Die Bundesliga-Vorschau: Schalke 04

10.000 Mark in die Musikbox

Keine Kohle auf der Bank, kein Raul auf dem Platz – egal, wir haben Holtby und Draxler. Schalke 04 kleckert bei den Einkäufen und klotzt bei den Ticketpreisen. Und zwei Jungstars wollen das Vertrauen zurückzahlen.

Das ist neu: Die Eintrittskartenpreise wurden auf Schalke mal knackig erhöht, was zu Protest in der Fanszene führte. Im letzten Saisonspiel hing ein Plakat auf der Tribüne: »Freitag Bausparvertrag auflösen, Samstag auf Schalke.« Unerreicht der Kommentar eines Fans zum Boss Clemens Tönnies: »Hat nicht jeder eine Fleischfabrik zu Hause.« Ansonsten neu im Team: Tranquillo Barnetta und Roman Neustädter sowie vielversprechende Talente aus der Jugend wie Sead Kolasinac. Die A-Jugend wurde in diesem Jahr Deutscher Meister – und das können nicht viele Schalker von sich behaupten.

Das fehlt:
Er war einer der Größten, die Schalke je hatte. Von seinen Taten werden sie auf Schalke noch lange sprechen, in kürzester Zeit wurde er zum Idol. Doch im Sommer hieß es unter Tränen Abschied nehmen. Die Frage bleibt: Wer soll ihn ersetzen? Wie auch immer, Hans Sarpei ist nun fort und verdingt sich als »Social-Media-Berater«. Außerdem weg: Raul. Und Schober, Hoogland, Kluge. Und Deac. Und all die anderen, die Felix Magath seinerzeit zu einer großen Party eingeladen hatte. Horst Heldt soll heute noch völlig überraschend Spieler auf dem Vereinsgelände finden, die schon lange als verkauft gemeldet worden waren.

Das fehlt nicht:
Ein lustiges Einzeltrainingslager in Homburg. Während andere Spieler an der Cote d'Azur ausspannten oder durch Ibiza flanierten, schob Lewis Holtby Extraschichten beim FC Homburg-Saar. Nicht ohne Grund also prophezeien Experten ihm und seinem Kollegen Julian Draxler in dieser Saison den großen Durchbruch. Draxler war derweil auch nicht untätig und hat sein Fach-Abitur gebaut.

Wenn diese Mannschaft ein Satz wäre, dann dieser:
»10.000 Mark? Lachhaft. So viel schmeiß ich jeden Tag in die Musikbox« (Marius Müller-Westernhagen als Theo gegen den Rest der Welt). Zwar ist Theo Fan von Westfalia Herne und verpasst das Spiel gegen Schalke, weil er seinen LKW finden muss, doch seine Sprüche passen zum S04. Um einen derart großen Schuldenberg anzuhäufen, müssen sie auf Schalke schon einige Male in die Musikbox geschmissen haben. Und zwar traditionell von Günter Siebert über Günter Eichberg bis Felix Magath. Der chronisch blanke Theo nimmt es jedenfalls nacheinander mit den Großen auf – welch ein Vorbild für Holtby & Co!

Das 11FREUNDE-Orakel: Der Weggang von Raul könnte Fluch und Segen zugleich sein. Die Mannschaft ist eingespielt und besitzt in der Offensive Klasse, in der Defensive fehlte zuletzt die Beständigkeit. »Von daheraus ist alles möglich«, würde Trainer Huub Stevens sagen. Die Plätze drei bis fünf sind drin.

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