Die 11 des Spieltags (26)

Keine Kinderkacke

Nuri Sahin bringt Leistung, weil es der Sohn (1) so wollte, Artjoms Rudnevs ist ein Welttorjäger mit eingebautem Chancensterben und Rudi Bommer hat sich den goldenen Medizinball redlich verdient – unsere 11 des Spieltags.

Nuri Sahin
»Mein Sohn war heute das erste Mal im Stadion, da musste ich einfach Leistung bringen.« Was wohl im Hause Sahin passiert wäre, wenn Papa Nuri vor den Augen seines Sprösslings gegen den SC Freiburg versagt hätte? Strafttraining a lá Cottbus (siehe: Rudi Bommer) in Form von vollen Windeln um vier Uhr in der Früh? Weil sein Vater aber zwei Tore und eine Vorlage zum 5:1-Sieg seines Arbeitgebers Dortmund beisteuerte, wird auch der kleine Sahin geschlafen haben wie ein Stein. Jungväter wissen: ein größeres Kompliment gibt es nicht.

Robert Lewandowski
Mit Rekorden ist es ja so eine Sache. Weltrekorde im Schwimmen beispielsweise haben ungefähr ein Haltbarkeit wie frisch eingekochter Apfelmus – ein paar Tage, dann ist alles alt und verschimmelt. Doch der Rekord, den Robert Lewandowski am Wochenende beim 5:1 gegen den SC Freiburg brach, hatte tatsächlich mal rekordverdächtigen Bestand: In der zweiten Bundesliga-Saison, 1964/65, gelang Timo Konietzka (Kenner wissen: der Schütze des allerersten Bundesligatreffers – übrigens ein Rekord für die Ewigkeit) in sieben aufeinander folgenden Spielen jeweils mindestens ein Treffer. Mit seinen beiden Toren gegen Freiburg hat der Pole Lewandowski seinen berühmten Vorgänger aus der internen Dortmunder Rekordliste verdrängt. Acht Spiele in Folge mit Torerfolg – wir verneigen uns.

Artjoms Rudnevs
Jaja, Artjoms Rudnevs. Zu Beginn der Saison auch von der »11 des Spieltags«-Redaktion als Chancentod ausgerufen, rackerte sich der Lette vom HSV in den vergangenen Wochen mit seinen Toren und Vorlagen in unsere Herzen. Auch 11FREUNDE musste anerkennen: Der Mann ist ein Welttorjäger! Am Wochenende hat Rudnevs gegen Augsburg drei unglaubliche Chancen vergeben. Und zwar nicht einfach vergeben, sondern in slapstikartiger Manier verstolpert. Prompt verlor Hamburg gegen den Abstiegskandidaten. Was ist dieser Rudnevs nun eigentlich? Ein Welttorjäger? Ein Chancentod? Vielleicht einigen wir uns darauf: Ein Welttorjäger in Teilzeit mit einem Hang zum langsamen Chancensterben.

Rudi Bommer
Es gab mal Zeiten, da gehörte der Medizinball zum täglichen Fußballtraining dazu wie der Schluck Wasser aus der Pulle (der beizeiten dann auch mal verwehrt wurde). Es war die Zeit der Schleifer, der knochenharten Schinder, Trainer, die erst dann ein Lächeln in ihren Granitgesichtern zeigten, wenn auch der letzte Spieler kotzend auf der Aschenbahn hockte. Die Zeiten sind vorbei. Dachten wir jedenfalls. Dann kam Rudi Bomber, Trainer von Energie Cottbus und Mann der alten Schule, und zwang seine Mannen zum Straftraining – um 3:45 Uhr in der Früh. Warum? Weil seine Mannschaft mit 1:2 gegen den MSV Duisburg verloren hatte. Stammspieler mussten 30 Minuten lang auslaufen, Ersatzleute eine volle Einheit überstehen. Den goldenen Medizinball mit Kotzflecken aus Silber hat sich Rudi Bomber redlich verdient!

Jan-Ingwer Callsen-Bracker
Den schönsten umständlichen Namen der Bundesliga hat er längst, aber weil es Augsburg Jan-Ingwer Callsen-Bracker offenbar gerne kompliziert mag, hat er sein spielentscheidendes 1:0 gegen den HSV mit einem zum »Z« geformten Fingerzeig gefeiert. Was sollte das bedeuten? »Ziemlich geil«? »Zum Teufel mit dem Abstiegsgespenst«? Der Augsburger wollte es niemandem verraten. Dafür zog er sich nach dem Spiel selbst die Buchse aus, um den eigenen Anhang glücklich zu machen. Liebe PR-Leute vom FC Augsburg, wir hätten da eine gute Idee von wegen letztes Hemd im Abstiegskampf geben. Meldet euch!

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