Die 11 des Spieltags (23): Oscar-Edition

»Die Verurteilten«

Uli Hoeneß als Tim Robbins, Sonny Kittel als Rocky und Sandro Wagner als Actionheld – auch in unserer 11 des Spieltags werden heute Oscars verteilt.

imago

Bester Hauptdarsteller: Uli Hoeneß
Der Oscar für den besten Hauptdarsteller geht an Uli Hoeneß für seine atemberaubende Performance in »Die Verurteilten«. In Sachen Method Acting stellte Hoeneß sogar Robert de Niro in den Schatten, der für »Taxi Driver« einst ein halbes Jahr als Taxifahrer durch New York fuhr. Kokolores, schließlich saß Münchens neue Schauspielhoffnung extra zwei Jahre im Knast, um sich auf seine Rolle vorzubereiten. Und spielte prompt so überzeugend, dass Daniel Day-Lewis nun ein Weißwurstfrühstück mit Hoeneß verfilmen will. Ein Highlight der ingesamt unglaublichen Performance zeigte Hoeneß, als er – in Anlehnung an Andy Dufresne im ebenfalls nicht schlechten Vorgängerfilm von 1995 – durch ein Abwasserrohr voller Häme und Spott krabbelte. Dass »Die Verurteilten« trotz Hoeneß eindringlicher Vorstellung nicht als bester Film ausgezeichnet wurde, lag – so die Expertenmeinung – einzig an der verfehlten Filmmusik. Kein großer Film dieser Welt funktioniert mit Blaskapellen und Rod Stewart.

Bester Nebendarsteller: Sonny Kittel
Zuschauer lieben diese From-Rags-to-Riches-Geschichten. Ein Protagonist, der sich gegen alle Widerstände bis ganz nach oben kämpft. Der Rückschlag um Rückschlag einsteckt. Und dann noch einen. Und noch einen. Und trotzdem wieder aufsteht. Immer wieder. Und dann nach zwei Kreuzbandrissen und zwei Knorpelschäden plötzlich wieder auf dem Platz steht, wenn auch nur als Einwechselspieler in der 86. Minute. Glückwunsch daher an Eintracht Frankfurts Sonny Kittel für seine unglaubliche Performance in »Sonny Balboa«. Wir freuen uns auf die Fortsetzung in »Sonny Balboa – Mehmet Scholls Legacy«.

Bester Film: »Face/Off« mit Sandro Wagner
Nun, Verwechslungskomödien bzw. -Actionfilme sind per se eigentlich kein Oscarmatierial. Aber wie Sandro Wagner seit Monaten in »Face/Off« brilliert, ließ der Academy dieses Jahr gar keine andere Wahl. Der Film, in dem Wagner zunächst einen gewöhnlichen Stolperhannes spielt, der sich selber urplötzlich mit einem guten Bundesligastürmer verwechselt und sich fortan durch die Strafräume der Liga ballert wie einst Bruce Willis durch das Nakatomi Plaza, ist gleichermaßen komisch, absurd und aufregend. Und vor allem auch erfolgreich: In den Kinos zwischen Hamburg und München hat »Face/Off« bereits 25 Punkte eingespielt. Ein schöner Nebeneffekt dieses mit erstaunlich kleinen Mitteln gedrehten Films sind die Nominierungen von Wagner als bester Hauptdarsteller sowie Aytac Sulu als bester Nebendarsteller in seiner Rolle als Abrissbirne.

Beste Regie: Christian Schulz für »The Samstagnachmittag of the Living Dead«
Mit »The Samstagnachmittag of the Living Dead« ist Christian Schulz ein echter moderner Klassiker gelungen. Mit der schonungslosen, oft an der Grenze des guten Geschmacks befindlichen Darstellung einer Rotte Hannoveraner Fußballzombies verlangt Schulz dem Zuschauer alles ab. Natürlich nicht, ohne den Zuschauer für das 90-minütige Schlachtfest des schönen Fußball-Geschmacks mit zwei überraschenden Wendungen zu entschädigen. Ein Turnaround, auf den nicht einmal M. Night Shyamalan gekommen wäre. Spannend auch, wie Schulz es schafft, gleichzeitig ein Happy End zu setzen, das aber gleichzeitig ein Suspense für die Fortsetzung seines Epos ist: Bereits am Dienstag kommt »28 Punkte Later« in die Kinos.

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