18.12.2013

Die 50 mächtigsten Männer des Fußballs, Plätze 40-31

Der lebende Superlativ

Wo Leben ist, da ist auch Wille zur Macht, schrieb einst Friedrich Nietzsche. Warum sollte das im Fußball anders sein als im richtigen Leben? Für 11FREUNDE-Ausgabe #145 erstellten wir unsere Rangliste der 50 einflussreichsten Akteure des Weltfußballs. Hier die Plätze 40 bis 31.

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11FREUNDE
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40 _ Thomas Müller
Als Reporter Barney Ronay vom »Guardian« im April 2013 unter dem Eindruck des Bayern-Heimspiels gegen Juventus beschreiben sollte, was das Spiel des Thomas Müller ausmacht, zählte er zunächst auf, was Müller alles nicht ist. Kein Spielmacher wie Özil, kein überragender Techniker wie Leo Messi, kein Superstürmer wie Ibrahimovic. Sondern ein »Raumdeuter«, der Lücken sieht, wo sie kein anderer findet und sie mit sich selbst füllt, eine einzigartige Begabung im verdichteten Hoch­geschwindigkeitsfußball heutiger Zeit. »Raumdeuter« Müller hat den Begriff selbst geprägt. Es war ihm vielleicht bewusst, wie unprätentiös dieses Wort daherkommt und wie revolutionär es zugleich ist. Er verändert unseren Blick auf das Spiel. Grund­legend und für immer.

39 _ Herzog & De Meuron
Die Schweizer Jacques Herzog und Pierre de Meuron stehen stellvertretend für die immer größere Bedeutung der Stadionarchitektur. In Zeiten, in denen Fußball zum globalen Massenspektakel geworden ist, reicht es nicht mehr, einfach nur vier Tribünen zu mauern. Optisch der Knaller und technisch perfekt müssen die Stadien der Gegenwart sein. Mit der Münchner Arena und ihrer Schlauchbootoptik haben Herzog & de Meuron eines der spektakulärsten Fußballstadien der jüngeren Zeit geschaffen, außerdem gehen das Olympiastadion in Peking (»Vogelnest«) oder der St. Jakob-Park in Basel auf ihre Kappe. Ebenso gut könnten an dieser Stelle aber auch Norman Foster (New Wembley) oder Speer & Partner stehen, die gerade den Masterplan für die klimatisierten Stadien in Katar entwerfen. Das Genre boomt und wird weiter boomen.

38 _ Issa Hayatu
Auf die stolze Zahl von 25 Komitees kommt der afrikanische Fußballverband, dessen rätselhaftestes das der »Zonenrepräsentativen des Konsultativkomitees« ist. Das damit verbundene Tagungswesen in schicken Hotels zeigt, wie der alte Löwe aus Kamerun seine Leute seit mehr als einem Vierteljahrhundert bei Laune hält. Wer für ihn stimmt, hat schöne Reisen mitgebucht. Der 67-jährige Präsident hat alle voll im Griff und mit dieser Macht die Zahl afrikanischer WM-Teilnehmer von zwei auf fünf gesteigert. Demnächst sollen es vielleicht sogar noch mehr werden, was mehr Geld und mehr schicke Reisen bedeutet. Kein Wunder, dass keine Opposition in Sicht ist.

37 _ Massimo Bussacca
Bis zum Sommer 2011 gehörte der selbstbewusste Schweizer noch zu den weltweit renommiertesten Schiedsrichtern, als er überraschend vier Jahre vor der Zeit aufhörte. Das Ende seiner aktiven Karriere war aber nur der Beginn einer neuen, denn Bussacca wurde bei der FIFA zum »Chief of the World Referees«, also zum Weltschiedsrichterboss. Damit wird seither keine Frage, ob es um die Auslegung von Regeln und deren Durchsetzung geht oder um die Leistungen und Möglichkeiten von Referees auf internationalem Level, ohne den wichtigsten Schiedsrichterfunktionär der Welt diskutiert.

36 _ Andrea Agnelli
Ach, was waren das für Zeiten, als Serie-A-Klubs von mondänen Mäzenen geführt wurden. Doch Milan-Boss Berlusconi ist auf dem Weg in den Knast, Inter-Förderer Moratti hat seine Aktien verkloppt, Roma-Chef Sensi ist längst tot. Bleibt nur der Spross der Fiat-Dynastie. Aber während sein Onkel Gianni die Juve-Profis noch nach Gutsherrenart am Telefon aufs Match einschwor, gibt Andrea Agnelli den seriösen Chef, der statt gefühlsduseliger Finanzspritzen seiner alten Dame rationales Wirtschaften verordnet.

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