Die Bolzen-Klubheimtour zu Gast in Düsseldorf

Treue Seelen und die Wiederauferstehung

Für die vierte Folge ihrer Klubheimtour reisten die Kollegen von »Bolzen« nach Düsseldorf. Sie sprachen mit Kultspieler Egon Köhnen, dem »Unsung Hero« Bernd Restle und Klubheimwirt Michael Krziwon über die goldenen Siebziger, den sportlichen und wirtschaftlichen Niedergang und die Wiederauferstehung.

BOLZEN

Bei keinem anderen Klub kann man die Geschichte so leicht in drei Sinnabschnitte einteilen wie bei Fortuna Düsseldorf - nämlich in die Goldenen Siebziger, den sportlichen und wirtschaftlichen Niedergang und die Wiederauferstehung. Obwohl der Klub jahrelang durch die Spielklassen mäanderte und Trainer um Trainer verschliss, gibt es erstaunliche viele Mitarbeiter, die lange ausgeharrt haben: etwa Geschäftsführer Paul Jäger (seit 1989), Zeugwart Aleks Spengler (seit 1990) - und Physio Bernd Restle (seit 1979).

Der ewig junge Mediziner wurde anfangs vom Trainerneuling Otto Rehhagel protegiert und hat die Berg- und Talfahrt auf der Ersatzbank miterlebt. Das besonders Bemerkenswerte: Er ist nicht weggegangen vom Flinger Broich, obwohl bei ihm zwischendurch auch mal Werder Bremen und Borussia Dortmund angeklopft haben.

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Einer der ganz großen Kultspieler der siebziger Jahre war in der Bundesliga Egon Köhnen. Der Verteidiger wurde nicht zuletzt deshalb in ganz Deutschland ein Begriff, weil er seine Haare als Jungprofi spektakulär überkämmte und dann schon mit 23 Jahren komplett oben ohne auf den Panini-Stickern glänzte.


»Wenn die Handballfrauen dabei waren, war es immer besonders interessant!« (Egon Köhnen)

Die kreativen Fortuna-Fans fassten ihre Liebe zu ihrem »Kampfschwein« in Worte und entwickelten den wunderbaren Sprechchor: »Egon Köhnen muss nicht föhnen«. Der Mann mit der Glatze kickte zusammen mit Zewe, Zimmermann und den Allofs-Brüdern. Er wurde zweimal Dritter in der Bundesliga, gewann zweimal den DFB-Pokal und spielte im Europapokal-Endspiel gegen den FC Barcelona. Seine Dienstzeit bei F95 dauerte unglaubliche 15 Jahre. Er ist so etwas wie der Charly Körbel der Fortuna und sagt in unserem Film: »Die Zusammenkünfte im Klubheim, auch mal ein Bier zu viel trinken, haben den Kopf wieder frei gemacht.« 


»Wir spielten in der 2. Bundesliga vor 1500 Zuschauern!« (Bernd Restle)

Michael Krziwon hat das Klubheim der Fortuna in schwierigen Zeiten übernommen, zuvor beherbergte es vorübergehend einen türkischen Kulturverein. Er hat es mit unzähligen Devotionalien verschönert und dafür gesorgt, dass wieder Vereinsleben stattfinden kann. Seit die erste Mannschaft wieder in der 2. Liga aufläuft, zeigt er die Spiele in der Bar95 auf der Großleinwand. Er selbst fehlt allerdings stets bei diesen gastronomischen Großereignissen.


»Die Lichter wären beinahe ausgegangen.« (Michael Krziwon)

Der Klubheim-Ultra weiß, wo er zu sein hat, wenn sein Klub spielt - im Stadion. Er war einer von den 300 letzten Fans, die den Traditionsverein auch noch in der 4. Liga begleiteten. Wie so viele in Düsseldorf hat er im Unterhaus reichlich Demut angespart und kann die Namen früherer Gegner immer noch fehlerfrei aussprechen, zumindest fast. Und jetzt: Film ab!



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