Die Saisonvorschau 2014/15: Hamburger SV

Whatever I said, whatever I did, I didn't mean it

Dietmar Beiersdorfer hat den HSV in eineinhalb Monaten aufgeräumt – und plötzlich outet sich sogar Stefan Effenberg als Fan. Müssen wir uns Sorgen machen?

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Das ist neu
Alles ist neu. Ein bisschen jedenfalls. Zunächst kam Dietmar Beiersdorfer zurück und verpflichtete eine ganze Reihe Spieler, denen man in der vergangenen Saison noch geraten hätte, lieber zu einem Minigolf-Klub in Scharbeutz statt zum HSV zu wechseln. Doch Beiersdorfer, in seiner ersten Amtszeit »Dukaten-Didi« genannt, gelang es mit Hilfe von Goldesel Klaus-Michael Kühne ein paar nette Transfer zu tätigen. Es kamen keine vermeintlichen Superstars von FC Chelsea 2 oder Roter Stern Belgrad 3, sondern Nicolai Müller von Mainz 05, Matthias Ostrzolek vom FC Augsburg, Zoltan Stieber von Greuther Fürth und Valon Behrami vom SSC Neapel. Dazu gesellen sich Pierre-Michel Lasogga und seine Mutter, die in der vergangenen Saison auf Leihbasis beim HSV gespielt haben. Man kann Beiersdorfer trotz der Kühne-Beigaben nur gratulieren, schließlich musste er zugleich den Gesamtetat von 43 auf 38 Millionen Euro senken.
 
Das fehlt:
Die Unruhe. Zwar kläffen Ex-Manager Oliver Kreuzer und Ex-Spieler Hakan Calhanoglu noch ein wenig aus der Ferne, doch eigentlich herrscht beim HSV gerade so viel eitel Sonnenschein, dass man es mit der Angst bekommen kann. Die vergangene Saison erscheint weiter weg als die letzte Eiszeit, und die Uhr läuft und läuft und läuft. Es war nur eine Frage der Zeit, bis die Stars und Sternchen ihre Rauten-Verbundenheit in die Welt posaunen. Sogar Stefan Effenberg ist seit neuestem HSV-Fan. Als die Mannschaft im Mai knietief im Abstiegssumpf steckte, entdeckte der gebürtige Hamburger plötzlich seine Liebe zum HSV wieder. In einem Interview mit der Hamburger Morgenpost sagte er: »Als es hinten raus immer enger wurde, habe ich gedacht: ›Bitte nicht 2. Liga!‹ Da war ich als Hamburger dann plötzlich HSV-Fan.« Und auch heute gefällt ihm der HSV außerordentlich gut. Mit Beiersdorfer sei er zufrieden und mit den Transfers ebenso. Geht’s euch wie uns? Ist euch das auch alles viel zu harmonisch? Bitteschön, ein paar Schimpfwörter aus der vergangenen Saison zum Ausschneiden und Hochhalten: »Scheiß Millionäre!«, »Söldner!«, »Idioten!«. Und wenn Effenberg noch mal was sagt, haben wir auch dafür den passenden Banner: »Modefan!«
 
Das fehlt nicht:
Rafael van der Vaart. Nachdem sich auch der 31-jährige  Holländer in der vergangenen Saison über den Platz schleppte, als arbeite er an Samstagvormittagen bei einer Spedition, die Ambosse in Dachgeschosswohnungen liefert, war nicht ganz sicher, ob für ihn noch ein Platz im neuen Superteam sein würde. Zumal van der Vaart immer wieder durch private Angelegenheiten (siehe Silvie und Sabia) aus dem Tritt gebracht wurde. Im 11FREUNDE-Sonderheft wettete er allerdings mit uns, dass er in der kommenden Saison nicht häufiger auf den Titelseiten von »Gala« und »Grazia« auftaucht, als er Tore schießen wird: »Inzwischen haben sich die Aufregungen um mein Privatleben gelegt. Außerdem werden wir beim HSV insgesamt sportlich hoffentlich ganz anders auftreten als in der vergangenen Saison, und das wird auch für mich gelten.« Klare Worte. Und man muss zurecht ein wenig Sorge haben, dass man Sabia in den kommenden Monaten beim Shopping nicht mehr erkennt.

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