14.06.2012

Die deutschen Spieler in der Einzelkritik

Des Kaisers neue Leiber

Mats Hummels ist der neue Kaiser Franz, Manuel Neuer noch immer Manuel Neuer und Bastian Schweinsteiger bald schon wieder Schweini. Die deutschen Spieler in der Einzelkritik.

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Manuel Neuer
Der Mann hat einen Ruf. Laufen Stürmer, ob aus Holland, Portugal oder vielleicht auch Spanien, auf Manuel Neuer zu, dann müssen sie unwillkürlich ans Scheitern denken. Das tut keinem Stürmer der Welt gut. Auch nicht Robin van Persie, dem immerhin besten Angreifer der abgelaufenen Premier-League-Saison. Zwar gelang ihm ein Tor gegen Neuer (der den Ball erst spät sah, der Buxe von Kollege Badstuber sei Dank), aber ansonsten sah man ihm die Gedanken an die Scheiterei deutlich an. Und Neuer? Blieb wie immer cool wie ein Eiszapfen. Bis auf den Strahl von Wesley Sneijder. Das entlockte dem Bayern-Keeper doch immerhin ein unhörbares »Meine Fresse!«

Jerome Boateng
Sah spät die gelbe Karte wegen Spielverzögerung und fehlt deshalb gegen Dänemark. »Gina-Lisa hat schon ein Schönes-Wochenend-Ticket nach Polen gebucht!«, lachten denn auch gleich die Radiomoderatoren heute Morgen. Haha. Jetzt reicht´s: Scheiß auf Gina-Lisa, scheiß auf Germanys Next Topklappergestell, scheiß auf Mode überhaupt. Jetzt ist EM! Und da wird Boateng gegen Dänemark definitiv fehlen. Verdammt!

Mats Hummels
»Gewann 101 Prozent seiner Zweikämpfe«, schreibt unser Kollege Stefan Herrmanns vom Tagesspiegel. Wir haben noch einmal nachgerechnet, Herrmanns irrt. Es waren 102. Hummels wird seinem Vorbild Kaiser Franz immer ähnlicher. Führt den Ball so lässig am Fuß wie Shaft die Knarre an der Hüfte, ist seinen Gegenspielern körperlich meistens überlegen und wenn er mal Lust hat, so wie gegen Holland Anfang der zweiten Halbzeit, dann tänzelt er mit großen Schritten über den Platz und schießt beinahe ein Tor. Wenn Hummels jetzt noch seine Interviewsätze mit »Ja, gut, ähhh...« beginnt, mit einer unbekannten Brasilianerin ein Kind zeugt und anschließend mit einem milden Urteil (»Ja, gut, ähh, der liebe Gott liebt alle seine Kinder!«) die erhitzten Gemüter beruhigt, bekommen wir langsam Angst.

Holger Badstuber
Früher war es doch so: Die Holländer hatten (bis auf wenige Ausnahmen) die gut gelaunten Schönspieler in ihren Reihen, während wir versucht haben, ihnen die gute Laune mit ein paar saftigen Grätschen auszutreten. Heute spielen Özil, Schweinsteiger und Müller, allesamt gut gelaunte Schönspieler, für Deutschland und bei den Holländern gibt es grimmige Gestalten wie Mark van Bommel oder Nigel de Jong. Nur gut, dass es Holger Badstuber gibt. Der wirkt zwar immer noch etwas milchig im Gesicht, scheint aber von gleichem Schrot und Korn zu sein, wie seine Ahnen Kohler, Schwarzenbeck, Liebrich und Co.. In das letztlich blutige Kopfballduell gegen Arjen Robben stieg Badstuber einfach mit den Schneidezähnen. Folge: Robben blutete, Badstuber nicht.

Lahm bis Bender

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