Die Elf des 22. Spieltags

Ein bisschen Talent und ein schlechter Film

Mario Mandzukic schießt ein Traumtor, doch jubelt albtraumhaft. Julian Schieber darf spielen, doch tut es nicht. Stefan Kießling trifft und bereitet vor, doch Jogi interessiert es mäßig. Die Elf des Spieltags.

Rafael van der Vaart
In den vergangenen Wochen tauchte Rafael van der Vaart ein bisschen unter. Lag es am Wetter? An Sylvie? Wir wissen es nicht. Am Samstag meldete sich der Holländer aber stilsicher zurück – mit einem Tor aus 26 Metern, das er auch noch vor dem Spiel zielsicher angekündigt hatte (»Ich verspreche, dass ich gegen Mönchengladbach wieder treffe!«) Was braucht man für so ein Tor? »Ein bisschen Talent«, sagte Rafael van der Vaart. Ein bisschen Talent? Das wurde uns auch schon mal nachgesagt. Irgendwann vor 27 Jahren, 2. F-Jugend. Was passierte nur danach?

Nils Petersen
Die gute Nachricht für alle Werder-Fans: Bremen hat wieder einen zuverlässigen Torjäger. Die schlechte Nachricht: Selbst das hilft dem SVW momentan nicht weiter. Zweimal traf Nils Petersen gegen Freiburg und erhöhte sein Konto in der Schützenliste auf elf Tore. Dumm nur, dass seine Defensivkollegen mal wieder so souverän verteidigten wie ein betrunkener Parkplatzwächter.

Max Kruse
Wenn man so will ist Max Kruse das Gesicht des SC Freiburg: Ein junger Kerl (24), der den SC nicht viel Geld kostete (750.000 Euro), vielseitig einsetzbar ist und auf konstant erfolgreichem Niveau seine Leistungen abliefert (22 Spiele, 6 Tore, 6 Vorlagen). Gegen Werder war Kruse einer der auffälligsten Spieler auf dem Platz. Wenn man so will ist Max Kruse auch die Antwort auf die Frage, was Werder Bremen und den SC Freiburg momentan unterscheidet: Kruse wurde in Bremen ausgebildet, in der A-Mannschaft jedoch nicht berücksichtigt und 2009 ablösefrei an den FC St. Pauli abgegeben. In Freiburg kommt er zum Einsatz und beweist seine Qualitäten – wie bei seinem Tor gegen den Ex-Klub aus Bremen.

Stefan Kießling
Stefan Kießling ist mit 15 Toren und neun Vorlagen der Topscorer der Liga. Auch gegen den FC Augsburg gelangen ihm ein Treffer und ein Assist. Wenn Jogi Löw weiterhin die Augen verschließt, werden wir vor dem Brandenburger Tor demonstrieren. Wir werden laut und wütend sein, denn unser Anführer heißt: Martin Max.

Mario Mandzukic
Wir haben uns ein bisschen in dieses Fallrückziehertor verliebt und prompt versucht, es auf einem vereisten Berliner Ascheplatz nachzustellen. Doch es klappte nicht, also entschieden wir uns, nur den Jubel zu imitieren. Weil das ebenfalls ziemlich beschissen aussah, verließen wir den Platz unter dem Gespött der anwesenden zwölf- oder dreizehnjährigen Nachwuchskicker von Hertha Zehlendorf oder den Reinickedorfer Füchsen. Kein schöner Tag.

Jens Keller
So weit ist es: Bei Schalke 04 freut man sich heutzutage über einen Punktgewinn gegen Mainz 05. Für Jens Keller bedeutet dieser jedenfalls ein paar Tage mehr im Haifischbecken Gelsenkirchen. Die Jobgarantie, von Horst Heldt vorletzte Woche vergeben, wurde jedenfalls unlägst wieder aufgehoben. Vor dem Spiel gegen Mainz antwortete Heldt auf die Frage, ob Keller bei weiteren Niederlagen noch Trainer auf Schalke sei: »Ich beschäftige mich mit der Situation, wenn es so weit ist.« Klingt irgendwie anders als: »Jens Keller wird am Ende der Saison Trainer sein.«

Michel Bastos
Der Brasilianer hat Jens Keller am Wochenende den Job gerettet. Drei Tore in drei Spielen sind eine stolze Bilanz. Doch was jetzt folgt, ist eine andere Hausnummer: Schalke 04 muss im Champions-League-Achtelfinale zu Galatasaray in die Hölle von Istanbul. Dort warten Wesley Sneijder und Didier Drogba. Entspannung sieht anders aus.

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