Die besten Wutausbrüche von Huub Stevens

»Halt die Klappe, Quatschkopp!«

Da hatten alle schon gedacht, Huub Stevens sei so handzahm wie Robert Redford in »Der Pferdeflüsterer«. Doch dann erlebte man im ZDF das große Comeback des Knurrers. Wir präsentierten die schönsten Ausbrüche von Stevens in einer Videogalerie. Die besten Wutausbrüche von Huub Stevens

Der Huubismus entstand 1996. Die Anhängerzahl der Bewegung stieg damals monatlich. In Trainingsanzügen gehüllt, murmelten die Huubisten das Mantra vor sich hin. »Die Null muss stehen«, »Wir tun alles zusammen«, »Wir brauchen jeden«. Um den Begründer rankten sich schnell Mythen, speziell über seine Angriffsfußball-Phobie und seine Herkunft. »Der Knurrer von Kerkrade« stammt wissenschaftlichen Erhebungen zufolge allerdings aus Sittard und die vielzitierte »Null« ist gar nicht die höchste Weihe des Huubismus.

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Viele hatten gedacht, dass Huub Stevens die Offensive im Fußball für eine nichtsnutzige, moderne Erfindung zur niveaulosen Bespaßung halte. So etwas wie Twitter. Doch schon 2000/01 spielte Stevens' Mannschaft atemberaubenden Fußball, er ließ sie gar mit fünf Offensiven antreten. Und im Jahr 2012, dem 16. Jahr der Glaubensrichtung, fiel der Mythos vom defensivfixierten Niederländer endgültig. Er wurde allerdings von einem anderen abgelöst: »Huub Stevens ist ein anderer Mensch geworden. Er knurrt nicht mehr.«

Den Schwiegersohn an den Lügendetektor

Der Knurrer aus Kerkrade, der gar nicht aus Kerkrade kommt, knurrt nicht mehr. Das war so, als hätte Helmut Schmidt das Rauchen aufgegeben. Stevens, der beizeiten einen so gestochen scharfen Blick aufsetzt, dass er Fahrzeuge in der 30er-Zone blitzen kann, soll die Gute-Laune-Posaune spielen. Stevens? Der Mann, der eigentlich für die Rolle des Robert de Niro in »Meine Braut, ihr Vater und ich« in Frage käme, weil man ihm zutraut, den angehenden Schwiegersohn vor dem Abendbrot an den Lügendetektor anzuschließen? Nicht zu glauben. Es fehlten nur noch Berichte von Tortenschlachten im Training und Karaoke-Pressekonferenzen.

Zum Glück ist dieser Mythos auch wieder ad acta gelegt. Das Fauchen ist zurück und Huub Stevens grätscht verbal wieder so dazwischen wie zu seiner Zeit als eisenharter Verteidiger. 2001 traute sich ein Journalist, die Frage zu stellen, ob Stevens' Team nicht zu vorsichtig gespielt habe. Stevens: »Für welche Zeitung schreiben Sie?« Journalist: »Ich bin freier Journalist.« Stevens: »Das kann ich mir vorstellen.«

Die Null muss fragen. Stevens mag ein paar Dinge geändert haben, aber er bleibt der Alte. Wir haben seine schönsten Ausbrüche im Video. Neue Ansätze im Huubismus: »Hör auf, du Quatschkopp«, »Vielleicht haben Sie ja Ihre Haare in den Augen« und »Quatsch ich hier gegen ein Mikrofon?«. Hat Potenzial.

Letzter Samstag in Mönchengladbach. Fehler des Journalisten: Das Wort »Abwärtstrend« fällt. Zustand Stevens auf einer Erregungsskala von 0-10: 6,5. Bisher scheint noch nicht geklärt, ob der ZDF-Mann irgendwo im Archiv noch defensivere Leute für Stevens gefunden hat. Vielleicht Yves Eigenrauch.



Viel deftiger fiel die Reaktion vor dem Europa League-Spiel gegen Larnaka aus. Fehler des Journalisten: Stevens falsch zu zitieren. Erregungsskala: glatte 8.




Auf der folgenden Seite: Stevens' Ausraster in Österreich.


In Österreich erreichte Stevens derweil häufiger seine Bestform. Ein Interview brach er sogar ab, meinte zum Abschied aber noch: »Guten Tag.« Fehler des Journalisten: Huub Stevens auf die verpasste Meisterschaft 2001 anzusprechen. Erregungsskala: 5,5.





Da war bei diesem Interview schon mehr Pfeffer drin. Stevens kam hinterher zu der Vemutung, dem Journalisten hätten die Haare in den Augen gelegen. Fehler des Journalisten: nach mehr Offensivleuten zu fragen. Stevens-Skala: 9.



Bleiben die beiden besten Szenen von Huub Stevens, die wir auf der Skala mit einer »10« bewerten. Auf der nächsten Seite.


Da ist sie, die glatte »10«. Huub Stevens trifft aus allen Lagen, genial: »Hör auf, du Quatschkopp«. Fehler des Journalisten: Interviews am Flughafen abgreifen zu wollen. Er musste wissen, was passiert. Man hätte zu gerne noch gesehen, wie das folgende Interview im Innenraum abgelaufen ist.




Hier ein Videoausschnitt aus vergangenen Zeiten. Stevens (nicht im Bild) schnauzt Pierre von Hooijdonk an, der nur lapidar auf Pier Tol verweist. Man fragt sich, wieso. Der niederländische Sender klärt auf und zeigt, wie Stevens im Jahr 1981 seinen Gegenspieler Pier Tol noch einmal beherzt über die Torauslinie tritt. Tol muss gelitten haben wie all die anderen Journalisten, die Stevens begegnet sind.

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