Die Saison-Vorschau: FC Schalke 04

Halb Straße, halb Sektempfang

In wenigen Tagen geht sie endlich los: die 51. Bundesliga-Saison. Deswegen stellen wir euch ab sofort jeden Tag die Klubs der ersten Liga vor. Was ist neu? Was fehlt noch? Und wo landet der Klub deines Vertrauens am Ende der Saison? Den Anfang macht: der FC Schalke 04.

Das ist neu:
Schalke hat sich erstmals seit Jahren bärenstark auf dem Transfermarkt verstärkt. Mit Leon Goretzka kam ein Mann für die Zukunft, mit Christian Clemens eine echte Alternative für die Außenbahn. Vorne macht Adam Szalai Druck auf den seit Jahren einsamen Angreifer Klaas-Jan Huntelaar und hinten steht mit Europapokal-Held Felipe Santana eine hochdekorierter Innenverteidiger bereit. Das liest sich, als hätte S04 vieles richtig gemacht. Und dann ist da auch noch der erfahrene Ex-Jupp-Heynckes-Co-Trainer Peter Herrmann, der fortan Cheftrainer Jens Keller unterstützt. Unter ihm soll Königsblau erst einmal modernes Kurzpassspiel erlernen – und am Ende vielleicht auch noch erfahren, wie man mal wieder einen Titel holen kann. Wir sind gespannt.

Das fehlt:
Eine unumstrittene Nummer Eins im Tor. Timo Hildebrand umweht eben nicht die unüberwindbare Aura eines Manuel Neuer, eines Roman Weidenfeller, nein, nicht mal eines Bernd Leno. Nicht dass wir uns falsch verstehen: Hildebrand ist ein guter Torwart, aber auf den einen Unhaltbaren, der ihn endgültig in die Herzen der Fans aufsteigen lässt, wartet man in der Arena noch immer. Was natürlich auch fehlt: die Schale. Oder auch: kleinere Brötchen, die man backen könnte. Und natürlich für immer und ewig: Senor Raul. Schnüff.

Das fehlt nicht:
Das »Sieger-Gen«! Zumindest wenn man Schalke-Boss Tönnies glauben schenken kann. Der posaunte nämlich pünktlich zwischen Jahreshauptversammlung und Saisoneröffnung heraus, dass S04 nun endlich zum Angriff auf ganz oben bereit wäre. Würden wir nur zu gerne glauben, doch leider ist zwischen Königsblau und der schwarz-gelben bzw. bayrischen Konkurrenz derzeit noch so viel Abstand wie zwischen einem Überschallflugzeug und einem Faultier. Aber die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. Was außerdem nicht fehlt: Viagogo. Dafür immerhin: Danke!

Wenn diese Mannschaft ein Promi wäre, dann dieser:
Gunter Gabriel – ein bisschen zu prollig, ein bisschen zu vorlaut. Halb Straße, halb Sektempfang. Erzählt sehr gern von früher, hat zudem einem Hang zum Halbseidenen. Trotzdem immer mit dabei, aber für den ganz großen Wurf reicht es einfach nicht. Dieser Zustand ist dennoch seltsam sympathisch. Könnte also schlimmer sein.

Das 11FREUNDE-Orakel:
Wie in jedem Jahr gilt: Wir freuen uns auf die kommende Schalke-Saison. Bisher sagten wir das meist auch, weil wir uns auf das verlässlich aufkommende Chaos, die wirren Streiterein und die kleinen Skandale in Gelsenkirchen freuten. Doch diese Mal geht es auch um das Sportliche, denn Schalke ist in dieser Saison eines der größten Experimente. Selten  zuvor hatte Schalke einen so breit besetzten Kader – und eine so geräuscharme Vorbereitung. Wenn es gut läuft, könnte die Vize-Meisterschaft drin sein. Am Ende muss aber auf jeden Fall ein Champions-League-Platz stehen. Wir meinen: Platz 3.

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