Die Saison-Vorschau: VfL Wolfsburg

Wie besoffene Schützenkönige

Der VfL Wolfsburg will sympathisch werden, wird aber wohl nur erfolgreich. Schuld daran könnte ein Neuzugang aus Brasilien sein, den ein Neuzugang aus Spanien ausgebootet hat. Die Saisonvorschau für den VfL Wolfsburg.

1. Das ist neu:
Der Rekordtransfer. Naja, fast jedenfalls. Schon seit Wochen baggern die Wolfsburger am bayrischen Mittelfeldstrategen Luiz Gustavo rum, wie ein besoffener Schützenkönig an der Dorfmatratze. Noch fehlt allerdings die schnelle Nummer auf der Motorhaube vom besten Kumpel, sprich: eine vertragliche Einigung mit dem FC Bayern. Dort herrscht mit Pep Guardiola ein neuer Trainer, der Gustavo, immerhin frisch gebackener Triple-Sieger, kurzerhand aus dem engeren Kreis der Mannschaft gestrichen hat. Spätestens mit der Verpflichtung von Thiago dürfte auch dem brasilianischen Nationalspieler klar geworden sein, dass er keine Zukunft mehr in München hat. 20 Millionen Euro dürfte Gustavo dann kosten, bisheriger Rekordeinkauf war sein Landsmann Diego (15,5 Millionen).

2. Das fehlt:
Der gute alte Transferwahnsinn. Ja, wo isser denn? Als König Magath noch in Wolfsburg das Zepter bzw. den Geldkoffer schwang, war kein noch so durchschnittlicher Fußballer der Welt vor den Vertragsangeboten des VfL sicher. Mit dem Duo Dieter Hecking (Trainer) und Klaus Allofs (Manager) scheinen die Wolfsburger plötzlich eine seriöse Transferpolitik zu fahren. Was schade ist für den Rest des Landes, der sich so schön über die stinkreichen VWler aufregen konnte, gleichzeitig aber sehr angenehm für den Wolfsburger Anhang sein dürfte, der darauf hoffen darf, dass Hecking und Allofs ihren Verein in bessere, weil konstantere Zeiten führen werden.

3. Das fehlt nicht:
Der gute alte Transferwahnsinn. Wenn wir anderen aus dem Rest des Landes ehrlich sind, so wünschen wir uns bei allem VfL-Wolfsburg-Bashing doch auch wieder einen Roy Präger, der plötzlich auftauchte, scheinbar wenig Kohle kostete, herzerfrischend Fußball spielte und so sympathisch war, dass man sich so einen Typen heute gar nicht mehr vorstellen kann.

4. Wenn diese Mannschaft ein Promi wäre, dann dieser:
Stefan Effenberg. Früher ein neureicher Vollproll, der Stinkefinger zeigte und Tigerfrisuren spazieren trug, heute eine seriöse, weil ernst zu nehmende Figur im kunterbunten Fußballgeschäft. Effe kickte übrigens auch mal für den VfL und wurde einst bei einem Heimspiel gegen Werder Bremen beinahe von einem halben Apfel getroffen, wofür sich der Autor dieser Zeilen aus ganzem Herzen entschuldigen möchte.

5. Das 11FREUNDE-Orakel:
Wenn Gustavo kommt, verfügt der VfL über eine verdammt gute brasilianische Achse: Naldo in der Innenverteidigung, davor Luiz Gustavo, davor Diego. Meine Fresse. Daran werden sich viele Gegner die Zähne ausbeißen bzw. die Zähne ausschlagen lassen müssen. Wolfsburg spielt lange um einen Champions-League-Platz mit, erreicht am Ende aber immerhin die Europa League. Lediglich der Wunsch von Klaus Allofs (»Wir wollen ein sympathischer Verein werden.«) kann nur zum Teil erfüllt werden.

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