Die 11FREUNDE-Blogschau (4)

Verbalkloppe

Stell dir vor, es ist Fußball – und keiner schaut hin. Der 4. Spieltag fasziniert mit feinen Unterschieden, Medienanalytik und dem verbalen Wiederholungstäter Jürgen K. (44). Die 11FREUNDE-Blogschau berät salomonisch das Strafmaß. Die 11FREUNDE-Blogschau (4)

Text der Woche
Noch immer brodelt die Diskussion um Philipp Lahm. Die BILD vorabdruckte exklusiv Auszüge aus dessen Biographie, die Liga und Rudi Völler regten sich auf, Lahm musste sich erklären usw./usf. In der Blogospähre am pointiertesten beleuchtet wurde das Thema vom sportmedienblog: »Auftritt Lahm und seine Biografie. Wurde er bereits vom BILD-Schwesterblatt Sport Bild in der berühmt-berüchtigten 'Chefchen-Affäre' als Gegenentwurf zum kritisieren Schweinsteiger aufgebaut, hätte diese Biografie nun Lahms Meisterstück werden können. Lahm, der kantige Charakter, der kein Blatt vor den Mund nimmt, Missstände offen anspricht, den Finger in die Wunde legt. Kurzum, Führungsqualitäten zeigt.« Geklappt hat das bekanntermaßen nur semioptimal, der Wind hat sich gedreht und der Deal mit der BILD wird immer mehr als Deal mit dem Teufel enttarnt. Der sportmedienblog weiß um die zentrale Krux: »Was Lahm aber unterschätzte: BILD ist und bleibt BILD. (...) Seine Aussagen wurden aus dem Zusammenhang gerissen? Verkürzt dargestellt? Ach was! So arbeitet BILD nunmal. Wenn Lahm sich darüber wundert, ist es mit seinem Image als 'the thinking man’s footballer' offenbar doch nicht so weit her.«

Kontroverse
Null zu Null. Das bloße Ergebnis zwischen Bayer Leverkusen und Borussia Dortmund lässt kein Topspiel vermuten. Dann aber kamen die Karten (gelbe, rote), kamen die Fouls, kam die verhinderte Einwechslung von Sebastian Kehl. Mit diesen Ereignishagel rückte Schiedsrichter Wolfgang Stark in den Fokus. Any Given Weekend diskutiert den Pfeifenmann: »Man muss einfach mal 'Danke' sagen. Zum bayerischen (!) FIFA (!!)-Schiedsrichter Wolfgang Stark, der ein vorhersehbares, taktisch geprägtes 0:0 in ein farbenfrohes, emotionales 0:0-Spektakel verwandelte. Die Redaktion des ZDF-Sportstudios täte gut daran, ihre Schiedsrichter-Rubrik in 'Stark des Tages' umzubenennen, denn wer liefert sonst so viel Material wie der berühmteste Ergoldinger aller Zeiten (...)?« Nach dieser schönen Einleitung handelt der Blog die verschiedenen Entscheidungen en détail ab, ehe er schließt: »Es war ohne Zweifel ein gerechtes Ergebnis in einem Spiel, nach dem ohne Wolfgang Stark und die ‘Rotsünder’ vor allem über taktisch gut organisierte Leverkusener gesprochen worden wäre (...). Mit einem Punkt in Leverkusen kann man absolut zufrieden sein – traurig ist nur, dass Mario Götze womöglich für mehr als ein Spiel gesperrt wird. In diesem Sinne: Danke für die Show, Herr Stark, aber bitte keine Fortsetzung!«

Fundstück des Spieltags
An die obige Kontroverse anschließend, kredenzt freitagsspiel ein Video, in dem Jürgen Klopp einmal mehr auf dem schmalen Grad zwischen Arroganz und Selbstsicherheit tanzt. Zum Platzverweis von Mario Götze befragt, platzt ihm der nichtexistente Kragen. freitagsspiel findet des BVB-Trainers Bitte, die Persönlichkeit eines Spielers mitzubewerten, »das viel­leicht Unre­flek­tier­teste, was Klopp jemals gefor­dert hat. (...) Für Schieds­rich­ter muss das Motto sein, dass die Tat beur­teilt wird, und nicht der Täter. Alles Andere wäre das Ende jeden Spiels und jeder Gesell­schaft. In der Nach­spiel­zeit vor dem Mikro­phon hat Klopp aus einem unentschie­de­nen Spiel eine kom­mu­ni­ka­tive Nie­der­lage gemacht. Dass er eigent­lich ein Kommunikations-Profi ist, spielt für die­sen Moment keine Rolle.«



Bester Spruch
»Das Interview von DonJupp, unmittelbar vor dem Spiel hat mich irritiert. Rafinha spielte nicht, weil er klein ist bei den zu erwartenden Standards der Lauterer? Wann hatte der FCK seinen ersten Eckball? In der 75.Minute? Freistöße? In Strafraumnähe? Ach so.« Breitnigge, verwirrt und ironisch.

Geheimtipp-Blog
»Das Wichtigste mal gleich vorweg: Wenn man in der Euro-League-Quali den FC Sevilla ausschaltet, dann fühlt sich eine Niederlage gegen die lustigen Mainzer, die sich gerade erst in eben jener Quali gegen Metangas Transylvanien (oder so) blamiert hatten, wie eine Niederlage an«, bilanziert nordkurve96 nach dem Remis die neuen Ansprüche der Niedersachsen. »Ein Kompliment kann man eventuell den mitgereisten Mainzer Fans machen. Die machen aus der Situation, dass sie nur etwa 50 sind, das Beste, und feiern die 90 Minuten durch. So sieht es jedenfalls aus, denn hören kann man sie auf der Nordkurve nicht. Aber nun gut. Sie hatten ja auch etwas zu feiern: Ein Unentschieden gegen einen Euro-League-Gruppenphasenteilnehmer.«

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