Die Saison-Vorschau: Hamburger SV

Ist Dr. Jo Gerner der Maulwurf?

Bei HSV war in der Sommerpause mächtig was los: Der gute alte Maulwurf grub sich mal wieder durch die Hamburger Presselandschaft, Rafael van der Vaart zog mit seiner Sabia zusammen und Oliver Kreuzer löste Frank Arnesen ab. Die HSV-Saisonvorschau.

Das ist neu:
Der Mann, der einst so teuer war wie eine Tennishalle: Oliver Kreuzer. Als Spieler legte der neue HSV-Sportchef eine beachtliche und manchmal unterschätzte Karriere hin. Insgesamt bestritt er 332 Bundesligaspiele, und als er 1991 vom Karlsruher SC zum FC Bayern wechselte, war er mit 5 Millionen Mark einer der teuersten Transfers der Bundesligageschichte. Über einem Interview mit der »SportBild« hieß es: »Ich bin so teuer wie eine Tennishalle!« Mit den Bayern gewann er zweimal die deutsche Meisterschaft und einmal den Uefa-Cup, zudem mit dem FC Basel, wo er zwischen 1997 und 2002 spielte, je einmal den Schweizer Pokal und die Meisterschaft. Nun ist er beim HSV gelandet. Auch weil die Aufsrichtsräte beschieden, dass Frank Arnesen doch nicht so gut sei, wie sie ein paar Monate zuvor noch getönt hatten. Kreuzer weiß vermutlich, dass er einen der undankbarsten Jobs der Bundesliga hat. Die Medien machen den HSV nach zwei Spielen ohne Niederlage gerne mal zum Titelaspiranten, die Fans dürsten sowieso schon seit 1987 nach irgendeiner Silberware, während die Aufsichtsräte oft mit Pauken und Trompeten durch die Büros der verschiedenen Chefredakteure tingeln, wenn sich ein kommender Weltstar, der mindestens so teuer ist wie 16 Tennishallen, seltsamerweise gegen einen Wechsel zum HSV entschieden hat. Bleibt am Ende nur die Erkenntnis: »It's a dirty job, but someone's gotta do it!«

Das fehlt:
Hier könnte sehr viel stehen. Zum Beispiel: Ruhe. Oder: Titel. Oder: Sylvie. Oder: Endlich mal wieder ein neuer Stadion-, pardon, Arena-Name. Was aber wirklich fehlen wird, ist ein großer Jubel am 3. Spieltag, wenn die Bundesliga-Uhr im Hamburger Volksparkstadion auf 50 Jahre, 0 Tage, 0 Stunden und 0 Minuten umspringt. Denn an dem Tag, an dem der HSV sein Bundesligajubiläum feiert, hat er ein Auswärtsspiel bei Hertha BSC. Immerhin kennen wir jetzt schon die Banner, die dann im Berliner Olympiastadion hängen werden: »Danke für nichts, DFL!«

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Das fehlt nicht:
Der gute alte Maulwurf. Zuletzt machte man sich beim HSV Anfang Juli auf die Suche. Kurz zuvor hatte der Maulwurf in der »BILD« gesagt: »Wir fahren voll gegen die Wand!« Von einem »Transferstopp« war die Rede. Grund für diese Aussage war ein angebliches Millionen-Minus in der HSV-Bilanz, von dem bis dahin niemand gewusst haben soll. Aufsichtsratchef Manfred Ertel empörte sich, denn ein solcher Stopp sei nie angeordnet worden, und Vorstandschef Carl-Edgar Jarchow sagte in der »Welt«, dass Verkäufe von Rafael van der Vaart oder René Adler ausgeschlossen seien. Bis heute ist immer noch nicht geklärt, wer der Maulwurf war. Seltsam, schließlich findet man sonst auch alles rund um den HSV raus. Zum Beispiel, wann Sylvie ihren neuen Liebhaber zuletzt aufs Ohrläppchen gegeben hat oder welche Klamotten Sabia trug, als sie mit Rafael van der Vaart in die neue Wohnung am Hamburger Alterufer zog. Wobei das vielleicht auch wichtiger ist als alles andere.

Wenn diese Mannschaft ein Promi wäre, dann dieser:
Dr. Jo Gerner. Wer das ist? Dr. Jo Gerner ist der Star aus der vielleicht _______ (bitte hier Superlativ Ihrer Wahl einfügen) Fernsehserie aller Zeiten: »Gute Zeiten, Schlechte Zeiten«. Dort ist jener Dr. Gerner ein Anwalt, der das Rampenlicht liebt, der in den verganenen Jahren allerhand Mist gebaut hat und der ebenfalls etwas Sabia- und Maulwurfartiges hat. Trotzdem ist er der heimliche Star der Serie. Schließlich ist er seit Anfang an dabei (Vgl. 50-Jahre-Uhr). 

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Das 11FREUNDE-Orakel:
Carl-Edgar Jarchow verkündete in der Sommerpause, dass sich der HSV auf Augenhöhe mit dem FC Schalke 04 befinde. Nun, guckt man sich diese Augenhöhe mal genauer an, entpuppt sie sich höchstens als Kinnhöhe, wie der »Spiegel« neulich so treffend konstatierte. Der HSV gab mit Heung Min-Son einen seiner besten Spieler ab, dafür kamen u.a. Lasse Sobiech, Jacques Zoua oder Johan Djourou. Innenverteidiger Sobiech spielte letzte Saison für Greuther Fürth (60 Gegentore), Stümer Zoua schoss für den FC Basel ein Tor in 24 Ligaspielen und Djourou brachte es auf 14 Spiele für Hannover 96. Gleichzeitig verpflichtete Schalke den Champions-League-Viertelfinal-Held Felipe Santana, Bochums Supertalent Leon Goretzka und den Mainzer Toptorjäger Ádám Szalai. Immerhin kann der HSV in Sachen Supertalent mithalten (Hakan Calhanoglu). Und immerhin weiß man, wie man die Konkurrenz kurz vor Saisonstart in die Irre führen kann (oder war das 0:4 in Dresden gar kein Täuschungsmanöver?). Und immerhin bleibt Oliver Kreuzer auf dem Teppich. Der Sportchef sagte unlängst: »Europa ist kein Muss.« Wir sagen: Europa wäre ein Riesenerfolg. Die natürliche Umgebung des HSV ist: Platz 8 bis 12.

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