Die neue alte HSV-Hoffnung

Beister? Der will nur spielen!

Bei Fortuna Düsseldorf spielte sich Maximilian Beister in die Herzen der Fans. Beim HSV gelang ihm in der ersten Saison kaum etwas – doch seit dem Saisonauftakt gibt es Grund zur Hoffnung.

Als Maximilian Beister am Sonntag um 17:54 Uhr im Schalker Strafraum hochstieg und den Ball mit der Stirn aufs Tor drückte, war alles perfekt: die Flanke, der Absprung, der Kopfball. Es sah ein wenig so aus, als stehe dort Strafraum-Ungeheuer Horst Hrubesch in der Luft und nicht ein 1,80 Meter großer Flügelflitzer. Dass der Ball erst von der Latte und Timo Hildebrands Rücken ins Tor fiel – geschenkt.
 
Nach dem Spiel war Maximilian Beister ein gefragter Interviewpartner, schließlich hatte er recht ordentlich gespielt, was in der vergangenen Saison nicht immer so war. Er sagte also: »Wir sind reifer geworden.« Eine Phrase, das schon, aus Beisters Mund hat sie allerdings einen gänzlich anderen Sound.

»Es gibt nichts zu besprechen«
 
Im November 2012 war Beister nämlich schon einmal an dem Punkt, wo sich sein Trainer von ihm eine Art von Durchbruch oder zumindest ein bisschen Reife erhofft hatte. Damals spielte der HSV auch gegen Schalke, und Beister gelang sein erstes Tor. Es war ein kleiner Aufwind in einem Jahr mit reichlich Tiefschlägen.
 
Richtig bitter war die Woche nach dem Spiel gegen Augsburg. Damals verschwand Beister durch einen Hinterausgang der Arena, und als ihn ein paar Journalisten fragten, wie er seine Leistung gesehen habe, sagte er: »Es gibt nichts zu besprechen.«
 
Das Spiel gegen den FC Augsburg im März dieses Jahres stand exemplarisch für seine Saison. Beister war beim 0:1 elf Minuten nach seiner Einwechslung wegen einer Tätlichkeit vom Platz geflogen und hatte eine Sperre von fünf Spielen erhalten. Thorsten Fink sagte nach der Partie: »Maxi muss sich nun erst mal ganz hinten in der Schlange anstellen.« Wenige Wochen später wurde Beister aus dem Kader für die U21-EM gestrichen und man musste befürchten, die Schlange vor dem Spielfeld sei mittlerweile so lang, dass Beister nie wieder den Rasen sehen würde.

Ein »Mini-Robben«?
 
Nach Hamburg gekommen war Maximilian Beister mit einer Menge Vorschusslorbeeren. Für Fortuna Düsseldorf hatte er in seiner letzten Zweitligasaison elf Tore gemacht und 13 Vorlagen gegeben, früher mal stand er sogar auf den Listen von Ajax Amsterdam und Borussia Mönchengladbach. In Holland schrieben die Zeitungen vom »Mini-Robben«, in Gladbach von einem adäquaten Ersatz für Marco Reus, und beim HSV rieb man sich die Hände, denn Beister spielte zu jener Zeit nur auf Leihbasis am Rhein.

Als man ihn nach Hamburg zurückbeorderte, bekam man allerdings weder Robben noch Reus. Man bekam einen Spieler, der vor allem eines war: ein Nachwuchskicker, ein Talent, das es zu formen galt. Würde der HSV das hinbekommen? Bei einem Spieler, der oft mit der Situation zu hadern schien, nicht mehr die zentrale Figur der Mannschaft zu sein, sondern hinten in der Reihe zu stehen.

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