Die Saison-Vorschau: VfB Stuttgart

Don Bruno

Fredi Bobic verpflichtet einen Messi, und Bruno Labbadia fühlt sich schon jetzt unter Druck gesetzt. Wie lange kann das gut gehen? Die Saison-Vorschau für den VfB Stuttgart.

Das ist neu:
Ein Neuseeländer in Stuttgart. Marco Rojas ist 21 Jahre alt, ehemaliger Schüler der Wynton Rufers Fußballschule und amtierender »Spieler des Jahres« in der australischen A-League. Das ist durchaus bemerkenswert, schließlich spielt nicht nur der gefeierte Thomas Broich, sondern auch Alessandro del Piero (14 Tore in 24 Spielen für den Sydney FC) in Australien. Einen Spitznamen hat Rojas natürlich auch – und wie das so ist mit Spitznamen, es wird nicht gekleckert, sondern geklotzt. Rojas firmiert in der australischen Presse als »Kiwi-Messi«. Und wie so ein »Kiwi-Messi« spielt, sieht man hier:



Der Start verlief allerdings mittelmäßig. In einem Testspiel gegen eine Hohenlohe-Auswahl brach sich der Neuseeländer gleich mal den Mittelfußknochen. Zum Saisonstart wird er Aufbautraining machen. Vielleicht als »Reha-Kiwi«. Vielleicht auch als Marco Rojas.

Das fehlt:
Ein richtiger Wutausbruch von Bruno Labbadia. Wir erinnern uns: Im Oktober, nach einem Spiel gegen Bayer Leverkusen, tobte der Trainer: »Die Grenze ist erreicht, auch hier in Stuttgart. Das Fass ist absolut voll. Ich kann nicht länger akzeptieren, dass man hier als Trainer wie der letzte Depp behandelt wird. Wir Trainer sind nicht die Mülleimer für alle.« Seitdem ist er in einen monotonen Nörgelton verfallen. Weil die Erwartungen an die Mannschaft zu hoch sein sollen, sagte er kürzlich: »Man hat manchmal das Gefühl, wir hätten Messi und Neymar geholt.« Stellt sich die Frage: Hat Labbadia den »Kiwi-Messi« schon vergessen, nur weil dieser gerade in der Reha hängt? Und was ist denn mit »Sushi-Neymar« Gotoku Sakai?

Das fehlt nicht:
Das Mittelmaß. Seit der Meisterschaft 2006 wurde der VfB Stuttgart einmal Dritter, dreimal Sechster und zweimal Zwölfter. Zuletzt mühte sich der VfB im Europa-League-Qualifikationsspiel gegen Botev Plovdiv (Bulgarien) zu einem 1:1. Doch was soll's, immerhin ist die Tradition zurück in Stuttgart, denn der VfB hat sich kürzlich für die Wiedereinführung des alten Vereinswappens entschieden – auch weil die Initiative »Pro altes Wappen« über 25.000 Stimmen dafür gesammelt hatte.

Wenn diese Mannschaft ein Promi wäre, dann dieser:
Don Johnson. Seine größte Zeit hatte er 1984, als er als Sonny Crockett in Miami Vice auftrumpfte. Danach verschwand er von der Bildfläche. Dachte man jedenfalls. In Wahrheit war Johnson immer am Start. Er hat zum Beispoel als Sänger gearbeitet und wurde Weltmeister im Powerboatsport. Und zwischendrin war immer noch Platz für Film-Highlights. Zum Beispiel für »Nash Bridges«, »Machete« oder »Django Unchained«. Und mal ganz ehrlich: Wo steht Bruno Labbadia in diesem Moment, wenn nicht auf einer weißen Jacht vor der Küste Floridas?



Das 11FREUNDE-Orakel:
Der Sportdirektor Fredi Bobic hat klare Ansagen gemacht: »Von der Mentalität her waren wir immer auf Augenhöhe mit Mannschaften wie Dortmund. Jetzt müssen die Abläufe besser werden, die Spieler besser werden. Das ist die Aufgabe des Trainerteams.« Und wir dachten, die Trainer sind nicht die Mülleimer für alle. Wie auch immer: Der VfB hat sich mit Spielern wie Mohammed Abdellaoue, Moritz Leitner oder Daniel Schwaab ordentlich verstärkt und darf auf einen Platz in der oberen Tabellenhälfte hoffen. Und wenn die Spieler tatsächlich besser werden, ist sogar Platz 6 und ein Ausflug auf dem Love-Boat von Bruno Labbadia drin.

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