deswegen wäre es endlich an der Zeit, dem Pokal mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Keine Rotation mehr, egal, wie der Gegner heißt. Rotiert wird ab sofort in der Liga, damit im Pokal die Post abgehen kann. Alles in allem wird es ruhig bleiben in der Hauptstadt. Michael Preetz lies kürzlich im 11FREUNDE Interview verlauten, dass Mainz 05 das Vorbild von Hertha BSC sei.  Klingt vernünftig. Die Zeit der Träumerei scheint in Berlin damit aber endgültig vorbei zu sein. 

Das fehlt nicht
Personal. Mit 29 Spielern ist der Hertha-Kader so groß wie nie. Manager Preetz hat sich auf dem Transfermarkt bedient, und das nicht zu knapp. Die Kabine droht aus allen Nähten zu platzen. Man setzt auf Pärchen-Bildung: Zwei Holländer, zwei Japaner und zwei Schweizer.  Ramos-Nachfolger soll Julian Schieber werden. Der hat zwar Champions-League Erfahrung, aber die Lücke, die Ramos hinterlässt, wird er alleine nicht füllen können. Es fehlt noch eine Sturmspitze, die zusammen mit Schieber die 20-Tore Marke knacken kann.  Schieber ist ein Leisetreter und dabei findet er sich in guter Gesellschaft.  Kein Marcelinho, kein Alex Alves, kein Andre Woronin weit und breit. Die Berliner sind eine Ansammlung von talentierten Spielern, die sich dem System unterordnen und die Fahrt zum Training lieber mögen als eine Spritztour auf dem Ku´damm. Erstaunlich, in welch kurzer Zeit der Wandel von der Skandalnudel zur grauen Maus der Liga gelungen ist.  Unsere Hoffnungen ruhen einzig auf John Heitinga. Seine Autosammlung hat es in sich. 

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