Aufreger des Monats: 12:12 Wochenlang hatten die Fans in den deutschen Stadien gegen die Verabschiedung des Konzeptpapiers »Sicheres Stadionerlebnis« protestiert und die ersten 12:12 Minuten der Spiele geschwiegen. Genützt hat dies letztendlich wenig. Am 12. Dezember verabschiedete die DFL das umstrittene Sicherheitspapier, vor allem auch auf Drängen des ein oder anderen wahlkämpfenden Politikers. Dass ein tatsächliches Gewaltproblem in den deutschen Stadien schlicht nicht existent ist und an jenen, um die es letztlich ging, großzügig vorbeidebattiert wurde, hat die Scharfmacher der Scheindebatte von Anfang an nicht interessiert. Aber Hauptsache, man kann in der Öffentlichkeit den starken Mann spielen, der knallhart durchgreift. Was macht eigentlich die Aufklärung der NSU-Morde, Herr Friedrich?
Spieler des Monats: Lionel Messi Groß war die Aufregung am 5. Dezember. Lionel Messi lag verletzt am Boden des Camp Nou und wer Messi kennt, der weiß, dass der kleine Argentinier nur dann liegenbleibt, wenn es wirklich, wirklich weh tut. Ein kollektiver Schockmoment, denn Messi ist der fraglos beste Fußballer der Welt und wird wohl der beste Fußballer der Geschichte werden, wenn er von schlimmen Verletzungen verschont bleibt. Zum Glück stellte sich die Verletzung nicht wie zunächst befürchtet als Kreuzbandriss, sondern nur als Bluterguss heraus und Messi konnte bald schon wieder auflaufen. Und den unglaublichen Rekord von bislang 90 Pflichtspieltoren im Kalenderjahr 2012 aufstellen. »Kein offizieller FIFA«-Rekord, wie es von den Erbsenzählern des Verbandes hieß. Ist aber egal. Wir knien vor so viel Klasse trotzdem demütig nieder.
Video des Monats: Zum Fest der Liebe ein besonderes Schmankerl: Die gewagte Neuinterpretation des alten Weihnachts-Klassikers »Jingle Bells« durch Alexander Kolarov. Manchester Citys verteidigender Kleiderschrank singt dabei, wie er spielt: defensiv, humorlos, technisch unsauber und unangenehm. Der Text ist dabei gut verständlich, aber dennoch hat man das Gefühl, dass einem Kolarov mit jeder weiteren Zeile des eigentlich fröhlichen Weihnachtsliedes eine weitere Tracht Prügel androht:
Schlagzeile des Monats »Boris Vukcevic spricht« Bill Shankly sagte einmal: »Es gibt Leute, die denken Fußball ist eine Frage von Leben und Tod. Ich mag diese Einstellung nicht. Ich kann ihnen versichern, dass es noch sehr viel ernster ist.« Längst sind Shanklys Worte zu einem geflügelten Wort geworden. Dass sie vielleicht witzig, aber auch absolut unzutreffend sind, merkt man immer dann, wenn es tatsächlich um Leben und Tod geht. Im September verunglückte Hoffenheims Boris Vukcevic auf dem Weg vom Training nach Hause schwer mit seinem Auto. Vukcevic ist Diabetiker, unterzuckerte am Steuer und raste in ein entgegenkommendes Fahrzeug - ein alptraumhaftes Szenario, das Vukcevic nur sehr knapp überlebte. Nach einigen Wochen im Koma erlangte Vukcevic das Bewusstsein wieder und begann im Dezember schließlich wieder zu sprechen. Noch ist er weit von einer kompletten Genesung entfernt, ein Hoffnungsschimmer ist seine wiedererlangte Kommunikationsfähigkeit aber allemal. Wir wünschen ihm alles Gute und vor allem einen weiterhin positiven Heilungsverlauf. Und widersprechen Bill Shankly energisch.