31.05.2012

Die DFB-Auswahl vor dem Spiel gegen Israel

Ein Test ist ein Test

Im letzten Testspiel vor der Europameisterschaft tritt die deutsche Nationalmannschaft heute Abend gegen Israel an. Während das Volk schon murrt und an der wahren Stärke der Elf zweifelt, bleibt der DFB-Tross ganz gelassen.

Text:
Stefan Hermanns
Bild:
Imago

Der israelische Fußball-Verband hat im vergangenen Jahr einen perfiden Spionageangriff auf die deutsche Nationalmannschaft gestartet. Die Israelis schleusten ihren Mitarbeiter Eli Guttmann in deren Epizentrum. Guttman hielt sich drei Tage in Hamburg auf, wo Bundestrainer Joachim Löw sein Team auf das Spiel gegen Holland vorbereitete. In ihrer grenzenlosen Naivität gewährten die Deutschen dem Gast aus Israel vollen Einblick in die Abläufe der Mannschaft. »Er war bei den Trainingseinheiten dabei und hat relativ viel von unserer Denkweise und unserer Philosophie erfahren«, hat Löw berichtet. Anderthalb Monate nach seinem Aufenthalt in Hamburg wurde Guttman dann zum neuen Nationaltrainer der israelischen Nationalmannschaft befördert, die heute (20.30 Uhr, live in der ARD) in Leipzig auf Deutschland trifft.
Die Deutschen nehmen den Wettbewerbsvorteil, den sich die Israelis erschlichen haben, denkbar gelassen hin. „Man sollte nicht zu viel erwarten von solchen Tests“, sagt zum Beispiel Philipp Lahm. Die allgemeine Aufregung, die sich am dürftigen Auftritt bei der 3:5-Niederlage in der Schweiz entzündet hat, wird bei der Nationalmannschaft zwar registriert, aber nicht überbewertet. Am allerwenigsten lässt sich Löw von der anschwellenden Hysterie irritieren, auch wenn er in Leipzig einen hartnäckigen Gegner erwartet, der sich vermutlich nicht mit 7:1 wegfegen lässt wie beim letzten Duell vor zehn Jahren. „Ein gutes Ergebnis wäre wünschenswert“, sagt Löw. Mehr aber auch nicht. Für den Bundestrainer ist das Spiel gegen Israel, den 58. der Weltrangliste, vor allem ein weiterer Test, der ihm die Chance eröffnet, noch einmal etwas auszuprobieren. „Das wird mir letzte Aufschlüsse geben“, sagt er.

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