31.10.2013

Die Gründe für den Rekordstart des AS Rom

Das Denkmal entstaubt

Neun Spiele, neun Siege, so die bisherige Saisonbilanz des AS Rom. Dass in der ewigen Stadt die ersten Meisterschafts-Träume blühen, liegt am neuen Trainer Rudi Garcia, einer klugen Transferpolitik, und natürlich: Francesco Totti.

Text:
Ilja Behnisch
Bild:
imago

Francesco Totti ist inzwischen 37 Jahre alt, und seit über 20 Jahren Profi bei seiner »Roma«. »Il Capitano«, gebürtiger Römer, ist das lebende Denkmal des Vereins, ohne dessen Segen wenig geht. Und so können die Anhänger der »Giallorossi« froh sein, dass Totti offenbar gefallen an seinem neuen Trainer gefunden hat. Rudi Garcia kam zu Saisonbeginn und sollte für einen Neubeginn sorgen. Wieder einmal.

Denn eine ganz ähnliche Idee hatte man in Rom schon zwei Jahre zuvor. Im Sommer 2011 wechselte Luis Enrique von der zweiten Mannschaft des FC Barcelona an den Tiber. Die Hoffnungen auf einen römischen Tiki-Taka-Klon wurden jedoch schnell enttäuscht. Trotz teurer Neuverpflichtungen blieb der gewünschte Erfolg aus. Die Saison endete auf Platz sieben, Luis Enrique war da längst wieder Geschichte.

Im heutigen Heimspiel gegen Chievo Verona winkt den Römern der zehnte Sieg im zehnten Spiel, gleichbedeutend mit dem alleinigen Startrekord der Serie A. Und so scheint dieses Jahr alles anders. Die Transferbilanz des Sommers liest sich wie ein halber Ausverkauf. Fast 40 Millionen Überschuss konnten erwirtschaftet werden, und trotzdem steht die Mannschaft ohne Punktverlust an der Tabellenspitze, klugen Einkäufen wie Gervinho sei Dank. Der ist für Trainer Rudi Garcia ein alter Bekannter. Schon beim OSC Lille arbeiteten die Beiden erfolgreich zusammen, gewannen 2011 sensationell das französische Double, ehe der Ivorer zum FC Arsenal wechselte. Dort konnte er die in ihn gesetzten Erwartungen indes nie ganz erfüllen. Garcia aber, der als durchaus selbstbewusst gilt, versteht es offenbar seinen Spielern das nötige Selbstverständnis für ihr Spiel zu vermitteln. So blüht der trickreiche Außenstürmer, in London als Chancentod verschrien, unter Garcia wieder auf. So brachte Garcia auch den bereits mehrfach abgeschriebenen Francesco Totti wieder auf Vordermann. Totti läuft nicht mehr sonderlich viel, und ist dazu sichtbar langsamer geworden, gefällt sich aber mehr und mehr in der Rolle des Vorbereiters. Drei Tore und sechs Vorlagen konnte er in den ersten acht Saisonspielen für sich verbuchen, ehe er sich zum Leidwesen der Tifosi verletzte.

 
 
 
 
 
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