31.12.2013

Die Highlights des Jahres, Teil 4: Oktober - Dezember

Ibrahimovic, Alaba, Großkreutz

Seite 2/3: November
Text:
Ilja Behnisch
Bild:
imago

November 2013

Aufreger des Monats: Bayerns Maulwurf
Vor dem Top-Top-Top-Spiel der Bundesliga, das aus unerfindlichen Gründen allenthalben nur noch »der deutsche Clasico« gerufen wurde, hatte der FC Bayern plötzlich ein zoologisches Problem. Der Verein beklagte: einen Maulwurf. In der Mannschaft. Der »Insider« gebe Informationen über Aufstellung und Taktik an die Presse, hieß es. Trainer Pep Guardiola drohte mit Rauswurf, sollte er dem Denunzianten habhaft werden. Nach dem sich der erste Rauch gelegt hatte, und man einen nüchternen Blick auf die Tatsachen warf, musste man schnell feststellen, was man längst hätte wissen können: Maulwürfe sind blind. Die vermeintliche Aufstellung, die der Maulwurf vor dem »deutschen Clasico« verraten hatte, war ungefähr so richtig wie der folgende Lotto-Tipp für die kommende Woche: 1,2,3,4,5,6. Auch die vermeintlichen Details aus der Mannschaftsbesprechung der Mia-san-mia-Meister aus München (der BVB schaltet schnell zwischen Abwehr und Angriff um) waren ungefähr so prickelnd wie stilles Wasser.

Spieler des Monats: David Alaba
Sein zweites Bundesligaspiel absolvierte David Alaba am 20. März 2010 bei Eintracht Frankfurt. Der junge Österreicher erwischte die gebrauchte Version eines gebrauchten Tags und verschuldete bei der 1:2-Niederlage beide Gegentreffer. Die vermeintlichen Experten waren sich schnell einig, dass der eigentlich im zentralen Mittelfeld beheimatete Alaba für die linke Abwehrseite der Bayern keine ernsthafte Alternative darstellen könne. Trainer und Förderer Louis van Gaal sah das anders: »Er ist ein linker Außenverteidiger, auch wenn er selbst das nicht denkt.« Inzwischen weiß man, wie Recht der kauzige Holländer hatte. Als Krönung seines Aufstiegs gewann Alaba dieses Jahr die Wahl zu »Österreichs Sportler des Jahres«. Eine außergewöhnliche Ehre in der Ski-Nation, die zuletzt 1997 Toni Polster zuteil wurde.

Video des Monats:
Zu Beginn galt allein schon das Profitum an sich als unmoralisch. Der ehrenhafte Sportler sei, frei nach dem olympischen Geist, ein Amateur. Aber die Zeiten ändern sich bekanntlich, und inzwischen werden für die Herren Profis teils astronomische Ablösesummen gezahlt. Zur Geschichte des Transfermarkts tauchte im November dieses wunderschöne Video auf.



Schlagzeile des Monats: »Niederlagen machen krank und fett«
Wenn die eigene Mannschaft verliert sorgt das meist für schlechte Stimmung. Dabei hat jeder Fan seine ganz eigene Art mit der Enttäuschung umzugehen. Der eine trinkt sich noch am gleichen Tag ins Vergessen, der andere trägt die schlechte Stimmung bis tief in die kommende Woche, um pünktlich zum nächsten Spiel der festen Überzeugung zu sein, diesmal aber werde alles anders und besser. Dass man sich seinen Verein nicht nur aus Stimmungsgründen besser ganz genau aussuchen sollte, bewies nun eine Studie aus Frankreich. Demnach leiden Fans von Mannschaften, die häufig verlieren, überdurchschnittlich häufig an Diabetes und Fettleibigkeit.

 
 
 
 
 
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