Die Analyse: Kaiserslautern gegen Köln

Am Ende ein Eckball

Die Analyse: Kaiserslautern gegen Köln

Sowohl die Lauterer, als auch die Kölner fielen in dieser Saison durch ihre schnelle, vertikale Spielweise auf. Die »Roten Teufel« suchen nach Ballgewinn am liebsten die Außen, von wo sie Flanken in den Strafraum schlagen. Die Geißböcke brauchen ebenfalls den schnellen Gegenstoß, um zu Torerfolgen zu kommen. Ein Drittel ihrer Treffer fiel bislang nach Kontern, kein anderes Team hat einen derart hohen Anteil. Kein Wunder, dass auch am Sonntag, als beide Mannschaften am Betzenberg aufeinander trafen, kein Team am Anfang viel riskierte – die Gefahr eines gegnerischen Gegenstoßes war zu groß.

köln

Nach einer zerfahrenen Anfangsphase bestimmte die umstrittene gelb-rote Karte gegen Ariel Borysiuk (42.) den weiteren Spielverlauf. Für Lauterns Defensive war sie zunächst einmal wenig relevant. Trainer Kurz zog durch die Einwechslung Kirchs (für Shechter) einen Stürmer aus dem 4-4-2 ins zentrale Mittelfeld, die zwei Viererketten blieben im 4-4-1 bestehen. Zwar konnten die Hausherren nun keine Pressingattacken mehr fahren und mussten sich weiter zurückziehen, ihre Raumaufteilung blieb allerdings unangetastet.

Kölner mit Ballbesitz, aber wenig Chancen

Durch die Beschränkung der Lauterer auf die Defensive waren nun die Kölner maßgeblich im Ballbesitz, viele Chancen konnten sie jedoch nicht kreieren. Hier kam die Kehrseite von Solbakkens System zum Vorschein: Sein 4-4-1-1 wird von den Spielern recht starr interpretiert, Positionswechsel oder überraschende Überladungen bestimmter Räume gibt es nicht. Beim schnellen Konter hat dies den Vorteil, dass die Spieler blind erahnen können, wo ihr Mitspieler zu finden ist. Andererseits können gut sortierte Gegner die meisten Spielzüge der Kölner erahnen.

Nach dem Wiederanpfiff war zu erkennen, dass die Kölner es ihren Gegnern leicht machten: Die Verteidiger mussten nur ihren direkten Gegenspieler ausgucken und ihn stellen. Auf allen Positionen entstanden klare Eins-gegen-Eins-Duelle, die die kämpferisch starken Hausherren meistens für sich entschieden (55% gewonnene Zweikämpfe).

Zu wenig Anspielstationen für die kreativen Kölner

In der Zentrale beschränkte dies die Mittel der kreativen Köpfe Martin Lanig (mit 80% Passgenauigkeit leicht unter dem Teamschnitt – ungewöhnlich schwach für einen Sechser) und Jajalo (mit knapp 70% hatte er den schwächsten Passwert seines Teams). Sie litten unter zu wenigen Anspielstationen. Pässe hinter die Abwehr, sonst die Stärke der Kölner, waren gegen die tiefstehenden Teufel nicht möglich.

Ihnen blieb nur der Weg über die Außen. Nicht umsonst hatten die meisten Ballkontakte bei den Geißböcken die Außenverteidiger Sereno (91) und Eichner (77). Jedoch kamen zu wenige Flanken in den Strafraum, gerade die linke Seite blieb einiges schuldig (nur zwei von insgesamt zehn Flanken kamen von hier). Aus dem Spiel heraus konnte die enge Verteidigung der Lauterer nicht geknackt werden. Es war ein Kopfballtreffer durch den eingewechselten Roshi nach einer Standardsituation, die Köln auf die Siegerstraße brachte (72.).

Auch Tifferts Flanken von Außen halfen Kaiserslautern nicht

Lautern musste reagieren und brachte einen weiteren Stürmer. Das System änderten sie in ein 4-3-2, Tiffert ging nun vermehrt nach Außen und brachte seine Flanken in den Strafraum. Die Unterzahl der Lauterer war im Spiel nach vorne jedoch eine zu große Hypothek, es fehlten die Anspielstationen für das schnelle Spiel nach vorne. Am Ende konnten sie nach der durch Unterzahl erzwungenen Totaldefensive den Schalter nicht mehr auf Offensive umlegen.

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