Die besten Schaaf-Sprüche

»Hast du'n nassen Helm auf?«

Thomas Schaaf hat seinen Vertrag bei Werder Bremen um zwei Jahre bis 2012 verlängert. In seiner schon zehnjährigen Amtszeit hat seine Unlust, blöde Fragen zu beantworten, herrliche Retourkutschen hervorgebracht. Hier die besten. Die besten Schaaf-Sprüche

Es war der 10. Mai 1999. Der Trainer von Werder Bremens zweiter Mannschaft hatte eine Vorahnung. »Ich glaube, die nehmen mich«, sagte damals Thomas Schaaf zu seinem Co-Trainer Thomas Wolter.

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Wolter war direkt klar, was sein Chef damit meinte. Denn nur einen Tag zuvor verkündete der damalige Cheftrainer der Profimannschaft des SV Werder, Felix Magath, völlig überraschend seinen Rücktritt. Und das ganze vier Spieltage vor Saisonende – die Mannschaft völlig verunsichert und mit Platz 15 mitten im Abstiegskampf.

Thomas Schaaf sollte mit seiner Eingebung Recht behalten und übernahm den krisengeschüttelten Klub, rettete ihn vor dem Abstieg und führte ihn noch im selben Jahr zum DFB-Pokal-Triumph gegen den FC Bayern.

10 Jahre Schaaf

Der neue Trainer blieb nicht, wie viele Experten vermuteten, nur eine Übergangslösung. Schaaf ist noch immer im Amt – am kommenden Sonntag feiert er sein zehnjähriges Trainerjubiläum. Damit ist er der derzeit dienstälteste Bundesliga-Coach und schickt sich an, den Rekord von Otto Rehhagel (14 Jahre, 1981 – 1995) und Winnie Schäfer (12 Jahre, 1986 – 1998) zu knacken.

Auf einen Meistertitel und zwei DFB-Pokalsiege darf der Erfolgstrainer zurückblicken, zudem spielte er mit seiner Mannschaft nach dem Meisterschaftsgewinn 2004 fünfmal in Folge in der Champions League.

Grund genug, um die besten Sprüche des oftmals murrigen und mit einem trockenen Humor gesegneten Trainer zu sammeln:

»Es kann nicht sein, dass ein Stürmer auf der linken Verteidigerposition spielen muss. Bis er wieder in der Spitze ist, ist es dunkel und das Flutlicht aus.«

»Zu kurz, wie immer.«
- auf die Frage, wie sein Urlaub war

»Wir haben ein sehr, sehr gutes Spiel gesehen, ein sehr, sehr gutes Derby. Vom Ergebnis her war es schlecht für uns.«
- nach der 1:2-Niederlage gegen den Hamburger SV am 14. Spieltag der Saison 2008/09

»Wir werden das eine oder andere ändern müssen – besonders die Ergebnisse.«
- trotz des 2:1-Siegs über den VfL Wolfsburg am 17. Spieltag der Saison 2008/09

»Wenn ich vorn alle laufen lasse, sind die hinten die ärmsten Schweine.«

»Ich bin genauso freundlich, höflich und zugänglich wie in all den anderen Jahren. Und genauso konzentriert.«

»Ich bin ja froh, dass Sie mich nicht schon nach einem Saisonrückblick fragen.«
- auf die Frage eines Reporters, ob er Bilanz ziehen könne – nach dem zweiten Spieltag

»Mein Wohnzimmer ist nicht so groß. Ich werde sicher mal hier und dahin laufen, aber immer mit Blick auf den Fernseher.«
- auf die Frage, wo er zur Beobachtung des Länderspiels unterwegs sein wird

»Wir haben zumindest die Zweikämpfe nicht verloren. Aber nur, weil wir nicht in sie hineingekommen sind.«

»Ich hätte ihn von der ersten Minute an vollgetextet und so in seiner Konzentration versucht zu stören.«
- auf die Frage, wie er Ailton früher selbst gestoppt hätte

»Das, was Toni macht, könnte man als bezahlten Urlaub bezeichnen. Er macht Urlaub und bezahlt dafür.«
- über den Brasilianer Ailton, der beim Trainingsauftakt unentschuldigt fehlte

»Ja, denn ich glaube ja auch an den Weihnachtsmann«
- auf die Frage, ob er mit einer rechtzeitigen Rückkehr Ailtons aus dem Urlaub rechne

Reporter fragt Schaaf, ob man Ailton nach seiner verspäteten Rückkehr aus dem Urlaub jetzt bestrafen müsse. Darauf Schaaf:  »Sie können ja auch nicht zu ihrem Kind sagen, so nu’ is’ Schluss, und jetzt helfe ich dir nicht mehr!«
Der Reporter darauf: »Und wie helfen sie ihm?«
Schaaf: »Indem wir ihn bestrafen!«

»Weil er gut Handball spielt.«
- auf die Frage, warum er Per Mertesacker gerne in Hamburg dabei hätte

»Wir können nicht täglich neue Wasserstandsmeldungen abgeben. Wenn er da ist, ist er da. Er ist groß genug, damit ihn alle sehen.«
- über seinen verletzten Spieler Per Mertesacker

»Die Vorrunde!«
- auf die Frage, was ihn optimistisch stimmt, dass Werder in der Rückrunde nicht wieder einbricht

»Ich glaube nicht, dass wir zwei das alleine schaffen.«
- auf die Frage eines kleinen Jungen, ob »wir in Köln gewinnen können«

»Ja, aber dann gehe ich in den Keller.«
- auf die Frage, ob es im harten Geschäft Bundesliga auch etwas zu lachen gibt

»Deswegen haben Sie mich ja heute eingeladen.«
- auf die Frage von Johannes B. Kerner, ob es stimme, dass er »dröge, mundfaul und unterkühlt« sei

»Sie müssen ja auch Alternativen haben, sie müssen ja tätig werden. Und deshalb müssen wir auch irgendwann planen können. Weil, Sie können ja auch nich' beigehen und zu einem Anderen sagen: Warte mal noch bis Juni. Und dann im Juni: Du, geht doch nicht. Dann sagt der auch: Du hast doch 'n nassen Helm auf!«

»Ein 25:0 wäre nicht schlecht.«
- auf die Frage nach seinem Wunschergebnis gegen Basel

»Natürlich wollen wir gewinnen. Wir fahren ja nicht hierhin, um nur lecker Nudeln zu essen.«
- vor dem Spiel gegen Udinese Calcio

»Glauben Sie, dass Werder auch gewonnen hätte, wenn Athen die Torschüsse nicht zugelassen hätte?«, fragte nach dem Spiel ein griechischer Reporter.
Thomas Schaaf: »Fußball ist so, dass man Tore schießen muss. Der Ball geht nicht von alleine rein. So viel Wind ist nicht bei uns im Stadion.«

Frage von Thomas Helmer an Thomas Schaaf (Thomas Doll ist auch zugegen): »Da wir nun hier drei Thomase haben, hab’ ich mir überlegt euch beide einfach mit Spitznamen anzusprechen. Bei Thomas Doll ist’s klar «Dolly«. Aber wie soll ich dich nennen, Thomas? Hast du einen Spitznamen? Plaudertasche oder so?
Darauf Schaaf: »Nein, ich habe keinen Spitznamen. Aber wenn du Lust hast, kannst du mich ja Lachsack nennen oder so.«

»Der eine sagt Hüh, der andere Hott. Und die Kutsche bleibt stehen.«
- auf die unterschiedliche Regelauslegung der Schiedsrichter angesprochen

»Von 30 Millionen Mark für Einkäufe in der Winterpause wie bei Bayern kann ich nur träumen. Und wenn, dann wache ich schweißgebadet auf.«

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