Die 11 des Spieltags (23)

Körperthomas Müller

Kasperletheater in Leverkusen, Kokosnussöl in Frankfurt und Hexenschüsse in München. Hat den Schuss nicht gehört: unsere 11 des Spieltags.

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Thomas Müller
Wir sind uns sicher: Jedes mal, wenn Thomas Müller eines seiner puppenkistenartigen Körperthomas-Tore reinmüllert, denkt »Matell« über die Wiedereinführung der »Incredible Crash Test Dummies« nach. Gegen Darmstadt machte Müller das 2:1 mit einer Bewegungskombi aus Ballannahme mit der Brust und eingedrehtem Halb-Seitfallzieher, bei dessen Anblick unseren Kreuzbändern spontan Wirbelsäulen wuchsen, damit sie einen Hexenschuss erleiden konnten. Müller hat sich bei der Aktion übrigens nichts getan. Er hat seine Bänder vor langer Zeit schon der Wohlfahrt gespendet.

Armin Veh
Tja, der Fußball ist ein schnelllebiges Geschäft. Eben noch Nationalspieler, ist man doch stets nur ein schiefgelaufenes Bauherrenmodell vom Beutelrattenhodengulasch im Dschungelcamp entfernt. Diese Schnelllebigkeit, wenngleich auch mit (hoffentlich) weniger Beutelrattenhoden, erlebt gerade Frankfurts Trainer Armin Veh am eigenen Leib. Erst 2014 wurde er frenetisch von den Fans verabschiedet, jetzt da seine Rückkehr ordentlich schiefzugehen droht, schlägt ihm ein ziemlich hässlicher Gegenwind entgegen. Nachdem die Zuschauer das 0:0 der SGE gegen den HSV mit Pfiffen quittiert hatten, blaffte Veh in die Mikrofone: »Dann sollen sie doch zuhause bleiben.« Es soll schon nordkoreanische Außenminister gegeben haben, die sich diplomatischer verhielten. Aber sei’s drum, Veh ist ein emotionaler Mensch. Und sollte es mit der Eintracht schieflaufen, kann er immer noch als nordkoreanischer Nationaltrainer anheuern. Da pfeift wenigstens auch niemand.

Thomas Berthold
Gut übrigens, dass es für solche Krisensituationen wie sie die Eintracht gerade erlebt eine ganze Reihe an ehemaligen Fußball- und nun Kokosöl-Profis gibt, die bei ihrer zwei Jahrzehnte währenden Talkshowtingelei nicht müde werden, den Finger gewissenhaft in die Wunde des Ex-Vereins zu legen und mit besonnenen Kommentaren á la »Vehs Rumpelfußball« genüsslich Öl ins Feuer zu gießen. So etwa der menschgewordene Lautsprecher Thomas Berthold, der mittlerweile im »Doppelpass« zu wohnen scheint und am Sonntag scharf gegen Armin Veh schoss. Gibt’s für ein wenig mehr Gelassenheit nicht auch was von Dr. Goerg?

Christian Heidel
Gratulieren wollen wir an dieser Stelle Noch-Mainz-Manager Christian Heidel zu seinem neuen Job auf Schalke. Und reichen sogleich die Anführungsstriche nach, um das »Gratulieren« zu ironisieren. Denn Schalke ist natürlich ein großer, traditionsreicher Klub, aber Manager bei S04 zu sein, stellen wir uns als Job in etwa so entspannt vor wie Platzanweiser auf einem Sepultura-Konzert, Lifecoach bei Eike Immel oder Rhetoriktrainer bei Torsten Legat. Zumal, wenn man aus dem beschaulichen und stets unaufgeregt familiären Mainz kommt. Aber gut, muss ja jeder selber wissen, wann und wo er sich sein erstes Magengeschwür abholen will. Wir drücken Christian Heidel auf jeden Fall die Daumen.

Thomas Schaaf
Wo wir gerade bei zweifelhaften Karriereentscheidungen sind: Hallo, Thomas Schaaf. Hannovers neuer Trainer hat gerade das Kunststück geschafft, auch im fünften Spiel sieglos zu bleiben. Geht die Saison so weiter, hat Schaaf am Ende weniger Punkte als die japanische Flagge. Übrigens: Auch wenn Hannover absteigen sollte, könnte Klubboss Kind an Schaaf festhalten. Was zu diesem wundervollen Internet-Schmankerl führte:

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