Die Highlights des Jahres #2: April - Juni

Schwalbe Vidal, Kopfball Lovren, Nachbar Boateng

Auch abseits der EM ist 2016 viel passiert. 11FREUNDE schaut in den Rückspiegel und zeichnet Aufreger, Spieler, Video und Schlagzeile des Monats aus: Teil zwei.

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April

Aufreger des Monats: Schwalbe Vidal
Es läuft die 70. Minute im DFB-Pokal-Halbfinale zwischen Bayern München und Werder Bremen. Beim Stand von 1:0 für die Hausherren fliegt Arturo Vidal in Arjen-Robben-Manier durch den Bremer Strafraum, Schiedsrichter Stieler entscheidet auf Elfmeter. »Skandal!«, hätte Janusz Góra völlig zurecht krakeelt. Der Gipfel der Dreistigkeit ist das anschließende Abklatschen zwischen Vidal und seinen Teamkollegen. Thomas Müller tritt an und trifft, mitten hinein in die stärkste Phase der Bremer. Der DFB unterlässt jedoch wegen der »nicht angreifbaren Tatsachenentscheidung« die Ermittlungen gegen Vidal. Besonders prekär: Tage zuvor hatten die Bremer Clemens Fritz und Zlatko Junozovic im Ligabetrieb zugegeben, sich absichtlich fünfte gelbe Karten abgeholt zu haben. Das Sportgericht sah diesen Tatvorwurf somit als bewiesen an und verdonnerte beide zu 20.000 Euro Strafe. Vor dem Gesetz sind eben fast alle gleich.

Spieler des Monats: Francesco Totti
39 Jahre ist »Der König von Rom«, als er in der 86. Minute eingewechselt wird. Die Roma liegt zu diesem Zeitpunkt mit 1:2 gegen den FC Turin hinten. Sekunden nach seiner Einwechslung gleicht Totti zunächst aus, drei Minuten später schießt der Kapitän den AS Rom zum 3:2-Heimsieg. »Totti, du bist ein Mythos«, schrieb die »Gazzetta dello Sport« am Tag danach. Totti antwortet weniger euphorisch, es sein ein »schönes Gefühl« gewesen. Zuvor gab es Probleme zwischen ihm und Trainer Spaletti, der Totti auf die Ersatzbank degradiert und damit Diskussionen um den Verbleib des Kapitäns angeheizt hatte. »Totti besiegt Spalletti«, titelte der »Corriere dello Sport«. Merke: Leg' dich nicht mit Francesco an.

Video des Monats: All you need ist Lovren
Von der Partie Liverpool gegen Borussia Dortmund werden wir noch den Kindern unserer Kinder erzählen. Viertelfinale Europa League, Rückspiel. Nach dem 1:1-Hinspiel reist die Borussia mit gemischten Gefühlen an die Anfield Road, lässt aber binnen neun gespielten Minuten alle Skeptiker verstummen. Reus und Aubameyang zeigen Ex-Coach Klopp ihre ganze Klasse. Bis zur Halbzeit passiert nicht viel, die »Reds« scheinen sich ihrem Schicksal bereits ergeben zu haben, das Spiel trottet vor sich hin. Doch kurz nach Anpfiff der zweiten Halbzeit erzielt Divock Origi den Anschlusstreffer, und der Wahnsinn nimmt seinen Lauf, aber seht selbst:

Schlagzeile des Monats: »Hillsborough – Das Ende aller Lügen«
1989 forderte die Hillsborough-Katastrophe 96 Menschenleben. Ein anschließender Report sah die Mitschuld der »teils alkoholisierten Fans« im Stadion als bewiesen an, für die Angehörigen der Opfer ein unerträgliches Urteil. Viele gingen vor Gericht, die Verfahren zogen sich über Jahre hin. Jetzt, 27 Jahre später, kommt eine unabhängige Kommission zu dem Schluss, dass die Fans keinerlei Mitschuld an der Tragödie hatten. Stattdessen werden schwere Vorwürfe gegen die Polizei erhoben. Premierminister David Cameron tritt vor die Öffentlichkeit und spricht von einer »längst überfälligen Gerechtigkeit«. Er entschuldigt sich bei den Familien der Opfer im Namen der britischen Regierung. Margaret Aspinall, die damals Ihren 18 Jahre alten Sohn verloren hatte, fasste erleichtert zusammen: »Wir haben ein Stück Vergangenheit umgeschrieben.«

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