Januar 2012
Aufreger des Monats
Zu Beginn des Jahres machte Borussia Dortmund all jene, die es mit dem BVB halten, zu glücklichen Menschen. Man hatte soeben das scheinbar aussichtslose Rennen um den »Rolls Reus« (Bild) des deutschen Fußballs gewonnen. Für 17,5 Millionen Euro sicherten sich die Borussen die Dienste von Marco Reus bis 2017, der in der Jugend bereits für den BVB gespielt hatte, dort jedoch für nicht gut genug befunden wurde. Die erste Ohrfeige im Jahr 2012 für den FC Bayern München.
Spieler des Monats: Thierry Henry
Die Winterpause wird von den meisten Profis dazu genutzt, sich vom strapaziösen Leben eines Fußballers zu erholen. Nacht für Nacht in den Luxushotels dieser Welt zu verbringen, mit dem Wissen am nächsten Tag womöglich schon vor 10 Uhr aufstehen zu müssen, da ansonsten die Lieblings-Cornflakes vergriffen sind, schlaucht. Thierry Henry, so verkünden wir jetzt einfach, ist anders gestrickt. Im Sommer 2011 zog es ihn in die MLS zu den New York Red Bulls. In der Winterpause kehrte er übergangsweise zu seinen Gunners zurück. 226 Tore hatte er in acht Jahren für Arsenal London erzielt. Acht Minuten nach seiner Einwechslung im FA-Cup gegen Leeds United erzielte er den 1:0-Siegtreffer. Die Legende lebt.
Video des Monats
Und wieder der FC Schalke: Die Verpflichtung von Señor Raul ließ die Herzen aller Schalker bis zur Unendlichkeit höher schlagen. Standesgemäß zauberte sich Raul durch die Liga, im Januar wurde sein Lupfer gegen den 1. FC Köln zum Tor des Jahres 2011 gewählt. Völlig zurecht lag ihm nicht nur Schalke, sondern auch Fußballdeutschland zu Füßen.
Schlagzeile des Monats: »Ich bin der einzige Söldner, der dazu steht«
Der Mitarbeiter des Monats auf Schalke: Albert Streit. 2007 wechselte er von Eintracht Frankfurt zum FC Schalke und unterschrieb den Vertrag seines Lebens. Nach drei Wochen hatte er bereits genug vom Ruhrpott und der Ruhrpott von ihm. Für ihn allerdings keinen Grund den Vertrag aufzulösen, er entschloss sich dazu, den Vertrag abzusitzen. Das kam bei den Anhängern der Königsblauen besonders gut an. Fans hätten ihn »bespuckt und bepinkeln wollen«, so Streit. Zum Abschluss ließ er in der »Sport Bild« verlauten: »Ich bin der einzige Söldner, der dazu steht.«
Februar 2012
Aufreger des Monats
Im Februar meldete der 54-malige schottische Champion Glasgow Rangers die Insolvenz an. Der Klub wurde zunächst mit zehn Punkten Abzug bestraft, um später mit dem Abstieg in die vierte Liga den endgültigen Knock-out zu erhalten. Bis der Ibrox Park das nächste Mal einen Erstliga-Erfolg des mit 170 Millionen Euro verschuldeten Vereins feiern darf, wird es wohl noch etwas dauern.
Spieler des Monats: Miso Brecko
Der vermutlich unglücklichste Kölner einer ohnehin schon unglücklichen Kölner Mannschaft: Miso Brecko. Die vergangene Saison war für die Domstädter bekanntlich nicht sonderlich erfolgreich. Aber Spaß hatten sie! Miso Brecko hatte soeben seine Rotsperre von zwei Wochen abgesessen, als ihm eine Karnevalssitzung vor die Flinte kam. Gekonnt steuerte er seinen Geländewagen mit 1,7 Promille auf ein Gleisbett, versuchte auf den Schienen der Bahn zu folgen und stoppte erst, als auch der letzte Reifen den Geist aufgab. Brecko ist mittlerweile Kapitän des 1. FC Köln.
Video des Monats
Mario Balotelli ist ein lustiger Typ. Im Jahr 2012 sollte er uns durchgehend mit skurrilen Geschichten begleiten. Durchaus lustig bis zu dem Moment, in dem er mit zwei Toren Deutschland den EM-Traum zerstörte. Im Februar war allerdings noch alles gut, sodass man sich herzhaft über den Kampf gegen ein Leibchen amüsieren kann.
Schlagzeile des Monats: »Das ist Krieg und kein Fußball«
Der Arabische Frühling prägte das Jahr 2012. Im Februar bot der Fußball eine tragische Bühne für die blutige Revolution in Ägypten. Bei Ausschreitungen zwischen Aktivisten und dem Militär während eines Fußballspiels in Port Said ließen 74 Menschen ihr Leben, 52 Menschen wurden im Zusammenhang mit dem Blutbad festgenommen.
März 2012
Aufreger des Monats
Auch der März 2012 wird nicht unbedingt zum Lieblingsmonat des 1. FC Köln gehören. Bei Auswärtsspielen in Nürnberg und Hoffenheim trafen Anhänger von Gladbach und Köln auf einem Rastplatz aufeinander. Anhänger des FC verfolgten einen Bus der Gladbacher, versuchten ihn abzudrängen und warfen Mauersteine. Der vorläufige Tiefpunkt, der die Diskussion um Gewalt rund um den Fußball befeuerte. Die »Bild« titelte gewohnt differenziert: »So schlimm sind Kölns Fans.«
Spieler des Monats: Lukas Podolski
Wenn's kommt, dann knüppeldick. Im März gab der Prinz seinen Wechsel zum FC Arsenal bekannt. 12,5 Millionen Euro ließen sich die Gunners diesen Transfer kosten. Podolski gab alles, um den im Chaos versinkenden Klub vor dem Abstieg zu bewahren, doch seine 18 Treffer reichten nicht. Letztlich bleibt dem Klub nur der Gang in die Zweitklassigkeit.
Video des Monats
Nachdem Paolo Guerrero durch seinen Flaschenwurf auf einen Zuschauer der wohl unbeliebteste Spieler der Liga wurde, foulte er sich im März endgültig in die Herzen der Fans. Der Stuttgarter Sven Ulreich wollte den Ball an der Eckfahne abschirmen, Guerrero setzte zur Grätsche an, bei der jedem untrainierten Menschen das Bein bis auf die Tribüne weggeflogen wäre.
Schlagzeile des Monats: »Einszusiebenkusen«
Unbestritten, das Jahr 2012 gilt auch als das Jahr, in dem der deutsche Klubfußball zu den restlichen Spitzenmannschaften aus Spanien und England aufholte. Doch im März zeigte uns Lionel Messi, welch kleine Lichter wir doch eigentlich sind. Leidtragende Mannschaft in diesem Fall: Bayer 04 Leverkusen. Am Ende klingelten der Werkself die Ohren, 7:1 für den FC Barcelona, fünffacher Torschütze: Lionel Messi.