Die 11 des Spieltags (31)

Mach den Mölders

Mölders, Anti-Mölders und Torwart-Mölders - die 11 des Spieltags möldert sich schwitzend und schnaufend durchs Wochenende. 

Sascha Mölders
Es ist uns jedes mal eine große Freude, Redaktionsliebling Sascha Mölders in diese Liste aufzunehmen. Aber auch wenn Mölders mittlerweile eine Art Maskottchen geworden ist, muss er dennoch etwas leisten, um Einlass in die 11 des Spieltags zu finden. So geschehen am Samstag etwa, als Augsburgs Neuner seinen FCA mit einem kraftvollen, dreckigen Mölders-Kopfball in Führung wuchtete. Der wichtige Türöffner für einen noch wichtigeren Augsburger Sieg. Das Abstiegsgespenst lässt sich in Augsburg auch deshalb immer seltener sehen, weil Mölders es wahrscheinlich in einen schmerzhaften, schweißigen Mölders-Zweikampf verwickeln würde, mit viel Ziehen, Zerren, Schnaufen und Drücken. Vielleicht würde er es auch ansatzlos über die Seitenlinie grätschen und anschließend möldershaft das Publikum anheizen. Was halt so nötig ist, wenn man unten drin steht.

Marcel de Jong
Um die Klasse zu halten braucht man in erster Linie Ackergäule wie Mölders, manchmal tut aber auch einer fürs Feine, ein Techniker dem Spiel ganz gut. Ein Anti-Mölders, sozusagen. Der Anti-Mölders bei Augsburg heißt Marcel de Jong und sorgte mit seiner ersten Aktion nach der Einwechslung für das absolute Highlight des Spiels. Von der linken Strafraumkante chippte der Holländer den Ball über Stuttgarts Sven Ulreich zum 2:0 ins lange Eck - ein Treffer, so sahnig-buttrig weich, dass man ihn sich aufs Brot schmieren könnte. Und der technisch so anspruchsvoll war, dass wir allein beim Gedanken daran schon schmerzhaft in den Boden treten. 

Nuri Sahin
Keiner traut sich, wir machen es jetzt einfach - und rufen die vielbeschworenen »spanischen Verhältnisse« aus. Denn während sich die Granden der Bundesliga mal mehr mal weniger ernsthaft mit der Frage auseinandersetzen, ob der deutschen Liga ein ähnliches Problem droht wie der spanischen, in der zwei Teams zu dominant sind, schickt der BVB einfach Ersatzleute wie Nuri Sahin aufs Feld und erdreistet sich, das ganze eine »B-Elf« zu nennen. Der blanke Hohn. Es soll Bundesliga-Manager geben, die sich nach einem Spieler der Klasse Sahin schon die Finger wundgeleckt haben. Am Samstag machte Dortmunds Edel-Luxus-Gold-Joker beim 2:1-Sieg gegen Düsseldorf ein Tor selber und bereitete ein weiteres vor. Mit Leuten wie Sahin hat der BVB mehr Gold auf der Bank als der ein oder andere europäische Krisenstaat. Spanien zum Beispiel. 

Emre Can
Herzlich Willkommen in der Bundesliga, Emre Can. Der bayrische Nachwuchskicker, der mit seinen 19 Jahren bereits über die Statur eines Profi-Wrestlers verfügt, erzielte im eher müden Kick des FC Bayern gegen den SC Freiburg sein erstes Ligator. Nicht unumstritten, denn Can lenkte einen Freistoß von Shaqiri mit seinem bushidohaft gegeelten Haarkamm in die Maschen. Eine Berührung, die für die Kameras kaum zu sehen war. Shaqiri gab sich großzügig und Can hat sich trotzdem gefreut. Das erste Bundesligator mit den Haaren erzielen - gibt es bei den Bayern eigentlich irgendetwas, das zur Zeit nicht klappt? Außer Steuererklärungen?

Damir Vrancic
Letzte Woche stand an dieser Stelle Herthas Pierre-Michel Lasogga, diese Woche ist es Damir Vrancic. Der Fairness halber, denn wie Lasogga die Hertha zurück in die Bundesliga schoss, so schoss nun Damir Vrancic Eintracht Braunschweig wieder in die Erstklassigkeit. Nach stolzen 28 Jahren. Und 92 Minuten, um genau zu sein. Denn so lange ließ sich Vrancic Zeit, um mit seinem Freistoßtor in Ingolstadt den Aufstieg einzutüten. Ein emotionaler Moment, in dem die Braunschweiger Spieler samt Fankurve explodierten, Fußballtraditionalisten sich gerührt den Jägermeister aus dem Mundwinkel wischten und wahrscheinlich ein leichter statischer Schauer durch Paul Breitners Minipli knisterte. Willkommen zurück, Eintracht Braunschweig.

Alexander Manninger
Mölders hatten wir, den Anti-Mölders De Jong hatten wir, kommen wir zu Torwart-Mölders. Denn Augsburgs Keeper Alexander Manninger legte am Samstag jene Entschlossenheit an den Tag, die Sturm-Mölders seit Wochen vorlebt. Wer drin bleiben will, muss den Erfolg der Mannschaft über das eigene Befinden stellen, ist die Botschaft. Und gegebenenfalls große Schmerzen dafür in Kauf nehmen. Exemplarisch dafür steht Manningers Aktion, als er einen Schuss aus nächster Nähe mit dem Unterleib abwehrte. Ein Treffer, so hart, dass es nicht verwundert hätte, wenn Manninger den Zeugwart um ein Glas Wasser gebeten hätte, um seine Hoden wieder herunterzuspülen. Augsburgs Nummer Eins aber sprang einfach wieder auf, mähte wenig später fröhlich den nächsten Stuttgarter um und hielt seinen Kasten weiter sauber. Balls of Steel, nennt man so etwas. 

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