DIe Fragen an den 15. Spieltag

Wer guckt noch trauriger als Jens Keller?

Vor wem fürchten sich die Bayern? Was hält Nürnberg-Trainer Verbeek von lauter Musik? Und wer macht Dienst nach Vorschrift, um zur Sportschau zu Hause zu sein? Unsere Fragen (und Antworten!) zum 15. Spieltag.

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Wer hat den stärksten Sturm?
Werder! Ok, die Bremer haben derzeit die sechstwenigsten Tore der Liga erzielt, aber dort, wo früher Ailton oder Pizarro gewirbelt haben, stürmt nun eben Xaver über den Platz. Wegen des Orkantiefs verlegte Werder am Donnerstag das Training um einige Stunden nach vorne. Für das Heimspiel am Samstag kündige Manager Thomas Eichin scherzhaft an: „Wir werden die Bayern sicherlich aus dem Stadion schießen.“ Vielleicht übernehmen auch einige Orkanausläufer den Job und fegen die Bayern aus dem Stadion.

Von wem sollte man die Finger lassen?
Ex-Nationalspieler Patrick Owomoyela hält sich beim Hamburger SV fit. Der 34-Jährige kann sich vorstellen, dauerhaft in der zweiten Mannschaft zu spielen, falls er weiter keinen neuen Profiklub findet. Vielleicht verhindert das ein verspätet wirkender Fluch aus der sagenumwobenen Stadt Bielefeld. Als Owomoyela dort spielte und noch Interessenten hatte, sangen die Arminia-Fans „Lasst die Finger von O-wo-mo-yela!“ Möglicherweise hält das Lied auch den HSV von einer Verpflichtung ab, zumal die Melodie dazu von der Hamburger Hip-Hop-Gruppe Fettes Brot stammt.

Wem ähnelt Gertjan Verbeek?
Experten streiten sich noch, ob der Nürnberger Trainer mit dem wilden Haupthaar nun eher dem Schauspieler Nick Nolte oder dem Sänger Rod Stewart ähnelt. Musikalisch ist der Niederländer jedenfalls nicht: Unter der Woche parkte ein Fan sein Auto direkt neben dem Trainingsrasen, öffnete die Türen und ließ das Club-Lieb „Die Legende lebt“ aus den Boxen dröhnen. Doch Verbeek verwies ihn des Geländes. Dabei hätte seine immer noch sieglose Mannschaft vor dem Freitagsspiel gegen Mainz jede Aufmunterung gebraucht – ewig wird sie die Nolte-oder-Stewart-Diskussion nicht bei Laune halten.

Wer guckt noch trauriger als Jens Keller?
Im neuen Film der Coen-Brüder, „Inside Llewyn Davis“ läuft die Hauptfigur mit Gitarrenkoffer und Katze deprimiert durch New Yorker Straßen, erhält nur schlechte Nachrichten und wird von allen verkannt. In den Straßen Gelsenkirchens hat Jens Keller nicht weniger Blues im Blick als Schauspieler Oscar Isaac, dafür weder Gitarre noch Katze dabei. Selbst sein treuester Gefährte, Manager Horst Heldt, wendet sich allmählich von ihm ab, am Samstag in Mönchengladbach und am Mittwoch in Basel droht ihn auch die Champions League zu verlassen. Experten sprechen von Kellers schwerster Woche bei Schalke 04. Doch davon sprechen Experten, seit Keller Trainer bei Schalke 04 ist.

Und sonst?
Verbraucherskandal in der Bundesliga! Wie nun herauskam, sparen deutsche Fußballanbieter an der Nachspielzeit. Vergangene Saison wurden in der italienischen Serie A durchschnittlich 3:50 Minuten nachgespielt, in der spanischen Primera División waren es 3:23 Minuten und in der englischen Premier League sogar 4:13 Minuten – das ist doppelt so hoch wie die 2:05 Minuten in der Bundesliga! Schiedsrichter und Fußballer verrichten hierzulande oft Dienst nach Vorschrift, 90 Minuten plus nix, Hauptsache pünktlich zur Sportschau zu Hause sein. Verbraucherschützer fordern mehr Brutto vom Netto! Wer sich künftig nach vermeintlichen Foulspielen nicht minutenlang am Boden wälzt, wird vom Publikum ebenso ausgepfiffen wie Minutengeizhälse, die zur Auswechslung oder zum Torabschlag sprinten. Eine Gelbe Karte für Spielverkürzung wird diskutiert. Eines ist klar: Diese Sache wird noch ein Nachspiel haben!

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