Die 11FREUNDE Blogschau (9)

Ein Grund zur Po-lemik

Nach einer glanzvollen, aber routinierten Länderspielpause ging die Bundesliga endlich in die neunte Runde. Mit im Ring: ein bärenstarker Podolski, Schalker Hass und ein Becherwurf in Mainz, den niemand mitbekommen hat. Die 11FREUNDE Blogschau (9)

Text der Woche

In Köln ist man nach dem Heimsieg gegen Hannover eigentlich vollends zufrieden und so heißt es beim FC-Blog dervierteoffizielle.de: »Der FC setzt sich mit 13 Punkten ein schönes Stück von unten ab, der Prinz entzückt wieder mit seiner linken Klebe und im Stadion wurde “dat Trömmelche” rausgeholt.« Dieser Kurz-Zusammenfassung folgt eine feine Spiel- und Spieler-Analyse, die nicht vergisst, auch genüsslich die Haare aus der Suppe zu fischen. So strapaziert Martin Lanig das Haupthaar des Autors und der Stadionsprecher dessen Nerven, »denn der Mann ist bei eigenen Toren ja ziemlich…nun ja…enthusiastisch. Was aber heute aus den Lautsprechern kam, ist mit Prügel alleine nicht mehr zu heilen. Da wird Michael Buffer ja bleich.« Die Schiedsrichter-Fehlentscheidung zu Ungunsten Hannovers wird anerkannt, aber voreingenommen-bockig kommentiert: »Was kümmert uns auch mal ein dreckiger Sieg?« Lesegenuss für alle - außer vielleicht den 96-Fans.

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Bester Spruch

»Und seit wann werden in Mainz BECHER GEWORFEN???? Da könnte man ja gleich Geldscheine werfen – die Plastikdinger kosten doch Pfand!!!«
Der 05erfanblog echauffiert sich über das sonst so friedliche Publikum im beschaulichen Mainz, das nach der Heimniederlage gegen Augsburg auf die Barrikaden geht.

Fundstück des Spieltags

Die Spaßvögel bei SKY sind immer zu für einen Scherz gut. Nachdem Marcel Reif bereits letzte Saison durch gezielte Wortwahl aus dem Off glänzte, vergaß dieses mal ein Kommentator aus der Konferenz, sein Mikrofon auszustellen und rülpste dem Kollegen Martin Groß sauber in die Parade. Mahlzeit!

Kontroverse

Als Markus Merk Samstagmittag als TV-Experte in Richtung Gelsenkirchen fuhr, war ihm vermutlich bereits klar, was ihn erwarten würde. Denn es war Merk, der den Bayern am letzten Spieltag der Saison 2000/2001 in Hamburg die Chance gab, durch einen umstrittenen Freistoß den Ausgleich in der Nachspielzeit zu erzielen und damit aus einem königsblauen Meister einen Meister der Herzen machte. Dementsprechend geladen war die Stimmung bereits vor dem Spiel. Schalkefan.de schreibt in seiner »Po-lemik aus gegebenem Anlass«, dass er keinen Respekt für das Lebenswerk des Schiedsrichters Merk mehr aufbringen könnte, stellt aber auch klar, dass es nicht einzig und allein an der Entscheidung vom 19.5.2001 liegt: »Was ich Markus Merk nie verziehen habe, ist, dass er nie den Arsch in der Hose hatte, sich seiner Verantwortung zu stellen.« Eine Meinung die viele Schalker-Fans teilen dürften. Während der Partie gegen den 1.FC Kaiserslauten am vergangenen Samstag wurde der ehemalige FIFA-Schiedsrichter beschimpft, aus der Kurve flogen Bierbecher, Schlüssel und andere Gegenstände. Für die Stadionsecurity also Anlass genug, um zum Rettungsschirm zu greifen.

Blog-Tipp

Ein Name voller Verheißung und Poesie. Ein Fußball-Blog mit dem Namen »Zum blonden Engel« verspricht, in Reminiszenz an den einzig wahren Bernd Schuster, Brillanz und Meinungsstärke. Und wir kriegen, was wir erwarten. In schnoddriger Sprachgewalt liest man von »Bayern München, dem Kim Jong Il der Bundesliga« oder vom passiven Abseits als »Knie im Arsch des Spiels«. Hier wird keine Vereinsmeierei betrieben, sondern sich mit Verve auf Themen gestürzt, die mal näher am Spielgeschehen sind (Spielberichte, Spieltagsanalyse) und mal weiter davon entfernt (Fußball und Krieg; binationale Spieler). Wir werden in Zukunft häufiger vorbeischauen beim blondenengel.

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