Die Saisonvorschau 2014/15: Bayer Leverkusen

Bayer hat jetzt auch Speed im Angebot

Bayer Leverkusen hat das Heroin erfunden, sich aber in Sachen Speed jahrelang zurückgehalten. Das könnte sich unter dem neuen Trainer Roger Schmidt nun ändern. Behauptet jedenfalls unsere Saisonvorschau.

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Das ist neu:
Bekanntlich verdanken wir Bayer mit dem Aspirin nicht nur eines der bekanntesten Medikamente der Welt, sondern auch um die Verbreitung eine der bekanntesten Drogen hat sich das Unternehmen verdient gemacht. Schon 1896 sicherte sich Bayer das Patent für Heroin. Leider tat es sich jedoch mit einer anderen populären Droge etwas schwerer, die von einem rumänischen Chemiker in Berlin erfunden und später in Japan synthetisiert wurde: Amphetamin. Die ganze Speed-Geschichte lief an Bayer weitgehend vorbei, worunter bis zum heutigen Tag auch die Werkself leidet. Den Vorwurf, zu überdreht zu sein, konnte man ihr nämlich nur in der Ära Christoph Daum machen. Zumeist war Leverkusen ansonsten die Heimat einer leicht entschleunigten Unterspannung und die Heimat grummelig geführter Komfortzone-Diskussionen. Doch Achtung: Das könnte jetzt anders werden. Und zwar ganz anders! Wer in der vergangenen Saison zufällig das Spiel der Europa League zwischen Ajax Amsterdam und RB Salzburg gesehen hat, der muss eigentlich davon ausgehen, dass aus Leverkusen ab sofort die Speedfreaks der Liga kommen. Der Trainer von Salzburg damals hieß nämlich Roger Schmidt, und seine Mannschaft schoss Ajax nach brachialem Schaum-vor-dem-Mund-Power-Pressing mit 3:0 aus dem eigenen Stadion. Schmidt ist nun Coach bei Bayer.

Das fehlt:
Entgegen gehässiger und weit verbreiteter Behauptung ist der Trophäenschrank von Bayer Leverkusen nicht ganz leer. Man mag das behauptete Nichts manchem Spötter aber nicht verdenken, denn der letzte Titelgewinn liegt bereits 21 Jahre zurück, der DFB-Pokalsieg 1993. Der andere ist sogar schon 26 Jahre her, der Gewinn des UEFA-Cups. Danach hat Bayer Zweite Plätze zu einer eigenen Kunstform gemacht, fünf Mal in der Bundesliga, zweimal im DFB-Pokal und 2002 in der Champions League, aber längst zündet der Witz einfach nicht mehr. Ehrlich gesagt: Da muss mal ein Titel her! Das sehen sie bei Bayer auch selbst so. »Vizekusen darf nicht der Deckel alles Denkens sein. Wir müssen alles dafür tun, einen Titel, einen Pokal zu holen«, hat Geschäftsführer Michael Schade dieser Tage gesagt.

Das fehlt nicht:
Echtes Geld! Nach Jahren ausgeglichener Transferbilanzen hat Bayer Leverkusen vor dieser Saison investiert. Der Wechsel von Hakan Calhanoglou aus Hamburg kostete 14,5 Millionen Euro, der von Stürmer Josip Drmic aus Nürnberg fast sieben Millionen und der des brasilianischen Linksverteidigers Wendell 6,5 Millionen. Dazu wurden noch je eine Million Euro in die Ausleihgebühren des Meister-Propper-artigen Innenverteidigers Kyriakos Papadopoulos von Schalke und Tim Jedvaj vom AS Rom ausgegeben. Den 32 Millionen Euro Ausgaben stehen 18 Millionen für die Abgänge Emre Can, Sidney Sam, Jens Hegeler und Junior Fernandez entgegen. Mit den neuen Leuten soll auf dem Platz vor allem mehr agiert als reagiert werden, wie Bernd Leno im Interview mit 11FREUNDE ankündigte: »Wir wollen den Gegner mehr überraschen, nach einem Tor auch mal nachlegen und nicht direkt auf Defensive schalten. Wir wollen höher stehen, früher pressen, kompakt und kollektiv verschieben.« In der Qualifikation zur Champions League sah das beim 3:2-Sieg in Kopenhagen so aus, als ob man bei Bayer-Spielen in dieser Saison viele Tore sehen könnte – an beiden Enden des Spielfelds.

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