Die Bundesliga-Vorschau: FC Bayern

Die Schönen aus dem Süden

Findet Bastian Schweinsteiger zu alter Form zurück? Kommt Javier Martinez? Lässt Jupp Heynckes tatsächlich nur mit einem Stürmer spielen? Und warum ist Tom Starke eigentlich da? Die Vorschau auf den Rekordmeister.

Der ist neu: Die neuen dicken Fische heißen: Mario Mandzukic, Claudio Pizarro, Dante, Xherdan Shaqiri und Matthias Sammer. Klammheimlich wechselte allerdings auch ein Torhüter zum FC Bayern, dem die ganz große Karriere bislang versagt blieb. Der Mann heißt Tom Starke, ist 31 Jahre alt und spielte zuvor beim MSV Duisburg, SC Paderborn, zuletzt bei 1899 Hoffenheim. Dort sah er keine Perspektive mehr, weil mit Tim Wiese eine neue Nummer eins verpflichtet wurde. Beim FC Bayern gibt es auch eine Nummer eins, doch Starke sagt: »Wenn ich irgendwo die Nummer zwei sein will, dann nur beim FC Bayern!« Ein integerer und verlässlicher Spieler. Quasi der neue Hans-Jörg Butt.

Der fehlt:
Javier Martinez. Dabei hören wir immer noch die nie gesprochenen Worte von Uli Hoeneß: »Ich werde ihm ein Angebot machen, das er nicht ablehnen kann.« Die Bayern sind tatsächlich bereit, 40 Millionen an Athletic Bilbao zu zahlen. Das wären zehn Millionen mehr als vor drei Jahren für Mario Gomez. Martinez wäre somit der teuerste Spieler der Bundesligageschichte. Nur leider sind »die Leute in Bilbao sehr, sehr stur und nutzen offensichtlich alle Möglichkeiten aus, um den Transfer zu verhindern«. So beurteilt Hoeneß jedenfalls die aktuelle Situation. Athletic-Präsident Josu Urrutia soll momentan jeden Kontakt verweigern. Falls der Transfer in den nächsten Tagen doch noch über die Bühne gehen sollte, hier schon mal ein paar Infos zum Spieler: Javier Martinez wurde in Estella geboren, er ist 23 Jahre alt, 1,90 Meter groß und heißt mit vollem Namen Javier Martínez Aginaga. Er besitzt ein Restaurant mit dem Namen »Durban«, er war mal Unterwäschemodel. Seine Freundin heißt Maria Imizcoz, wenn man ihren Namen googelt, gelangt man auf eine Seite, die »Spanish WAGs« heißt. Dort gibt es Fotos von ihr, auf denen sie sich schminkt. Zurück zu Martinez: Er spielt gut Gitarre und sehr gut Basketball, er isst außerdem gerne Sushi. In Spanien wird er »Der Schöne aus dem Norden« genannt. Ein potenzieller P1-Stammgast. Was noch? Ach, ja, er kann wohl ganz gut Fußball spielen. Matthias Sammer sagt jedenfalls: »Er hat enorme strategische Fähigkeiten.« Nur wann, verdammt noch mal, wann endlich können wir all dieses Angeberwissen am Stammtisch raushauen?

Das fehlt nicht:
Konkurrenzkampf. Vorne hat Jupp Heynckes drei Stoßstürmer zur Verfügung: Mario Mandzukic, Mario Gomez und Claudio Pizarro. Im Mittelfeld streiten sich drei bis vier Spieler um die beiden Positionen auf der Doppelsechs. Zuletzt haben Toni Kroos und Luiz Gustavo gut harmoniert. Wenn Javier Martinez käme, würde das im Extremfall bedeuten, dass Bastian Schweinsteiger, den immer noch seine Sprunggelenksverletzung zu schaffen macht, nur noch dritte Wahl ist. Ja, genau, dieser Schweinsteiger. Der Big Boss, der Chef, das Cheffchen, Schweini. Kaum auszudenken! Schweinsteiger nimmt die Situation momentan gelassen. Nach dem Spiel in Regensburg sagte Schweinsteiger: »Ja, ich gehe gleich wieder zum Psychiater. Direkt aus dem Mannschaftsbus ins Max-Planck-Institut.« Das fehlt also auch nicht in München: Gags, die nach hinten losgehen.

Wenn diese Mannschaft ein Satz wäre, dann dieser:
»Mia san hia.« Seit der BVB in der Liga nahezu alles in Grund und Boden spielt und es in den vergangenen zwei Jahren vermutlich Phasen gab, in denen die Dortmunder doppelt so häufig auf der  »Bild«-Titelseite auftauchten wie der FC Bayern, buhlt der Rekordmeister um Aufmerksamtkeit. »Hallo, wir holen Matthias Sammer! Hallo, wir kaufen eventuell und vielleicht und ganz sicher einen Spanier für 40 Millionen Euro! Hallo, ist da jemand?« Ja, doch, wir sind hier. Und wir finden Euch großartig!

Das 11FREUNDE-Orakel: Weil Schweinsteiger zu alter Stärke zurückfindet, Martinez doch noch kommt und prompt einschlägt, Xherdan Shaqiri die verletzungsanfälligen Arjen Robben oder Franck Ribery großartig vertritt, Gomez am Fließband trifft und sich dann verletzt, Mandzukic danach am Fließband trifft und sich dann verletzt, Pizarro danach am Fließband trifft und dann die Saison vorbei ist – weil also alles anders und besser kommt, als man es jetzt erahnen kann, wird der FC Bayern wieder: Vizemeister. Herzlichen Glückwunsch jetzt schon mal.

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