Die Saisonvorschau 2014/15: Eintracht Frankfurt

Keiner vermisst die Diva

Eintracht Frankfurt hat einen neuen Trainer, und der pinkelt Eiswürfel. Wie cool ist die ehemalige Diva vom Main in der neuen Saison? Unsere Vorschau verrät es.

imago

Das ist neu
Thomas Schaaf. Und das in vielerlei Hinsicht. Der Prinz von Bremen (König war ja schon Otto), nahm sich Ende der Saison 2012/13 eine Auszeit und tauchte ein Jahr lang unter dem Radar. Nach eigener Aussage gönnte er sich als einzigen Luxus in dieser Zeit einen Hund. Das es sich dabei um ein verhaltensauffälliges Exemplar handelte, dass zuvor von seinem Vorbesitzer auf die Tribüne gesetzt worden war und unter Schaaf plötzlich aufblühte, ist hingegen nur ein Gerücht. Was man weiß: Schaaf erholte sich prächtig und wurde dann kurz vor der WM als neuer Trainer von Eintracht Frankfurt vorgestellt. Die Fans schwanken seither zwischen Begeisterung und Skepsis. Schaafs Leumund ist nach 14 Jahren Werder weit über die Grenzen von Bremen hinaus fantastisch, doch fragt man sich bei der Eintracht, ob der am Ende seiner Dienstzeit beim SVW so hilflos wirkende Schaaf den Anforderungen des gegenwärtigen Fußballs noch gewachsen ist. Und: Kann jemand, der 100 Jahre bei einem anderen Klub war, überhaupt bei der SGE funktionieren? Und Schaaf? Pinkelt natürlich weiterhin Eiswürfel. Den gebürtigen Mannheimer könnten wir uns auch wunderbar als eiskalten Mordermittler in gut gemachten skandinavischen Krimis vorstellen. Er hat sich aber nun mal für den Fußball entschieden, worüber wir sehr dankbar sein sollten. Denn mit Schaaf wird die Bundesliga noch ein Stück weit interessanter. Ein erstes Schaaf-Bonmot durfte der Autor dieser Zeilen beim Interviewtermin mit dem Trainer vor knapp eineinhalb Monaten erleben. Frage der Fotografin: »Nehmen Sie Ihre Brille denn eigentlich auch mal ab?« Antwort Schaaf: »Ja. Wenn ich schlafen gehe.«

Das fehlt
Wenn Sportdirektoren Sätze sagen wie »Einen Spieler wie ihn können wir kaum ersetzen«, kann einem als Fan schon Angst und Bange werden. Und es wurde auch nicht besser, als Bruno Hübner hinzufügte: »So ein Spieler wie er, würde uns noch gut tun. Einer, der mit Schnelligkeit im Mittelfeld eine andere Spielsituation herstellen kann.« Denn genau das fehlt der Eintracht gegenwärtig und wird wohl auch noch fehlen, falls Thomas Schaaf oder Bruno Hübner noch eine echte Überraschung für das Mittelfeld aus dem Hut zaubern: Ein Lenker und Denker und Ideengeber. Einer wie Sebastian Rode. Der wechselte bekanntlich zum FC Bayern, wo er sich vermutlich als Lenker und Denker und Ideengeber auf der Ersatzbank einen Namen machen kann. Zu groß scheint das Angebot im Mittelfeld der bajuwarischen Luxustruppe. Das zeigt, wie groß die Lücke mittlerweile ist zwischen Bayern München und Klubs aus der dritten Reihe wie Eintracht Frankfurt: Ein Ersatzspieler vom Ersatzspieler wäre in Frankfurt die zentrale Figur. Dass die Frankfurter einen würdigen Nachfolger für Rode finden, ist sehr fraglich. Maximal vier Millionen Euro stehen noch für Zugänge zur Verfügung. Dafür bekommt man in heutigen Zeiten gerade mal den Ringfinger von Toni Kroos.

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