Die Leidenszeit des Michael Ballack

Aus Wochen wurden Monate

Imago Es ist ein übles Foul, das Titus Bramble von Newcastle United am 22. April 2007 an Michael Ballack verübt. Der Mittelfeldspieler vom FC Chelsea muss verletzt ausgewechselt werden, noch aber ahnt niemand das Ausmaß der nun folgenden Leidensgeschichte. „Ich dachte, es sei eine Sache von drei, vier Wochen“, wird Ballack später sagen. Am Ende dauert es acht Monate, bis der Kapitän der Nationalmannschaft wieder spielen kann. Die Chronik einer Verletzung:

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27. April 2007: Ballack reist zum Nationalmannschaftsarzt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt, weil er immer noch Beschwerden am linken Sprunggelenk hat. Am selben Abend wird Ballack zum ersten Mal operiert. Aus dem Gelenk wird ein Knorpelstück entfernt. Möglicherweise fällt er für die EM-Qualifikationsspiele im Juni aus.

29. April: Bundestrainer Joachim Löw ist voller Hoffnung: „Es gibt noch keine exakte Prognose, wie lange Michael Ballack ausfallen wird. Aber es ist schon geplant, dass er in dieser Saison noch einmal spielt.“

1. Mai: Englische Zeitungen berichten, Chelseas Trainer José Mourinho sei verärgert über Ballacks Operation; ihm sei die Nationalmannschaft wichtiger als Chelsea. Ballack entgegnet: „Kein Fußballer der Welt würde ein FA-Cup-Finale gegen Manchester, ein Champions-League-Halbfinale gegen Liverpool und die eventuelle Finalteilnahme für ein EM-Qualifikationsspiel gegen San Marino riskieren.“

22. Mai: Löw nominiert Ballack für die Länderspiele gegen San Marino und die Slowakei. „Michael möchte spielen„, sagt der Bundestrainer, „wenigstens in der zweiten Begegnung.“

24. Mai: Michael Ballack sagt seine Teilnahme an den Länderspielen ab.

3. Juli: Ballack wird in München erneut am Knöchel operiert.

4. September: Chelsea gibt bekannt, dass Ballack nicht für die Champions League gemeldet wird: „Leider konnten wir zum Zeitpunkt der Nominierung nicht garantieren, dass er für die Mehrheit der Gruppenspiele zur Verfügung steht.“ Der DFB reagiert mit Unverständnis, zumal Joachim Löw berichtet: „Michael ist sehr positiv gestimmt. Er ist zuversichtlich, dass er demnächst zurückkehrt.“

10. September: Ballack wird von seinem Klub die Freigabe verweigert, an den Dreharbeiten für einen Werbespot des Nationalmannschaftsausrüsters Adidas teilzunehmen. „So verfährt man nicht mit einem deutschen Nationalspieler“, sagt Oliver Bierhoff, „das ist keine Art.“

11. November: Ballack kehrt bei Chelsea ins Mannschaftstraining zurück. „Es ist ein großartiges Gefühl, nach so vielen Monaten im Kraftraum und beim Einzeltraining wieder mit dem Team trainieren zu können“, sagt er.

26. November: Ballack spielt wieder Fußball. In Chelseas Reserveteam kommt er eine Halbzeit gegen die zweite Mannschaft von Birmingham City zum Einsatz.

19. Dezember: Im Ligapokal wird Michael Ballack in der 68. Minute für John Obi Mikel eingewechselt. In der Schlussminute bereitet er das Tor zum 2:0 gegen Liverpool vor. Die Daily Mail schreibt: „Er kam nach acht Monaten zurück und beeinflusste sofort das Spiel.“

26. Dezember: Ballack spielt wieder in der Premier League. Gegen Aston Villa wird er eingewechselt und trifft zwei Minuten vor Schluss mit einem Freistoß zum 4:3, doch Villa gleicht noch aus.

1. Januar 2008: Ballack bestreitet sein erstes Spiel über 90 Minuten. Gegen Fulham erzielt er in der 62. Minute per Foulelfmeter den 2:1-Siegtreffer.

6. Februar: Knapp elf Monate nach seinem letzten Länderspiel kehrt Ballack in die Nationalelf zurück. Er sagt: „Ich bin hoch motiviert und freue mich riesig.“

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