Die Elf des Spieltags (29)

Big José is watching you

»The Special One« in der Fürther Trolli-Arena – Sachen gibt's. Was sonst noch so passierte, lest ihr in unserer Elf des Spieltags.

José Mourinho
Illustren Besuch gab es beim Spiel Fürth gegen Dortmund, und es ist eine Frage des Respekts, dass wir José Mourinho als ersten in dieser Liste nennen. Madrids Trainer-Zampano saß am Samstag nämlich auf der Tribüne der »Trolli«-Arena und sah dabei zu, wie der BVB den überforderten Fürthern gnadenlos aufzeigte, in welche Liga sie gehören. Nach 60 Minuten hatte »The Special One« genug gesehen, immerhin fünf Dortmunder Tore, und verließ das Stadion, um irgendwo etwas mourinhohaftes zu machen. Nachdenklich ein Glas »Biondi Santi Brunello di Montalcino« vor einem Kaminfeuer zu schwenken zum Beispiel oder ein Kunstwerk bei Sotheby's zu ersteigern oder so. Bleibt zu hoffen, dass er nicht kopfschüttelnd im Flugzeug gesessen hat, ungläubig darüber, dass die seltsamen Deutschen ihre Mini-Stadien nach Fruchtgummi benennen. 

Mario Götze
Bleiben wir direkt in Fürth. Da legte nämlich Mario Götze einen weiteren Gala-Auftritt hin, machte zwei Tore selber und bereitete noch ein drittes vor. Der gefühlt tausendste überragende Auftritt in seiner Karriere, die ja so alt noch gar nicht ist. Der Junge ist erst 20, ungefähr so alt sind die Bierbäuche einiger 11FREUNDE-Mitarbeiter. Und trotzdem ist Götze den anderen schon meilenweit voraus. Götze ist so herausragend gut, wenn er sich schnäuzt, hat er hat mehr Talent im Taschentuch kleben, als andere Bundesligakicker in ihrem gesamten Körper versammeln. Über sein zweites Tor hat er sich nicht einmal mehr gefreut. Warum auch? Er hat sich dafür ja nicht anstrengen müssen.

Tom Starke
Neben all den anderen hundert Dingen, die in Hoffenheim in dieser Saison schief liefen und laufen, war die Demission des Tom Starke mit die unnötigste Baustelle. Beliebt beim Publikum, bodenständig, loyal und sportlich solide – Es gab nicht einen Grund, Tom Starke vom Hof zu jagen. Dementsprechend enttäuscht war Starke, fand aber schnell sein Glück beim FC Bayern, wo er jüngst als verlässlicher Ersatzmann von Manuel Neuer Deutscher Meister wurde, während es in Hoffenheim jetzt nicht unbedingt allzu gut läuft. Am Wochenende durfte Starke zur Belohnung gegen Nürnberg ran und hielt prompt einen Elfmeter – passend zur Überlegenheit der Bayern mit dem Kopf. Und schrieb so an der Meisterschaftsgeschichte der Münchner ein kleines Kapitel mit .

Timm Klose
Weniger glimpflich ging der Kopfball von Nürnbergs Timm Klose aus. Der Schweizer bekam gegen die Bayern einen Ball auf die Schläfe und war danach derart neben der Spur, dass er ausgewechselt werden musste. Was er aber partout nicht wollte. So rang er mosernd mit dem Mannschaftsarzt und wirkte ein wenig wie ein trotziges Kind, das von den genervten Eltern nörgelnd an der Eisdiele vorbei geschleift werden muss. Allerdings unverständlich, schließlich stand es bereits 3:0 für den FC Bayern und Klose konnte froh sein, das Elend nicht mehr über sich ergehen lassen zu müssen. Bei der armseligen Vorstellung, die der Club ablieferte, lässt sich sogar mutmaßen, dass der ein oder andere Kollege Kloses eine Gehirnerschütterung dankbar angenommen hätte, um endlich in die Kabine flüchten zu können.

Jérome Boateng
Am laufenden Band stellen die Bayern derzeit die Rekorde auf und wirken schrecklich unterfordert. Aus Langeweile fangen sie jetzt sogar an, ihre Gegner zu demütigen. Elfmeter werden mit dem Kopf pariert (siehe Tom Starke) und Abwehrspieler, die sonst gerade so das Wasser treffen, wenn sie vom Boot pinkeln, schießen plötzlich Seitfallziehertore. So gesehen bei Jérome Boateng, der zuvor in 134 Ligaspielen ein einziges Törchen geschossen hatte und nun gegen Nürnberg spektakulär netzte. Was sich die Bayern demnächst wohl ausdenken, um ihre Dominanz noch klarer zur Schau zu stellen? Ob der Busfahrer mitspielen darf? Ob die Gegner zwei Tore Vorsprung bekommen? Ob sich die Spieler vor dem Spiel gegenseitig die Bänder zerren? Wir wissen es nicht. Aber fair wäre es schon.

Christian Schulz
Ein wirklich wunderschönes Eigentor gelang Hannovers Christian Schulz. Nicht, weil es sonderlich spektakulär war, viel eher, weil es so ein absolut nachvollziehbares Eigentor war. Eine Flanke der Freiburger hatte 96-Keeper Zieler knapp unterschätzt und überraschend durchgelassen, Unglücksrabe Schulz stand dahinter und man konnte seine Gedankenfetzen in den Sekundenbruchteilen nach Zielers Abtauchen quasi hören: »Fuß hin, nee, wegziehen, durchlassen, nee, oder? aber wenn hinter mir?, also lieber doch den Fuß?, zur Seite?, aber nicht zu sehr zur Seite! Oder doch durchlassen? Fuß hin? Weg? Hin? Kacke, Eigentor.«

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