07.04.2014

Die 11 des Spieltags (29)

Sascha Mölders Superstar

Endlich ist er wieder da: Redaktions-Liebling Sascha Mölders möldert seinen FC Augsburg zum Sensationssieg gegen die Bayern. Reibt sich die Freudentränen aus dem Augenwinkel – unsere 11 des Spieltags.

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Sascha Mölders
Partyhüte, Spontan-Congaschlangen, Konfettikanonen und mehr freudige, schweißige Umarmungen als im Saunaclub um die Ecke – Samstagnachmittag nannten wir die Redaktion kurzzeitig in Eskalation um, denn nach längerer Durststrecke mölderte es endlich wieder in der Bundesliga. Und es war kein alltägliches, kein belangloses Möldern, es war ein Möldern von quasi-historischem Wert, denn Redaktions-Liebling und Drecksarbeits-Lichtgestalt Sascha Mölders mölderte mit seinem Tor zum 1:0 den eigentlich unbezwingbaren FC Bayern zur ersten Niederlage der Saison. Für extra »Aaahs« und »Ooohs« sorgte dabei die klassische Mölders-Manier, in der er den Treffer erzielte: Durchochsen, kurz gucken, wahrscheinlich grunzen, Ball in den Winkel dreschen und zum Feiern vor die Kurve rennen. Nach dem Spiel wurde ein wenig gefeiert, anschließend musste Mölders aber weiter in die USA, wo er in der Nacht auf Montag bei Wrestlemania Hulk Hogan per Zweikampf in die Rente schickte, den Undertaker in einem Staring-Contest in den Nervenzusammenbruch starrte und anschließend The Rock den Champion-Gürtel per Blutgrätsche entriss, den er nun als Armband trägt. Wenn wir das nicht geträumt haben. 

Pep Guardiola
Ohne dass wir Sascha Mölders Leistung an dieser Stelle kleinreden wollten (das würden wir niemals tun), aber nie war es so einfach, gegen die Bayern zu gewinnen, wie am Samstag. Das lag daran, dass der Pep Guaridola eine Mannschaft aufs Feld schickte, die wohl auch in der Bezirksliga ihre liebe Mühe hätte, ein Spiel zu gewinnen. Aber ist ja egal, mia san schließlich mia und dass es für den Rest der Liga noch um was geht, kann den gottgleichen Überbayern ja am lederbehosten Allerwertesten vorbei gehen. Das Spielen in einer eigenen Liga, von dem diese Saison so oft die Rede war, scheinen die Bayern nicht nur sportlich, sondern auch moralisch zu verstehen. Vielleicht sollte der FCB darüber nachdenken, die SpVgg Unterhaching aufzukaufen, die dann demnächst die lästige Bundesligapflicht erledigt, während sich das vorzeitige Meisterensemble ab dem Frühjahr ausschließlich auf die richtigen Fußballspiele in der Champions League konzentriert. Juhu. Bzw. Würg.

Heiko Westermann
Unser Bittbrief an die Redaktion des Dudens, aufgrund der diesjährigen Leistungen von Hamburgs Kapitän dem Wortpaar »Westermann – Bester Mann« den Status des Reimes abzuerkennen, war bereits unterschrieben und frankiert. Dann aber holte Westermann in der 82. Minute im Spiel gegen Leverkusen den Hammer raus und drosch eine Flanke von Dennis Diekmeier volley in die Maschen. Und was soll man sagen: Dank Westermanns Gewaltschuss zum 2:1-Sieg atmet der HSV noch. Und unser Brief verschwindet wieder in der Schublade. Vorerst.

Hakan Calhanoglu
Hamburgs Hakan Calhanoglu ist mittlerweile ein Dauergast in dieser Liste, weil er eine derart herausragende Schusstechnik hat, dass er in der Sommerpause als Nebenjob die Scharfschützen der Bundeswehr unterrichtet. Am Freitag schoss Calhanoglu den HSV mit einem Spann-Außenrist-Flachschuss in Führung, bei dem wir uns mit jeder weiteren Zeitlupe ein weiteres Zeh-Gelenk auskugelten. Ohne Calhanoglu hätte man den HSV in dieser Saison wahrscheinlich schon vom Spielbetrieb abmelden können. Aber wenn man einen Spieler in seinen Reihen weiß, der mit einem Fußball aus hundert Metern Entfernung eine Kerze ausschießen kann und dabei nur den Docht berührt, darf man durchaus ein wenig zuversichtlich sein.

André Hoffmann
Hannovers André Hoffmann ist uns bisher eigentlich nicht als stigtöftinghafter Treter aufgefallen, dem die Sicherung durchknallt, wenn es für sein Team schlecht läuft und der dann bereitwillig zu Gewaltakten schreitet, für die man außerhalb eines Fußballfeldes mindestens Sozialstunden ableisten müsste. Als es im Derby gegen Braunschweig nun für 96 nicht so lief, platzte Hoffmann irgendwann der Reifen und er trat seinen Gegenspieler Mirko Boland nieder, nachdem er ihn etwa 50 Meter über den Platz gejagt hatte. Und das, obwohl Schiri Gagelmann das Spiel bereits einige Sekunden zuvor unterbrochen hatte. Ein Foul, so schäbig, dass irgendwo in Holland Mark van Bommel kurz aufhörte, seinem Vordermann an der Supermarktkasse in die Hacken zu treten, um gedankenverloren in die Weite zu schauen und zustimmend zu nicken.

 
 
 
 
 
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