Die 11 des Spieltags (9)

Innenraum-Sherriffs

Roger Schmidt wird ausgesperrt, Sead Kolasinac zum Derbyheld und Arjen Robben hat einen Neuen. Alt, aber oho: unsere 11 des Spieltags. 

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Die Wolfsburger Ordner

Eine wirklich unschöne Szene gab es im Vorlauf des Spiels Wolfsburg gegen Leverkusen. Bayer-Trainer Roger Schmidt stieg aus dem Mannschaftsbus und wollte durch den Stadion-Innenraum in die Kabine gehen, da versperrten ihm eine Handvoll übereifrige Ordner den Weg. Er dürfe den Innenraum nicht betreten, war der Kommentar, wiederholt vorgetragen mit der Inbrunst des deutschen Meckerrentners. Schmidt hielt das erst für einen Scherz, schlich dann aber gedemütigt von dannen, was die Innenraum-Sherriffs natürlich freute, schließlich konnten sie so wieder zu ihrem Smalltalk zurückkehren und über ihre Hobbys redeten, die wahrscheinlich Falschparker aufschreiben, Kinder in der Mittagsruhe vom Spielplatz nebenan verscheuchen und Partys von der Polizei auflösen lassen umfassen. Affig. 

Sead Kolasinac

Wie man zum Derbyheld wird, auch wenn man das Derby gar nicht gewinnt, zeigte am Wochenende Schalkes Sead Kolasinac. Der Linksverteidiger grätschte direkt nach fünf Minuten seinen Gegenspieler Christian Pulisic derart über die Seitenlinie, dass dieser wahrscheinlich erst auf dem Parkplatz wieder zu sich kam. In der zweiten Halbzeit kratzte Kolasinac dann ein sicheres Tor noch von der Linie, natürlich nicht ohne dem bemitleidenswerten Pulisic in der gleichen Bewegung eine weitere saftige Grätsche aufs Sprunggelenk zu tackern. Wenig überraschend, dass Pulisic im Spiel relativ wirkungslos blieb, so eingeschüchtert schien er von Kolasinacs Kernigkeit. Eher überraschte, dass er den Rest des Spiels nicht in Embryonalhaltung an der Seitenlinie verbrachte.

Der Typ an der Darmstädter Anzeigetafel

Das Spiel gegen Fuschl am See machte Darmstadt 98 zum »Traditionstag«, mit allerlei Brimborium wie oldschooligen Spielplakaten und einem Retro-Stadionmagazin. Was wir natürlich absolut vorbehaltlos unterstützten, unsere feinsten Baumwolltrikots anzogen und zur Feier des Tages eine extra gute Packung Nasenpflaster öffneten. Genützt hat es freilich nichts, schließlich gewann, hier, äh, Dings, mit 2:0. Der Star des Abends war allerdings der Typ an der analogen Anzeigetafel, die die Darmstädter extra angebracht hatten. Liebe 98er: Nirgendwo passt so eine Tafel so gut wie in eurem Stadion. Vielleicht bleibt ihr einfach dabei? 

Marcel Sabitzer

Um es mal mit Olaf Thon zu sagen: »...puh, is aber auch kalt jetzt hier, ne?«

Maximilian Philipp

Die »11FREUNDE-Inlineskates« in Pink gehen diese Woche an Freiburgs Maximilian Philipp, der vor seinem Tor zum 1:0 gegen Werder Bremen so elegant durch die Bremer Defensive kurvte, dass man meinen konnte, er habe Rollen an den Schuhen. Generell ist Philipp seit Wochen derart gut in Form, dass so langsam aber sicher die großen Klubs Interesse zeigen: Borussia Dortmund, Bayer Leverkusen oder auch die 11FREUNDE-Inlinehockey-Betriebsmannschaft.  

Jesus Vallejo

Wir denken mit gemischten Gefühlen an unser neunzehntes Lebensjahr zurück: Die eitrige Akne verschwand zwar gerade, dafür setzte aber nahtlos die Glatzenbildung ein, was uns im Coolness-Ranking unserer »Dungeons & Dragons«-Gilde auf den vorletzten Platz fallen ließ. Andere Neunzehnjährige, etwa Frankfurts Jesus Vallejo, verteidigen im selben Alter mal eben auf Bundesliga-Topniveau und gehen einer leuchtenden Karriere im Trikot Real Madrids entgegen. Aber gut, wir sind dafür Dritter bei der vergangenen »D&D«-Meisterschaft geworden. 

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