Die Elf des Spieltags (27)

Ausgerechnet Kruse

Sammer findet das Haar in der Suppe, Simmons zimmert sich zum Tor des Jahres, Adler ist der traurigste Mensch in der Allianz-Arena. Unsere Elf des Spieltags.

René Adler
René Adler, soviel ist sicher, spielt eine Bombensaison. Nach der verpassten WM 2010, langwierigen Verletzungssorgen und der Ausbootung bei Leverkusen scheint der Torwart sein Glück in Hamburg wiedergefunden zu haben. Am Samstag lief es allerdings nicht so gut, 2:9 hieß es am Ende gegen gnadenlose Bayern. Ein eher ungewöhnliches Ergebnis, spielt man oberhalb der Kreisklasse C. Adler war allerdings an keinem der Gegentore Schuld, mit einem weniger fähigen HSV-Keeper wäre es wahrscheinlich noch hässlicher geworden. Seine Nominierung für die Elf des Spieltags ist daher, wir sind ja Menschenfreunde, durchaus ein Zeichen des Mitgefühls. Adler war am Samstag sicherlich der bedauernswerteste und einsamste Mensch in der Allianz Arena – sieht man mal von den traurigen Gestalten ab, die sich weiße Capes anziehen, um auf der Haupttribüne der Arena ein Sponsoren-Logo formen. Aber um die geht es hier ja nicht. Also, René: Das war nicht deine Schuld. Wir glauben an dich.

Georg Niedermeier
Der Award für die gestrecktesten Beine des Spieltags geht diesmal an Georg Niedermeier, der beharrlich und mit der Körperspannung einer Stihl-Kettensäge durch die Reihen der Dortmunder senste. Damit brach Niedermäher, äh, Niedermeier zwar keine Beine, immerhin aber die Regeln, weshalb er erst ermahnt, dann verwarnt und schließlich vom Platz gestellt wurde. Besonders das dritte Foul gilt es zu erwähnen, bei dem Niedermeier versuchte, Mario Götze in zweizuteilen, um dann, als Götze hochgesprungen und Niedermeier vor Empörung an die Backe gelangt hatte, eine Pirouette am Boden zu drehen, sich das schwer verletzte Gesicht zu halten und zu schreien, als haben die Dortmunder ihn gerade auf dem DFB-Pokal gepfählt. Half alles nichts, der kernige Bayer musste vom Platz, trat schimpfend gegen eine Werbebande, schubste Coach Labbadia zur Seite und grätschte in den Katakomben wahrscheinlich den ein oder anderen Ordner um. Später vor den Kameras war er dann wieder völlig gesammelt. And the Oscar goes to…

Assani Lukimya
Eigentlich sollte hier Adam Szalai stehen, denn schließlich war er es, der nach handgestoppten zwölf Sekunden das drittschnellste Tor der Ligageschichte schoss. Ein Treffer, der allerdings niemals gefallen wäre, wenn der im Körper eines Türstehers gefangene Bremer Innenverteidiger Assani Lukimya den harmlosen Rückpass nach dem Anstoß seiner Mannschaft irgendwo anders hingeschossen, hingepasst oder von uns aus auch einfach in die Hand genommen und vom Platz gegangen wäre. Lukimya aber verdaddelte den Ball an Andreas Ivanschitz, der nur noch in den Sechzehner querlegen musste, wo Szalai freundlich Danke sagte und sich kurz in die Geschichtsbücher eintrug.

Max Kruse
Kommen wir zu den Geschichten, wo nur der Fußball schreibt und die in der Regel mit »ausgerechnet xy…« eingeleitet werden: Ausgerechnet Max Kruse. Augerechnet Kruse schoss nämlich am Samstag beide Tore zum 2:0 Sieg seiner Freiburger über Borussia Mönchengladbach und damit ausgerechnet gegen den Klub, bei dem ausgerechnet Kruse ab Sommer unter Vertrag steht. Ausgerechnet Kruse, heißt es seither so beharrlich in der Berichterstattung, dass man meinen könnte, Kruse hieße mit Vornamen so. Mit seinem Doppelpack hat Ausgerechnet Kruse übrigens die Chancen geschmälert, mit seinem neuen Verein international zu spielen, sein baldiger Ex-Klub ist hingegen auf dem besten Wege in den Europacup. Ausgerechnet Kruse, verrückt. Das sind Geschichten, wo nur… ach, lassen wir das.

Konstantin Rausch
Wer wissen möchte, wie man Spiele gewinnt, obwohl der Gegner in allen Bereichen überlegen ist, der sollte mal bei Hannovers Konstantin Rausch nachfragen. Dem glückte nämlich das Kunststück, in einem Spiel, in dem 96 absolut überhaupt kein Land sah, seinen ersten Doppelpack zu schnüren und das Spiel so quasi alleine nach Hause zu fahren. Eine lobende Erwähnung ist uns vor allem das zweite Tor wert, bei dem Rausch den herauseilenden Augsburger Keeper geschmeidig überlupfte.

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