Die Saison-Vorschau: Eintracht Braunschweig

Romantik pur

Mit Eintracht Braunschweig kehrt nach langer Abstinenz endlich wieder ein Bundesliga-Gründungsmitglied zurück ins Oberhaus. Doch außer einem Schwung Sozialromatik bringt die Mannschaft vor allem viele Unbekannte mit.

Das ist neu:
Nach 28 Jahren Erstliga-Abstinenz kann man sagen, dass Eintracht Braunschweig neu ist in der Bundesliga. Glückwunsch dazu. Die Geschichte des Klubs liest sich ohnehin wie ein Märchen: einst totgesagt und auf dem Reigionalliga-Fußbboden kriechend schossen die Jungs um Torsten Lieberknecht in die Bundesliga wie ein Pfeil mit Rückenwind. Und die Underdog-Stoy geht noch weiter, denn der Braunschweiger Etat (40 Millionen Euro) hat der FC Bayern schon beinahe für die Verpflichtung von Mario Götze verbraten. Da möchte man doch gerne einmal leicht verliebt ausatmen: »Hach!«

Das fehlt:
Ein großer Name. Der Kader der Eintracht wurde bestenfalls rudimentär verstärkt, die bekanntesten Namen sind dabei Marco Caligiuri (vom FSV Mainz 05) und der Ex-Augsburger Torsten Oehrl. Ansonsten liest man in der Kaderliste der Eintracht Namen wie Erwig-Drüppel, Kessel, Boland und Kratz. Und so gilt in Braunschweig das Motto »Der Star ist der Trainer«, denn mit dem ursympathischen Torsten Lieberknecht trainiert an der Hamburger Straße jemand, den nicht wenige schon als neuen Jürgen Klopp auf dem Zettel haben. Ob sich Lieberknecht allerdings eines Tages auch für eine neuen Kunsthaarfrisur entscheiden wird, zweifeln wir an dieser Stelle schon mal stark an.

Das fehlt nicht:
Sozialromantik. Davon gibt es an der Hamburger Straße jede Menge. So reiste die Mannschaft etwa in einem stinknormalen Reisebus ins Trainingslager und wirkte dabei laut »FAZ» wie eine Gruppe Milchbubis auf Klassenfahrt. Zudem wird man in Braunschweig nicht müde zu betonen, dass Spieler vor allem nach dem Charakter verpflichtet werden und nicht nach dem Namen. Wie früher, als alles besser war und man nichts hatte. Da möchte man doch gerne noch einmal leicht verliebt ausatmen: »Hach!«

Wenn diese Mannschaft ein Promi wäre, dann dieser:
Rüdiger Nehberg, besser bekannt als »Sir Vival«. Der Überlebenskünstler aus Bielefeld hat es sich zur Lebensaufgabe gemacht, nahezu ohne Hilfsmittel durch das Leben zu kommen. So lässt er sich gerne nur mit einer Badehose am Leib über dem Amazonas abwerfen, ernährt sich vornehmlich von Insekten und Pflanzen, lebt mit wilden Indiostämmen und ringt mit Geparden, Bären und Seeschlangen. Kennt deswegen jeden Trick, um in freier Natur weder von wilden Tieren noch von Kannibalen zum Mittagessen umfunktioniert zu werden und ist so die ideale Entsprechung zur Braunschweiger Eintracht vor ihrer ersten Bundesliga-Saison seit einer halben Ewigkeit.

Das 11FREUNDE-Orakel:
Wir sind ehrlich: Wir hoffen, dass Eintracht Braunschweig mit seiner Low-Budget-Freunde-fürs-Leben-Philosophie durchkommt und diesem verdammt aufgeheizten Fußballgeschäft mal den Spiegel vorhält, um zu zeigen: Es geht auch ganz anders! Braunschweig ist die einzige, echte Alternative, die in dieser Saison noch in der Bundesliga bleibt. Deswegen halten wir immer einen halben Daumen gedrückt und wünschen uns, dass es am Ende für den Europapokal reicht. Platz 15 wäre aber auch okay!

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