Die Saisonvorschau 2014/15: Borussia Dortmund

Zurück zum Beton

Kann Borussia Dortmund den Abgang von Robert Lewandowski kompensieren? Woher kommt das neue Geld? Und kann der BVB dem FC Bayern tatsächlich gefährlich werden? Die Saisonvorschau für Borussia Dortmund.

imago

Das ist neu:
Kurz vor Beginn der Saison hat Borussia Dortmund noch einen Neuen verpflichtet, was aber auf den meisten Sportseiten weitgehend verschwiegen wurde. Kein Wunder, heißt er doch Suresh Letchmanan und ist mit 41 Jahren schon mal viel zu alt für die erste Mannschaft. Und sein Geburtsort Singapur legt überdies kaum nahe, dass er eine Verstärkung für Jürgen Klopp sein könnte. Wird er auch nur indirekt sein, denn der neue »Chief Represantive Asia« wird ab Mitte Oktober in Singapur die erste Repräsentanz des Klubs außerhalb Deutschlands leiten. Borsigplatz goes also global, wie der BVB überhaupt mit eleganten Hüftschwung zwischen Bratwurstfeeling und Big Money hin und her wedelt. Deshalb wurde auf der Pressekonferenz am Donnerstag vor dem Saisonstart auch nicht so sehr über den ersten Gegner der Saison, sondern über echtes Geld geredet. Der Sportartikelhersteller Puma, der Trikotsponsor Evonik und die Signal Iduna Versicherung werden für fast 115 Millionen Aktien kaufen, und im nächsten Jahr will der Klub 300 Millionen Umsatz machen. Das alles ist natürlich nicht bomben-romantisch, aber in Dortmund wissen sie längst, dass sie von Klopp nicht das Wunder als Normalzustand verlangen können. Hat Borussia in den letzten Jahren doch eigentlich jedes Jahr sportlich mehr rausbekommen als der Verein wirtschaftlich in die Mannschaft investiert hat. Jetzt soll mehr Geld her, um nicht dauernd den Sisyphos geben zu müssen und jedes Jahr den besten Spieler abzugeben, um dann fröhlich pfeifend den Fels den Berg wieder hinaufzurollen. Oder um es schnöder zu sagen: dass Marco Reus demnächst nicht wegen des Geldes wechseln muss. Man sollte die prächtigen Zahlen übrigens nicht als Angriff der Dortmunder auf den FC Bayern interpretieren. Es geht vor allem darum, der Konkurrenz im Rückspiegel wegzufahren.

Das fehlt:
Der beste Stürmer der Welt. Gut, das mag jetzt etwas übertrieben klingen, aber Robert Lewandowski ist für den Stil des BVB in den letzten Jahren genau das gewesen. Er war die eierlegende Wollmilchsau der BVB-Offensive, oder genauer gesagt: der dribbelsprintende Wand-Goalgetter. Konnte Gegner ausspielen, in die Tiefe sprinten, den Ball ablegen oder ihn einfach reinhauen. Kopfbälle konnte er auch. Doch Lewandowski ist jetzt weg, wenig origineller Weise in München, und so einen bekommt man in nur einer Person auch nicht mehr wieder. Deshalb sind gleich drei neue Offensive gekommen, denn sicher ist sicher. Aus Ciro Immobile und den aber gleich mal verletzten Adrian Ramos und Dong-Won Ji muss sich Jürgen Klopp jetzt ein Lewandowski-Ersatz-Modell zusammenbasteln.

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