Die Dienstagskolumne: Holocaust

Atemloser Meinung-Taumel

Bereits in der vergangenen Saison erklärte uns der Ur-Londoner Titus Chalk die Premier League in seiner Muttersprache. Mittlerweile serviert uns Sir Chalk »alles auf meine Version der herrliche deutsche Sprache.« Heute: Wenn sich der mediale Orkan im Ton vergreift ... Die Dienstagskolumne: Holocaust

Die 11FREUNDE-Dienstagskolumne: Jeden Dienstag machen sich  Lucas Vogelsang, Titus Chalk und Frank Baade im Wechsel Gedanken über den Fußball, die Bundesliga und was sonst noch so passiert. Wenn uns der heutige Kolumnist Titus Chalk nicht gerade die englische Fußballkultur erklärt, schreibt er für FourFourTwo, expertet für die Deutsche Welle oder trinkt zu viele Pints in seinem Lieblingspub.


Die Titus-Fussballing-Eng-zyklopädie: Holocaust
Seit 20 Jahren verkauft Sky Sports dem Fussball-süchtigen englischen Publikum Abo nach Abo nach Abo. Ihr Rezept ist einfach: Aus jedem Spiel ein Event machen. Und das bedeutet immer mehr Gas beim Marketing zu geben, an jedem epischen Montage die Indie-Tonspur lauter zu machen, und natürlich immer mehr Experten und ehemaligen Spieler ins Studio einzuladen, zum quatschen, schnacken und quasseln. Die Berichterstattung der Premier League ist atemlos geworden und der Meinung-Taumel ausser Kontrolle. Es kann in so einer Stimmung zur Gefahr kommen, wenn die Gehirne von Denker so wie Ex-Stürmer Tony Cascarino überheizen.

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Der Mund öffnet sich. Die Augen werden glasig. Wasserdampf kommt aus den Ohren. Und plötzlich werden an Millionen von Zuschauer solche Weisheiten gesendet: »Poor Armando Traoré at right-back«, sagte Cascarino Sonntag, während Manchester United demütigte Arsenal mit 8-2. »He’s having a Holocaust...«  

Ego der Woche: Garry Cook (Manchester City)

Der Geschäftsführer der Citizens lebt deutlich eine Midlife-Krise und glaubt eigentlich einen gewieften schwarzen »Player« zu sein, der Spieler auf Manchesters bösen Strassen kauft und verkauft – genau wie die Strichjungen der Amerikanische Serie »The Wire« Drogen in Detroit dealen. Seine Fantasie ist diese Woche prekärerweise in die Realität gerutscht aber, als er der neuen Rekrut Samir Nasri vor der Kameras gegrüsst hat. »How are you, brother?«, sagte er, ohne ein Körnchen Ironie.

Instant-Krise: Arsene Wenger (Arsenal)

Nach der Slapstick-Leistung seiner Mannschaft bei Old Trafford stand der Arsenal-Trainer unter Druck – seine Lage sah nach dem Spiel so schlimm aus, dass sogar seine ehemalige Nemesis Sir Alex Ferguson musste ihn schützten. Wengers Lage soll aber vor dem Ende des Transferfensters sich verbessern – er hat nach allem mehr als €70 Millionen in seinem Girokonto für neue Spieler.

Störende Statistik: 312
Der Swansea-Verteidiger Alan Tate hat durch 10 Saisonen 312 Mal für seine Mannschaft gespielt. Er werde dennoch für sein nächstes Spiel warten mussen, weil er am Wochenende sein Bein gebrochen hat. Hat er das in einem wütenden Zweikampf getan? Nein: Er ist sondern aus einem Golfwagen gefallen. Die Spieler von heute...

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