23.08.2012

Die Bundesliga-Vorschau: Borussia Mönchengladbach

Erst kein Luuk, dann kam auch noch Pech hinzu

Endlich wieder Europapokal und dann das: Heimpleite gegen Kiew, Testalarm des Trainers und ein glückloser Rekordtransfer. Doch die Borussia aus Mönchengladbach lässt sich nicht beirren und setzt zum nächsten Höhenflug an. Mit Geier Sturzflug, aber ohne Jetlag.

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Das ist neu: Luuk de Jong kam als teuerster Transfer der Vereinsgeschichte zur Borussia, doch führte sich bei seinem ersten Auftritt vor eigener Kulisse gegen Kiew nicht gerade über die Maßen erfolgreich ein. Trainer Lucien Favre monierte das unglückliche Zusammenspiel de Jongs mit seinen Stürmerkollegen, zu allem Überfluss unterlief dem Niederländer noch ein Eigentor. In seinen Jahren bei Twente bewies der Stürmer allerdings mit 39 Toren in 75 Spielen, dass man mit einem solchen Nachnamen nicht nur als zähnefletschender Mittelfeldrowdy für Furore sorgen kann. Zudem zwingt sein Vorname die deutsche Presse zu Wortspielen der Kategorie  »Lucky Luuk«, »He has got the Luuk«, »Lucky Luuk schießt schneller als sein Schatten« »Luuk in der engen gegnerischen Abwehr finden«, »Sie hatten kein Luuk und dann kam auch noch Pech dazu« oder »Luuk und Betrug«. Mal schauen, wer als Erster in die Überschriftenfalle tappt: der Boulevard, der »kicker« oder am Ende doch wieder 11FREUNDE.

Das fehlt: Rückgrat. So zumindest hat es Lucien Favre ausgedrückt. Mit den Abgängen von Marco Reus, Roman Neustädter und Dante habe man Gladbach das Rückgrat genommen. »Das ist so, als würde Barcelona Piqué, Xavi und Messi abgeben«, klagte der Trainer. An Vergleichen mit dem FC Barcelona haben sie in Mönchengladbach mittlerweile ihre helle Freude, siehe die Videostreifen »Borussia Barcelona«. Doch man sollte es mit den Herleitungen aus Katalonien nicht übertreiben, Barcas Trainer trat schließlich vor der Saison sein Amt ab. Nicht, dass auch Lucien Favre auf fehlendes Rückgrat mit Rücktritt reagiert.

Das fehlt nicht: Streit mit Venezuela. Deren Nationaltrainer kündigte Konsequenzen für Gladbachs Juan Arango an, weil dieser sich für die Vorbereitung mit dem Verein und gegen Testländerspiele seines Heimatlandes entschieden hatte. Den Gladbachern kann es egal sein, schließlich zeigte sich der Mittelfeldspieler jüngst in blendender Verfassung – so ganz ohne Jetlag.

Wenn diese Mannschaft ein Satz wäre, dann dieser: »Besuchen Sie Europa, solange es noch steht.« Wer erinnert sich nicht an den NDW-Hit von Geier Sturzflug? In Zeiten der Politik- und Wirtschaftssorgen setzt die Borussia zur großen Sightseeing-Tour an. Da spielt es keine Rolle, ob in der Champions League oder in der Europa League – vielleicht nach Rotterdam, vielleicht nach Mailand. Teneriffa eine Woche Sandstrand ist schon gebucht.

Das 11FREUNDE-Orakel: »Wenn uns das vor ein paar Wochen jemand gesagt hätte, den hätten wir einliefern lassen.« Dieser Satz fiel sehr häufig in den letzten beiden Jahren rund um die Borussia. Vom sicheren Absteiger zum Champions-League-Aspiranten – diesem Klub ist alles zuzutrauen. Deswegen sagen wir trocken: Sie kommen in diesem Jahr unter die ersten 18! Schließlich wollen wir nicht eingeliefert werden.

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