Toni Kroos Wenn er Maß nimmt, möchte man nicht zwischen Ball und Ziel stehen. Das mittlerweile renommierte Doppelsechs-Mitglied hatte auch gestern einige gute Situationen. Etwa einen Pfostenschuss oder die große Chance zum 5:3 kurz vor Ende der Partie. Und, ach, wie schön wäre dieses Tor gewesen? Wir hätten uns sämtliche Kaffee-Küchen-Kantinen-Experten-Gespräche ersparen können. Doch dann schlenzte Kroos den Ball Andreas Isaksson in die Arme. Und jetzt haben wir den Salat. Für alle, die heute noch produktiv sein möchten, hier ein Tipp, wie man sich nicht in dreistündige Gespräche verstrickt:
»Hast du das Spiel gestern gesehen?« »Nein!« Thomas Müller Das müllersche Hakenschlagen in der Offensive ist für das deutsche Spiel fast unersetzlich. Zwar wissen weder seine Mitspieler noch er so genau, wohin die wilde Fahrt gehen wird, aber am Ende steht meist eine Torchance. Leider fehlt dem bayrischen Wirbel mal ein echtes Erfolgserlebnis. Und leider verlor er beim kollektiven Verwirrspiel gestern zu viele Bälle. Einer leitete direkt das 1:4 ein.
Mario Götze Kam in der 67. Minute für Müller, dengelte ein bisschen mit dem Ball herum und hätte liebend gerne ins Hacke-Spitze-Einszweidrei der deutschen Offensive eingestimmt – doch das war zu dem Zeitpunkt bereits abgeschlossen. Merkte er zu spät. Dumm nur: Da stand es bereits 4:4!
Mesut Özil War an der vielleicht besten Kombination der deutschen Fußballgeschichte beteiligt. Reus passte im Strafraum auf Özil, der mit einem – wir entschuldigen das Wort – »No-Look-Hacken-Pass« in die Gasse auf Müller weiterleitete. Dass Müller dann vergab, war fast Nebensache – wir lagen eh schon mit dem Rücken auf dem Boden und zuckten wie ein epileptischer Käfer. Ansonsten: Ein feines Tor, viel Außenristzauberei und andere Wunderstafetten, bei denen wir uns schon beim Zugucken die Beine brechen. Mesut, wir lieben dich! Ein bisschen.
Marco Reus War spielfreudigster Spieler auf dem Platz. Von ihm gingen vor allem in der ersten Hälfte fast alle spektakulären Aktionen aus. Tauchte dann allerdings nach dem 4:0 ab und wurde zum richtigen Zeitpunkt ausgewechselt. Einer der klaren Punktsieger des Abends.
Miroslav Klose Mit zwei Toren der Beinahe-Matchwinner der Partie. Er ist jetzt nur noch einen Treffer von Gerd Müllers Torrekord entfernt ist. Die Fans feierten ihn schon vor der Halbzeitpause. Doch dann kamen Lustig, Elm, Ibrahimovic, Elmander – und auch Klose tauchte unter.
Lukas Podolski Der englische Held durfte noch fünf Minuten mitspielen. Zeugen berichten von einer Ballberührung.