Die 11 des Spieltags (31)

Talkin 'bout a Relegation

Emir Spahic entdeckt den Knipser in sich, Luiz Gustavo macht den brasilianischen Nowotny und in Hamburg geht so langsam aber sicher das Licht aus. Hat natürlich Angst im Dunkeln: unsere 11 des Spieltags. 

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Mirko Slomka
Was Mirko Slomka am Samstag nach dem Spiel gemacht hat, ist leider nicht überliefert. Wahrscheinlich saß er traurig im Hotel und aß gedankenverloren seinen Arbeitsvertrag. Oder er setzte sich an den Schreibtisch und verfasste einen Bittbrief an den DFB, für die letzten drei Spiele die Vier-Punkte-Regel und das Drei-Ecken-ein-Elfer-Prinzip für sein Team einzuführen. Vielleicht ging er auch in den heimischen Keller und knipste das Licht an, einfach um mal zu sehen, wie sich das anfühlt. Wir wissen es nicht. Wir wissen nur, dass der HSV am Samstag wieder derart hilflos und kaputt wirkte, dass wir geneigt waren, Hilfspakete zu schnüren und an die Hamburger Hintermannschaft zu schicken. Und wir wissen, dass die Relegation wartet. Gegen Paderborn. Was fast schon ein Erfolg wäre. Geht es noch bitterer?

Marco Reus
Dortmunds Undercutinho Marco Reus spielt derzeit derart überragend, dass man als Gegenspieler teilweise eine Sauerstoffflasche und möglicherweise einen Sherpa bräuchte, um überhaupt noch auf sein Niveau zu kommen. Im Spiel gegen Mainz war Reus unbestritten der beste Kicker auf dem Platz, wenn er sich den Schweiß von der Stirn wischt, hat er mehr fußballerische Klasse im Schweißband, als ganze Bundesliga-Mittelklasse-Teams im gesamten Kader. Stellt sich uns die Frage: Kann man so ein gebrauchtes Schweißband erwerben? Wir bräuchten noch einen fähigen Linksaußen für die Betriebsmannschaft. Und: Ist Reus deshalb so wendig, weil er seinen Hahnenkamm als eine Art Heckruder benutzt, wie man sie von Segelbooten kennt? Aber vor allem: Wann wollen ihn die Bayern nach München holen? Fragen über Fragen...

Luiz Gustavo
Luiz Gustavo schwingt sich derzeit auf, der brasilianische Jens Nowotny zu werden, wobei uns jetzt, da wir es geschrieben haben, bewusst wird, wie unvereinbar die Begriffe »brasilianisch« und »Jens Nowotny« sind. Es geht aber weniger um feinste brasilianische Technik, Zauberpässe und Spielfreude, sondern eher um das notorische Sammeln von Platzverweisen, das die beiden Brüder im Klopper-Geiste eint. Nowotny kommt insgesamt auf acht Platzverweise, Gustavo bereits auf sieben. Allein in dieser Spielzeit sammelte Wolfsburgs Mittelfeld-Endgegner drei Gelb-Rote, die letzte davon am Samstag in Hamburg. Gerüchten zufolge plant RTL2 mit Gustavo eine Folge von »Das Messie-Team«, sollte der Brasilianer in dieser Saison noch eine weitere Karte sammeln. Wir würden auf jeden Fall einschalten.

Pirmin Schwegler
Frankfurts Kapitän Pirmin Schwegler ist gleichermaßen Herzstück sowie Pechvogel der Frankfurter Eintracht. Nach zahlreichen Verletzungen in dieser Saison, die sich mitunter derart eklig lesen, dass sich »Pfitzer« das Patent auf die Bezeichnungen gesichert hat, um sie als Brechmittel zu verkaufen (z.B. Knorpelfraktur im Rippenbogen), war der Schweizer im Heimspiel gegen Hannover nun endlich mal wieder von Beginn an einsatzbereit. Nun ist »einsatzbereit« allerdings ein dehnbarer Begriff. Auch wir fühlen uns oft einsatzbereit für den Redaktionskick, bleiben dann aber doch kurzatmig in der Bahn sitzen und fahren wieder heim. Schwegler schein es ganz ähnlich zu gehen, nach knapp einer halben Stunde wurde er aus taktischen Gründen wieder vom Feld geholt. Der vielleicht unglücklichste Comebackversuch seit Tic Tac Toe. Derweil geht Schweglers Pechsträhne ungebrochen weiter. So soll sich die TSG Hoffenheim nun um den Frankfurter Käptn bemühen. Was muss dieser Mann denn noch alles ertragen? 

Nils Petersen
Bremens Siegtreffer zum 3:1 gegen Hoffenheim durch Nils Petersen gehört zu 40 Prozent dem Petersen und zu 70 Prozent uns, wie 11FREUNDE-Chefstatistiker Ingo Anderbrügge in einer ersten Erhebung noch am Samstagnachmittag feststellte und uns heute in der Morgenkonferenz nochmal in einer Power-Point-Präsentation verdeutlichte. Noch letzte Woche nämlich foppten wir Petersen nach seinem gefühlvollen Eigentor-Schlenzer, verbunden mit der Forderung, mal wieder ins richtige Tor zu treffen, und zackbumm: netzt Petersen wieder und schießt seine Bremer zum Quasi-Klassenerhalt. Glückwunsch. Wir warten derweil auf die Überweisung der Siegprämie. 70 Prozent würden uns reichen, klar.

Philipp Bargfrede
Obiges »Zackbumm« ist vielleicht ein passendes Motto für die Bremer Spielweise am Samstag und passt auch zu Phillipp Bargfredes Tor zum 1:1, das Werders Mittelfeld-Ochse aus knapp 25 Metern in den Winkel zackbummte. Okay, Hoffenheims Rudy fälschte den Ball erst in den Winkel ab, aber alles an Bargfredes Schuss signalisierte die zackige Entschlossenheit, die sich in dem Ausdruck »Zackbumm« widerfindet: Wucht, Wille, Kompromisslosigkeit. Mit Bargfredes Sascha-Mölders-haftem Kampfgeist dreht man Spiele, knallt die Bälle in den Winkel und bleibt in der Liga. So einfach ist das. Zackbumm. 

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