Die kuriosesten Tore des Monats

Der ist...der ist.. DRIN!

Im neuen 11FREUNDE-Heft berichtet Helmut Winklhofer von seinem schönsten Treffer – der leider ins eigene Netz ging. Trotzdem wurde es zum Tor des Monats gewählt. Wir haben weitere außergewöhnliche Gewinner zusammengestellt.
Heft #75 02 / 2008
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75

Platz 2: Gabor Kiraly (Hertha BSC Berlin/Torwart!) am 22. Juli 1998 im Spiel Hertha BSC - Karlsruher SC

33.Minute im Endspiel um den (unbedeutenden) ExNorm-Cup, einem Vorbereitungsturnier in Heidesheim. Es steht 0:0 zwischen dem Erstligisten Hertha BSC und dem jüngst aus der Bundesliga abgestiegenen Karlsruher SC. Hertha-Keeper Gabor Kiraly fängt einen Ball ab und will mit einem langen Abschlag einen schnellen Konter einleiten. Der Ball kommt kurz hinter der Mittellinie runter, gerät aber zu lang, um einen Mitspieler zu erreichen und trudelt auf KSC-Torhüter Simon Jentzsch zu. Eine leichte Beute. Jentzsch eilt dem Ball entgegen, dann passiert das Unglück. Der Keeper rutscht aus, verliert das Gleichgewicht und muss mit ansehen, wie der Ball erneut aufspringt und an ihm vorbei ins Tor kullert. 1:0 für die Hertha, Endergebnis 3:1.

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Platz 3: Mike Hanke (FC Schalke 04) am 17. April 2004 im Spiel Schalke 04 - Bayer Leverkusen

Gerade ist Jörg Butt wieder einmal seinem Zweitjob als Elfmeterschütze nachgegangen und hat einen Elfer zum 3:1 für Leverkusen verwandelt. Es scheint die Vorentscheidung zu sein in diesem Bundesliga-Spiel, denn es sind nur noch 13 Minuten zu spielen. Der Torhüter lässt sich auf dem Weg zurück in seinen Kasten ausgiebig feiern, klatscht bei seinen Mitspielern ab, muss sich aus der Umarmung von Bernd Schneider befreien und schickt freudige Grüße an die eigenen Fans. Als er nach 22 Sekunden den eigenen Strafraum erreicht, bemerkt er plötzlich den Ball, der sich geradewegs in seinen Kasten senkt. Was war passiert? Mike Hanke und Ebbe Sand, das Sturmduo des FC Schalke 04, hatten sich den Ball am Anstoßpunkt zu Recht gelegt und auf den Wiederanpfiff des Schiedsrichters gewartet. Hanke sieht, dass Butt, noch mit dem Rücken zum Spielfeld, gemütlich in Richtung Tor trabt, als der Pfiff ertönt. Und solch eine Chance lässt sich der gewiefte Hanke nicht entgehen. Er hält einfach drauf und trifft über den verdutzten Keeper hinweg. Allerdings war der Treffer nicht ganz regelkonform, denn Anstoßpartner Sand hatte den Ball nicht berührt. Das Tor zählte trotzdem, hatte aber kaum Bedeutung, denn es blieb schließlich beim 3:2 für Leverkusen.


Platz 4: Klaus Mehler (SpVgg Frankfurt-Fechenheim) am 08. Juni 1980 im Spiel SpVgg Frankfurt-Fechenheim - DjK Bad Homburg

Es ist das entscheidende Spiel um die Meisterschaft in der Kreisliga A, Staffel Südost, Kreis Frankfurt. Die Partie ist gerade zehn Minuten alt, als der Fechenheimer Torhüter Uwe Schröder den Ball weit in die gegnerische Hälfte abschlägt. Uwe Jung verlängert per Kopf zu Detlef Jerger auf die rechte Außenbahn. Der leitet den Ball ebenfalls mit dem Kopf präzise in den Strafraum weiter und dort steht in etwa 14 Meter Entfernung zum Tor Klaus Mehler. Auch der ehemalige Stürmer der Amateure von Eintracht Frankfurt entscheidet sich für einen Kopfstoß, steigt hoch und vollendet die Kopfballstafette zur 1:0-Führung. Der Ball hatte vom Abschlag des Torhüters bis zur Netz-Berührung weder den Rasen berührt, noch konnte ein Spieler des DJK Bad Homburg eingreifen. Fechenheim gewann das Spiel schließlich mit 4:0 und durfte nicht nur die Meisterschaft, sondern auch den Aufstieg in die Bezirksliga feiern.


Platz 5: Frank Mill (Borussia Dortmund) am 09. April 1988 im Spiel Borussia Dortmund - Hannover 96

Frank Mill, das Schlitzohr. Ralf Raps im Tor der 96er führt den Ball am Fuß und bereitet sich auf einen Abschlag vor. Frank Mill dauert das zu lange. Er läuft auf Raps zu, damit dieser den Ball aufnimmt und abschlägt. Der Keeper handelt erwartungsgemäß, weiß aber noch nicht, dass er dadurch dem außergewöhnlichen Plan von Frank Mill in die Hände spielt. Raps ignoriert den Borussen-Stürmer, der auch, nachdem sich der Ball nun scheinbar sicher in den Händen des Torhüters befindet, nicht abdreht. Ein Fehler. Als Raps den Ball zum Abschlag leicht in die Luft wirft, stürzt sich „Franky“ mit dem Kopf voran dazwischen, spitzelt den Ball weg und schiebt ihn ins Tor. Raps bleibt nicht anderes übrig, als umzufallen und auf Foul zu plädieren. Doch das hilft nicht. Es steht 2:1 für Dortmund und „Hängesocke“ Mill (mal wieder ohne Schienbeinschoner aufgelaufen) lässt sich für seine Schlitzohrigkeit feiern. Am Ende bleibt den Borussen allerdings nur ein Punkt. Das Spiel endet 3:3.


Platz 6: Otto Addo (Borussia Dortmund) am 24. September 2003 im Spiel Austria Wien - Borussia Dortmund

Otto Addo hatte nach zwei Kreuzbandrissen in zwei Jahren auf eine verletzungsfreie Bundesligasaison gehofft. Die Vorbereitung war gut gelaufen, er hatte sich einen Stammplatz erkämpft. Auch in der ersten Runde des UEFA-Pokals durfte der gebürtige Ghanaer von Beginn an auflaufen. Dann die 32. Minute. Bei einem eher harmlosen Zweikampf passiert es wieder. Das Kreuzband im rechten Knie hält der Belastung nicht stand und reißt erneut. Addo weiß sofort, was passiert ist, signalisiert, dass er ausgewechselt werden muss, schleppt sich aber noch über den Platz. In einem letzten Kraftakt und unter großen Schmerzen beteiligt sich Addo trotzdem noch einmal an einem Angriff der Borussia. Er bekommt den Ball auf halbrechts, lässt einen Gegenspieler aussteigen und schlenzt die Kugel gefühlvoll mit dem noch gesunden linken Bein zur 1:0-Führung in die lange Ecke. Jubelnd, aber mit schmerzverzerrtem Gesicht, läuft Addo zur Außenlinie und lässt sich direkt auswechseln. Dortmund gewinnt 2:1 in Wien und erreicht mit einem 1:0-Sieg im Rückspiel die zweite Runde. Otto Addo macht sein nächstes Bundesligaspiel erst im Januar 2005.


Platz 7: Jens Lehmann (Schalke 04) am 19. Dezember 1997 im Spiel Borussia Dortmund - Schalke 04

Revier-Derby. 90 Minuten sind rum. Dortmund führt im heimischen Stadion mit 2:1. Die Revanche für die 0:1-Niederlage in der Hinrunde auf Schalke scheint zu gelingen. Schalke bekommt noch einen Eckball zugesprochen. Keeper Jens Lehmann ist aufgebracht, musste er sich doch die letzten 45 Minuten von der Dortmunder Südtribüne einige Gemeinheiten gefallen lassen. Jetzt will er es heimzahlen. Er sprintet über den gesamten Platz, gibt Zeichen, dass die Ecke nicht ausgeführt werden soll, bevor er da ist. Endlich kommt die Ecke in den Sechzehner, wird verlängert und vom Elfmeterpunkt noch mal an den langen Pfosten weitergeleitet. Da steht Jens Lehmann jetzt ganz frei und wuchtet das Leder per Kopf zum Ausgleich ins Netz. Rache geglückt. Lehmann scheint durch das Tor die Schmähungen der Dortmunder Fans verdrängt zu haben. In der folgenden Saison wechselt der Torhüter über den Umweg AC Mailand zum Schalker Erz-Rivalen.

Platz 8: Karl-Heinz Rummenigge (Bayern München) am 19. Juli 1981 im Spiel Bayern München - FC Brügge

Die Münchner Bayern haben die belgischen Gäste beim Aachener Sommerturnier fest im Griff, es steht bereits 3:0. Doch damit nicht genug. Karl-Heinz Rummenigge kann es nicht lassen und ärgert die Mannschaft des FC Brügge noch ein bisschen mehr. Ein langer Ball aus der eigenen Hälfte erreicht den Bayern-Stürmer, der nun nur noch den belgischen Keeper vor sich hat. Eine schnelle Finte und Rummenigge kann unbehelligt das leere Tor ansteuern, auch der ausgetanzte Torwart setzt nicht mehr nach. Rummenigge nimmt sich alle Zeit der Welt, legt den Ball kurz vor der Torlinie ab, hebt ihn sich selbst auf den Kopf und nickt ein. Vom Schiedsrichter gibt es für diese unsportliche Vorführung die gelbe Karte, das Tor zählt trotzdem, und die Bayern gewinnen schließlich mit 5:1.

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Eine Zusammenstellung der schönsten Tore aller Zeiten findet Ihr hier www.11freunde.de/flimmerkiste .


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