Die Bundesliga-Vorschau: SC Freiburg

Spanisches Streichorchester

Redet man vom SC Freiburg, kommt man um Christian Streich nicht herum. Der Coach gilt wider Willen als Shootingstar der Trainerszene. Dabei haben die Breisgauer vor der Saison 2012/13 noch mehr zu bieten.



Der ist neu: Ezequiel Calvente Criado. Lange Zeit rissen sich die Freiburger auf dem Transfermarkt nur Spieler unter den Nagel, die in etwa so exotisch waren wie ein Leberwurstbrot. Doch dann trudelte der 21-jährige Mittelfeldspieler von Betis Sevilla zum Probetraining ein und überzeugte. Spanien liegt gewiss nicht am anderen Ende der Welt, doch für den beschaulichen SC ist die Verpflichtung von Calvente Criado, der sogar schon Erfahrung in der Primera Division gesammelt hat, ein Meilenstein: Er ist der erste Spieler von der iberischen Halbinsel, der das Trikot des SC Freiburg trägt.

Das fehlt: Ein Topstürmer. Auch wenn in der Vorsaison die Rückserie ohne Pappis Cissé besser lief als die Hinserie mit dem Senegalesen, fehlt der Torjäger dem SC auf Dauer. Sebastian Freis und Erik Jendrissek sind zwar immer mal wieder für einen Doppelpack gut, doch das kontinuierliche Torschießen lag ihnen bisher nicht . Garra Dembelé wurde bereits 2011 als potenzieller Cissé-Nachfolger verpflichtet, schoss bisher aber erst einen Treffer in 16 Spielen.



Das fehlt nicht: Aufmerksamkeit. Für die sorgt Freiburgs Coach Christian Streich wider Willen. Er wird auch weiterhin zum Shootingstar der Trainerzunft hochgepusht, weil er weniger hochdeutsch spricht als seine Kollegen und überhaupt mit dem Glanz und Glamour des modernen Fußballs nicht viel anfangen kann. Eine Saison wird Streich damit noch leben müssen, bevor der Hype vielleicht wieder etwas abebbt.



Wäre diese Mannschaft ein Satz, dann dieser: »Ruhm hat eine Halbwertszeit von 15 Minuten. Schande lebt etwas länger.« Al Pacinos Weisheit aus  »The Insider« mag im Zusammenhang mit SC überzogen klingen. Die starke Rückrunde der Freiburger mit der nicht mehr für möglich gehaltenen Rettung ist jetzt jedoch nicht mehr viel wert. Ein möglicher Leistungsrückfall wäre vielleicht keine Schande, doch zumindest äußerst bitter.



Das 11FREUNDE-Orakel: Steigt Freiburg ab, bleibt es im Breisgau dennoch ruhig. Von daher ist Druck im Vergleich zu anderen Teams gering. Doch dazu wird es nicht kommen. Streich hat im Winter etliche Talente hochgezogen, die großen Anteil am Klassenerhalt hatten. Der Fußball ist zwar oft gemein, doch dieses Konzept wird er nicht bestrafen. Freiburg rettet sich am drittletzten Spieltag.

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