Die Saison-Vorschau: Hannover 96

Mag doch einfach Tischtennis, mein Kind

»Hauptsache, ich bekomme nicht Hannover«, blökte ein Kollege bei der Vergabe der Saisonprognosen. Denn eine Vorhersage für 96 ist seit Jahren vor allem eines: undankbar. Ein wenig Spannung bieten da zumindest die hoffnungsvollen Neuerwerbe und das Zittern um den Verbleib des Starstürmers.

Das ist neu:
Spielkultur. Edgar Prib, Salif Sané und Leonardo Bittencourt – die Neuen stehen unter argem Verdacht, eine technisch feine Klinge zu führen. Addiert man Jan Schlaudraff, Didier Ya Konan und Szabolcs Huszti hinzu, könnte die 96-Offensive jeden erprobten Abwehrfels zur Slalomstange verdammen. Mame Diouf kann das sowieso. So er denn bleibt, womit wir fast automatisch beim nächsten Punkt wären.

Das fehlt:
Gewissheit. Andre Hoffmann sowie die genannten Bittencourt und Sané müssen als künftige Säulen der Niedersachsen erst noch nachweisen, dass man sie zum etablierten Interieur der Bundesliga zählen darf. Für die Europapokalränge sind der Slomkasche Konterfußball und seine Gegengifte mittlerweile zu bekannt. Der Verbleib von Sturm-Ramme Diouf wird nach den Plätzen vier, sieben und neun also über die mittelfristige 96-Zukunft entscheiden. Wobei nicht ausgeschlossen ist, dass Neu-Manager Dirk Dufner, der seine profunden Marktkenntnisse während seiner Zeit in Freiburg mehrfach nachwies, und Trainer Mirko Slomka einen Nachfolger unter den massiven Geheimratsecken hervorzaubern.

Das fehlt nicht:
Derbys. Die Spiele gegen den niedersächsischen Rivalen VfL Wolfsburg kamen in den vergangenen Jahren fast ein wenig fluffig daher. Die Atmosphäre zwischen den 96-Anhängern und den Fans von Aufsteiger Eintracht Braunschweig hingegen gilt traditionell als extrem vergiftet. »Als der Aufstieg feststand, haben wir sofort die Gespräche mit den Kollegen in Hannover und Wolfsburg aufgenommen und überlegt, wie wir die Derbys organisieren«, zeigt sich Uwe Schmiedt, Leiter des Polizeikommissariats Braunschweig, gewappnet. Eine Verlegung des brisanten Heimspiels gegen Braunschweig ist bereits beantragt – momentan ist es auf den Todestag von Robert Enke terminiert.

Wenn diese Mannschaft ein Promi wäre, dann dieser:
Elton. Der vollschlanke Sidekick und Hofnarr von Stefan Raab ist die Verkörperung der Mittelmäßigkeit. Klar, die »Elton vs. Simon«-Folgen (Europapokalabende) waren sehenswert und erfreulich, er hat immer einen kessen Spruch (Knallerspiel) im Köcher und bietet keinerlei Anlass für Ärger. In einer Welt, in der Alles und Jeder ein Alleinstellungsmerkmal haben muss, ist »Mittelmaß« eine interessante Kategorie. Die Erwartungen sind durch Entertainer und Geschäftsmann Raab (durch Europa League-Teilnahmen und torreiche Spielzeiten) allerdings drastisch in die Höhe geschnellt.

Das 11FREUNDE-Orakel:
»Prognosen sind äußerst schwierig, vor allem wenn sie die Zukunft betreffen.« Dieser markige Satz wird von Zeit zu Zeit immer mal wieder jemand anderem zugeschrieben. Mal war es Mark Twain, mal Winston Churchill, mal Kurt Tucholsky. Wir denken, es war Mirko Slomka. Denn der Satz passt zu Hannover 96. Die Europa-League-Konkurrenz von Stuttgart bis Wolfsburg hat besser eingekauft, der personelle Umbruch wird Zeit und Punkte kosten, für Abstiegsängste haben die Niedersachsen aber zu viel Qualität in ihren Reihen. Irgendwo zwischen dem achten und zehnten Platz wird 96 schon landen.

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