Die Deutschen bei Inter Mailand

Jurgen! Jurgen! Klinzeman!

Werders Champions-League-Gegner Inter Mailand ist der deutscheste aller italienischen Klubs. Denn seit Horst Szymaniak 1963 ist er stark von Bundesliga-Spielern geprägt. Wir erinnern an die Legionäre in der Lombardei. Die Deutschen bei Inter Mailand

Schon im Gründungsjahr 1908 macht der »Football Club Internazionale Milano« seinem Namen alle Ehre. Der erste Kapitän der neugegründeten Mannschaft war - nein, kein Deutscher, aber immerhin deutschsprachig: Der Schweizer Hermann Xavier Marktl spielte zwei Jahre für Inter Mailand und erfüllte den Wunsch der Vereinsgründer, internationale Spieler genauso zu akzeptieren wie italienische.

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Bis der erste deutsche »Starspieler« zu Inter kam, verging noch viel Zeit: 1963 wechselte Horst Szymaniak vom CC Catania nach Mailand und gewann auf Anhieb den Europapokal der Landesmeister. Der defensive Mittelfeldspieler, der seine Wurzeln im Ruhrpott hatte, war zu diesem Zeitpunkt einer der Auslandspioniere für deutsche Spieler. Sein Wechsel zu Inter fiel zudem in die Blütezeit der »Nerazzuri«, in die Zeit, in der die Mannschaft nur als »La Grande Inter« betitelt wurde. Der Ölmagnat Angelo Moratti war 1955 Präsident des Vereins geworden und hatte zusammen mit Trainer Helenio Herrera eine Mannschaft geformt, die die erfolgreichste Zeit des Vereins herbeiführen sollte.

»Uns« blieb lieber beim HSV

Auch Uwe Seeler hätte Teil der Mannschaft werden können, die in vier Jahren dreimal in ein Europapokalfinale einzog und zwei Mal als Sieger vom Platz ging, die ab der Saison 1961/62 in den folgenden sechs Jahren die Meisterschaft nie schlechter als auf Platz 2 beendete und drei Titel gewann. Eine Mannschaft, die als eine der besten der Welt galt. Doch Seeler, dem ein Millionenangebot unterbreitet und eine Villa versprochen wurde, lehnte ab und wurde in Hamburg zum gefeierten Helden »Uns Uwe«. Szymaniak blieb nur ein Jahr bei Inter, da er in dieser starken Elf nur sporadisch eingesetzt wurde.

Ähnlich erfolgreich wie in den 60er Jahren war Internazionale erst wieder, als Ende der 80er drei deutsche Spieler die italienische Liga aufmischten. Zuvor waren Hansi Müller (von 1982-1984) und Karl-Heinz Rummenigge, der 1984 als Bundesliga-Torschützenkönig zu den Lombarden gewechselt war, relativ erfolglos, zumindest ohne Titel, geblieben. Rummenigge schoss in 64 Spielen aber immerhin 24 Tore, Hansi Müller in 48 Partien neun.

Auch danach setzte Inter Mailand weiter auf Legionäre aus Deutschland. Ein Jahr nachdem Rummenigge den Verein verlassen hatte, verpflichtete Inter-Trainer Giovanni Trapattoni die beiden Bayern-Stars Lothar Matthäus und Andreas Brehme. Beide wurden in Mailand zu Weltstars und sorgten dafür, dass italienischer Fußball in Deutschland mediale Beachtung fand. Insbesondere Lothar Matthäus gilt heute noch als einer der besten Spieler, die Inter jemals hatte, und wurde von den Fans auf Platz sieben der ewigen Bestenliste Inter Mailands gewählt.

Inter gewann 1989 nach der Verpflichtung der beiden Deutschen erstmals nach neun Jahren wieder die Meisterschaft und stellte dabei einen bis heute gültigen Rekord von 58 Punkten aus 34 Spielen auf (vor der Dreipunkteregel!). Zusammen erzielte das Duo dabei zwölf Tore.

Mit der Verpflichtung von Jürgen Klinsmann war die deutsche Achse im Spiel von Inter Mailand perfekt. Klinsmann war es zwar nicht vergönnt, einen italienischen Meistertitel zu gewinnen (was vor allem an Diego Maradona und Gianluca Vialli lag, die ihre Teams SSC Neapel und Sampdoria Genau jeweils zum Titel führten), dafür holte das Trio 1991, 26 Jahre nach dem letzten internationalen Erfolg der »Nerazzuri«, durch ein 2:1-Erfolg über Rudi Völlers AS Rom aber den UEFA-Pokal nach Mailand.

Im Jahr zuvor war Lothar Matthäus als erster Inter-Spieler zum Weltfußballer des Jahres gewählt worden - vor Salvatore Schillaci und seinem Freund Andreas Brehme. Dank seiner drei Inter-Legionäre kam es bei der WM 1990 in Italien zu der unvergessenen und nie wieder da gewesenen Situation, dass italienische Zuschauer die deutsche Nationalmannschaft bei ihren Auftritten im Guiseppe Meazza-Stadion frenetisch unterstützten und bis ins Halbfinale peitschten.

Als die drei deutschen Spieler 1992 gemeinsam den Verein verließen, ging eine Ära zu Ende. Allein Matthias Sammer versuchte 1992 noch einmal, die deutschen Fahnen bei Inter hochzuhalten, doch sein Aufenthalt war bereits nach einer halben Saison mit elf Spielen und vier Toren beendet.

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