Die größten Transfers von Real Madrid

Ein Königreich für uns

Im neuen 11FREUNDE-Heft analysieren wie die Märchenwelt von Real Madrid. Hier als Vorgeschmack eine Übersicht der schillerndsten Transfers der Klubgeschichte – von di Stefano über Beckham bis hin zu C. Ronaldo. Die größten Transfers von Real Madrid
Heft #94 09/2009
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Alfredo di Stéfano / ca. 350.000 Euro
Der Argentinier, zwischenzeitliche Kolumbianer und schließlich Spanier, unterschrieb 1953 für jeweils vier Jahre bei FC Barcelona – und bei Real Madrid. Santiago Bernabeu und Pepe Samitier wollten allerdings beide nicht ihren Goldfang aus Südamerika loslassen und entschieden, dass di Stéfano abwechselnd eine Saison für Barcelona und eine Saison für Real spielen sollte. Los ging es bei Real, Bernabeu ließ di Stéfano jedoch so schlecht auf dem Platz aussehen, dass Samitier die Lust an seinem vermeintlichen Glücksgriff verlor und ihn Madrid überließ. Ein großer Fehler, denn fortan führte Alfredo die Stéfano die Königlichen zu acht Meisterschaften und fünf Titeln im Europapokal der Landesmeister. Di Stéfanos Transfer vertiefte anschließend die leidenschaftlich geführte Rivalität der beiden Vereine.

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Ferenc Puskas / -

Die großartige Karriere von Ferenc Puskas schien spätestens 1956 schon vorbei, bevor sie überhaupt erst richtig angefangen hatte. Bis zur WM 1954 hatte der geniale Stürmer einige Privilegien genossen, durfte unter anderem wertvolle Uhren über die Landesgrenzen schmuggeln, die Staatsmacht drückte beide Augen zu. Nach der Finalniederlage gegen Deutschland verlor selbst Puskas seine der Prominenz geschuldeten Vorteile, nach dem Volksaufstand 1956 nutzte er eine Gelegenheit zur Flucht nach Wien. Die fußballerische Karriere schien vorbei, bis sich Real Madrid und Santiago Bernabeu meldeten und den Exil-Ungarn nach Spanien lockten. Eine durchaus gewinnbringende Idee: an der Seite von Alfredo di Stefano schoss Puskas unglaubliche 155 Tore in 179 Spielen und avancierte zu einem der besten Fußballer aller Zeiten.

Paul Breitner / unbekannt
Auch Paul Breitner spielte drei Jahre für die Königlichen, einer seiner Teamkollegen war Günther Netzer. Aufsehen erregte in diesem Fall nicht der Wechsel zu Real Madrid, sondern sein Abschied von »Königlichen«. Breitner wurde zweimal spanischer Meister aber seine Frau plagte das Heimweh, und so sah er sich nach einem neuen Verein in Deutschland um. Geld regierte auch schon in den Siebzigern die Welt und so wechselte Paul Breitner 1977 zu Eintracht Braunschweig, wo Günter Mast dank seines Jägermeister-Imperiums 1,6 Millionen Mark Ablöse für Breitner locker machen konnte. Kein anderer deutscher Verein war bereit diese Summe für einen Spieler zu bezahlen.

Bernd Schuster / unbekannt

Der Transfer von Bernd Schuster zu Real Madrid war schon deshalb ungewöhnlich, da der »blonde Engel« zuvor acht Jahre lang beim großen Konkurrenten FC Barcelona die Knochen hingehalten hatte. Der Deutsche und seine knüppelharte Managerin und Ehegattin Gaby war das Schnurz, der Wechsel vollzogen. Das wurde Schuster zwar übel genommen, doch blieben die Anfeindungen im Vergleich zu diversen Wurfattacken auf andere wechselwillige Superstars (siehe unten) relativ harmlos.

Davor Suker / 11 Millionen Euro
Der Kroate ballerte sich erst fröhlich fünf Jahre lang beim FC Sevilla durch die spanische Liga (76 Tore in 153 Spielen), ehe er bei der Europameisterschaft in England zum Superstar avancierte. Unvergessen sein Tor im Viertelfinale gegen Deutschland, als er dem später zum Welttorhüter ausgezeichneten Andreas Köpke mit einer feinen Körpertäuschung den Ball vor den Füßen wegstreichelte und so zum zwischenzeitlichen 1:1 traf. Das Sprungbrett EM 96 katapultierte Suker schließlich für knapp 11 Millionen Euro zu Real Madrid, angeblich hatten sich auch Bayern München und Werder Bremen um den Kroaten mit den feinen Füßchen bemüht, waren bei der geforderten Ablösesumme aber in die Knie gegangen. Für Madrid traf Suker in 86 Spielen 38-mal das Tor, 1999 wurde schließlich für 5,4 Millionen Euro zum FC Arsenal transferiert.

Bodo Illgner / 2 Millionen Euro
Wohl dem, der eine Bianca Illgner als Beraterin zur Seite hat. Die Ehefrau von Weltmeister Bodo Illgner galt spätestens nach den zweiten Vertragsverhandlungen mit Real Madrid als die legitime Nachfolgerin von Gaby Schuster. Vier Tage waren in der Saison 1996/97 bereits gespielt, als die Illgners den überraschenden Transfer des Torhüters vom 1. FC Köln zu den »Königlichen« bekannt gaben. Rund vier Millionen D-Mark musste Real für den 1,90-Meter-Mann hinlegen, Trainer Capello hatte einen Narren an dem Deutschen gefressen. Der kassierte fortan fürstliche zwei Millionen D-Mark jährlich, Anfang des Jahres 1999 wurde Illgners Vertrag gar um drei Jahre verlängert, die sich bezahlt machten: 10 Millionen D-Mark musste Madrid dafür überweisen. Illgner aber, im Herbst seiner Karriere angekommen, verletzte sich Ende des Jahres schwer an der Schulter und kam nie mehr richtig zurück. Für ihn spielte ein gewisser Iker Casillas, dessen Verpflichtung die Verantwortlichen keinen Cent gekostet hatte: er kam aus der eigenen Jugend. Erst 2002 kündigte Illgner den Vertrag »im beiderseitigen Einvernehmen« mit Real auf. Bis dahin war er längst zum bestbezahlten Ersatztorwart der Welt geworden.

Luis Figo / 60 Millionen Euro

Fünf Jahre hatte Figo für den FC Barcelona gespielt, wurde dort zu einem der bekanntesten Fußball-Spieler der Welt. Doch nach der EM 2000, bei der Figos Portugiesen unter anderem Deutschland mit 3:0 abfrühstückten, gab er den überraschenden Wechsel zu Real Madrid bekannt. Den Madrilenen war der schöne Figo 60 Millionen Euro wert, ein Rekord-Transfer. Seine Beliebtheit in Katalonien sank dagegen rapide: Noch zwei Jahre nach seinem Wechsel bekam Figo den Groll der Barca-Fans zu spüren, bei einem Spiel im Nou Camp wurde er beim Versuch einen Eckball für Real zu treten mit einem Spanferkelkopf beworfen.

Ronaldo / 45 Millionen Euro
»Il Fenomeno«, das Phänomen, war zur Jahrtausendwende fast schon weg vom Fenster. Die großartige Karriere die Genies aus Brasilien schien vor dem Aus zu stehen, eine widrige Knie-Verletzung hinderte Ronaldo daran seine Fans auf dem Platz zu begeistern. Nach 17 Monaten Pause konnte er am 20. September 2001 im Uefa-Cup sein Comeback für Inter Mailand geben und wahrte dem italienischen Klub mit sieben Toren in zehn Spielen bis zum letzten Spieltag der Saison die Chance auf den »scudetto«, durch ein 2:4 gegen Lazio Rom verlor Inter allerdings das Rennen um die Meisterschaft, Juve durfte feiern. Bei der WM 2002 erschien Ronaldo mit fragwürdiger Frisur, aber in Topform und schoss sein Land zum WM-Titel und sich erneut zum Weltfußballer des Jahres. Jetzt konnte Real Madrid nicht mehr an sich halten, die »Galaktischen« wären ohne Ronaldo in der Angriffszentrale bloß eine irdische Posse geblieben. Für 45 Millionen Euro wechselte der Stürmer zur Saison 2002/03 nach Spanien, holte 2002 noch den Weltpokal (wobei er ein Tor selber beisteuerte) und avancierte, wie von ihm erwartet, zur Tormaschine aus Madrid. 83 Treffer in 127 Spielen sprechen für sich. Nach der WM 2006 begann der Stern des Phänomens merklich zu sinken, auch in der spanischen Hauptstadt. 2007 ließ er sich zum AC Mailand transferieren.

David Beckham / 35 Millionen Euro

Nach David Beckham wurde gar ein eigenes Gesetz benannt, als er im Juli 2003, für 35 Millionen Euro, von Manchester United zu Real Madrid wechselte. Die »Lex Beckham« regelt seitdem den Steuersatz von Ausländern, die der Arbeit wegen zu einem Unternehmen (also auch: Verein) nach Spanien ziehen. Bis heute wird gemunkelt, dass die Verpflichtung Beckhams eher als großer Marketing-Effekt berechnet und nicht in seiner sportlichen Leistung begründet war. Schließlich verkauften sich die Trikots mit seinem Namen und der 23, wie geschnitten Brot, nach nur einem Tag war das erste Kontingent komplett ausverkauft. 

Zinédine Zidane / 78, 5 Millionen Euro

Es sollte für acht lange Jahre der teuerste Transfer der Welt sein. Für 78,5 Millionen Euro wechselte Zinédine Zidane von Juventus Turin zu den »Königlichen« und unterschrieb hier einen Vierjahresvertrag. Mit Figo und Zidane begann die Ära der „Galaktischen“. Nach seinem Karriereende 2006 blieb Zidane Real als Berater erhalten, für das sportliche Erbe ist ebenfalls gesorgt: in seinem Sohn Enzo wächst ein neuer potentieller Galaktischer heran.

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