12.11.2012

Die Elf des Spieltags (11)

Surreale Cortisonblödheit

Der 11. Bundesliga-Spieltag war geprägt von Motzereien, medizinischen Geheimnissen und Elfmetern. Wir haben zudem noch elf prägende Protagonisten gefunden. Hier kommt unsere Elf des Spieltags.

Text:
Benjamin Kuhlhoff
Bild:
Imago

Thomas Tuchel
Gemeinhin steht Mainz-Coach Thomas Tuchel an seinem Arbeitsplatz nicht gerade unter Kuschelverdacht. Zu oft schon rumpelstilzte der Übungsleiter an der Außenlinie entlang und war nach Abpfiff mit säuerlicher Miene nur noch zu Ein-Satz-Antworten zu überreden. Am Freitagabend platzte Tuchel dann aber endgültig die Hutschnur. Nach dem Schlusspfiff gegen Nürnberg polterte Tuches los, als sei er gerade mit 0:6 untergegangen. Stein des Anstoßes: Der vierte Offizielle nahm Tuchel minutenlang in Manndeckung. Und das auch noch in Tuches natürlichem Habitat, der Coaching Zone. Zu viel für den Jungtrainer, der sich in seiner Berufsausübung behindert sah. Ach ja, Mainz hatte mit 2:1 gewonnen.

Kevin Trapp
Er konnte einem schon ein bisschen leid tun. Frankfurt-Keeper Kevin Trapp hielt im Spitzenspiel gegen den FC Bayern alles, was es zu halten gab und hatte sich Bestnoten redlich verdient. Am Ende musste er dann doch zwei Mal hinter sich greifen und lernen: Das Spitzenspiel war für Frankfurt noch zu groß.

Paul Scharner
Ein Startelf-Debüt zum Auskotzen. Wochenlang fieberte Hamburg auf den Einsatz des Superösterreichers hin, der Hamburg die endgültige Defensivstabilität in Richtung Champions League geben sollte. Doch dann kassierte der Innenverteidiger bereits nach 35 Minuten die Gelb-Rote Karte für zwei kreuzdumme Fouls. Also wartet man an der Elbe einfach weiter.

Marco Reus
Langsam stellt man sich schon die Frage, was Marco Reus eigentlich nicht kann. Seit Wochen schwebt der Mann mit der Lama-Frisur über Europas Fußballplätze, setzt nebenbei Real Madrid schachmatt und bleibt dabei so bescheiden wie ein schüchterne Konfirmand. Wer berechtigte Zweifel hatte, dass Reus eventuell eines Tages durch die Gesetze der Physik gebremst werden könnte, der wurde am Samstag enttäuscht. Da nagelte Reus einen Freistoß mit surrealer Flugkurve in das Tor von Augsburg-Keeper Simon Jentzsch. Uns so suchen wir weiter nach Dingen, die man an Marco Reus kritisieren kann. Das wird dauern.

Diego
Vielleicht die Geschichte des Spieltags. Hatte man unter Felix Magath noch das Gefühl, beim Brasilianer Diego handele es sich um einen fußlahmen Abzocker mit einem Faible für quiekende Deutschsoulsäuselsängerinnen, lernt man jetzt, dass der Brasilianer Diego noch immer ein fantastischer Fußballer ist – wenn man ihn denn lässt. Wolfsburgs Langzeitzwischenlösung Lorenz-Günther Köstner lässt ihn. So macht sogar der VfL Wolfsburg Spaß.

 
 
 
 
 
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