03.03.2014

Die 11 des Spieltags (23)

Hacke, Spitze, Eins zu Null

Ter Stegen übt schon mal das Anti-Tiki-Taka, Alexandru Maxim macht den Mill und ein wundervoller Hackenassist entscheidet das Nordderby. Schreibt verliebt Fanpost an Aaron Hunts Ferse – unsere 11 des Spieltags.

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Aaron Hunt
Man of the Match im Nordderby am Samstag war ganz eindeutig Bremens Aaron Hunt. Nicht nur, weil er auf der linken Seite mehr Rambazamba machte als Johannes B. Kerner und seine halbstarken Kumpels auf dem Wiener Opernball, sondern vor allem, weil er das spielentscheidende 1:0 mit einem Volley-Hinterrück-Hacken-Zauberpass in den Lauf von Zlatko Junuzovic vorbereitete und damit ein gänzlich neues Pass-Genre erfand. Ein Assist, so wundervoll, als hätten sich ein Uwe Bein-Pass und Zlatan Ibrahimovics Hacke verliebt und in einer von Liebe, Vertrauen und Zärtlichkeit geprägten Hochzeitsnacht ein wunderschönes Baby gezeugt. Das dann von Jay-Jay Okochas Spielfreude auf die Welt geholt und von der Brasilianischen Nationalelf von 1982 mit Weih-Gatorade getauft wird.

Slobodan Rajkovic
Nicht für alle Beteiligten lief das Nordderby so gut wie für Aaron Hunt. Zum Beispiel nicht für alle HSV-Fans, -Spieler, -Funktionäre und sonstige Sympathisanten. Vor allem aber für Slobodan Rajkovic nicht, dem wir an dieser Stelle gute Besserung wünschen wollen. In der zweiten Hälfte riss sich Rajkovic das Kreuz- und Innenband und wird nun ein halbes Jahr fehlen. Das ist gleich doppelt bitter, denn zum einen hatte sich Hamburgs Innenverteidiger mit der Statur und Aggressivität eines Stihl-Gartenhäckslers gerade erst wieder und das völlig unverhofft in die Hamburger Stammelf gesenst. Darüber hinaus verfügt die HSV-Verteidigung ohne Kirmesboxer/Verteidiger Rajkovic in etwa über die respekteinflößende Ausstrahlung einer katholischen Schülerband, die auf dem Eine-Welt-Sommerfest Lieder übers Bäume-Umarmen singt. Im dreckigen, schmerzhaften Abstiegskampf sind das nicht gerade die besten Voraussetzungen.

Mats Hummels
Dortmunds Mats Hummels sieht nicht nur aus wie ein Vorabendserien-Schönling, nein, er schreibt auch gleich noch ähnlich seifige Geschichten. So gesehen am Samstag, als Hummels nach einer von seuchigen Verletzungen geprägten Saison endlich mal wieder von Beginn an auf dem Platz stand und nach 51 Minuten den Ball zur wichtigen Führung über die Linie wurschtelte. Eine jener wunderbaren »Ausgerechnet«-Geschichten, die aus der Feder von Hans W. Geißendörfer stammen könnte. Ob sich Hummels anschließend mit Mutter Beimer überwarf und sich von Tanja Schildknecht trennte, um mit Gabi Zenker durchzubrennen, wissen wir leider nicht. Ausschließen können wir es aber natürlich nicht.

Marc-André ter Stegen
Ob die Verantwortlichen in Barcelona das Spiel Braunschweig gegen Gladbach verfolgt haben, wissen wir nicht, aber falls ja, hoffen wir, dass der Fußballgott in der 52 Minute kurz an der katalanischen Sattelitenschüssel gewackelt hat. Dann haben ter Stegens Bosse in spe nämlich nicht gesehen, wie ein ungefährlicher Rückpass mit der Geschwindigkeit einer gichtkranken Weinbergschnecke über des Keepers Fuß und zum Ausgleich ins Tor kroch. Ter Stegen ist an sich ein feiner Fußballer, auch deswegen will Barca ihn haben. In dieser Situation aber machte er einen unglücklicheren Eindruck als die Ludolfs beim Scrabble. Dass er in diesem Moment so neben den Schuhen stand, lag vielleicht auch daran, dass er nicht allzu lange vorher in einem Zweikampf mit Domi Kumbela aus ebenjenen herausgecheckt wurde und für kurze Zeit K.o. war. Nach einem solchen Knockout würden andere Spieler erstmal eine Woche Blut weinen, ter Stegen spielte weiter. Hut ab. Vielleicht zeigte sich Gladbachs Keeper aber auch einfach solidarisch mit seinem Gegenüber… 

Daniel Davari
...,dem in der 25 Minute ein Eckball an den Oberschenkel und von dort ins Tor sprang. Gut, die Ecke war wirklich scharf geschossen und die Braunschweiger Verteidiger verhielten sich im Fünfmeterraum in etwa so souverän wie Kinder mit verbundenen Augen in einer Hüpfburg. Davari sah dabei aber trotzdem ein wenig unglücklich aus, und hey, das ist quasi unser Stichwort.

Eric-Maxim Choupo-Moting
Fasching in Mainz. Der FSV verkleidet sich wie fast jedes Jahr als Europacup-Aspirant und auch Eric-Maxim Choupo-Moting hat sich zur Party etwas einfallen lassen. In der 37. Minute verkleidete er sich kurz als Spitzenstürmer und setzte eine Hereingabe von Stefan Bell lässig mit der Hacke zum 1:0-Siegtor gegen Leverkusen ins lange Eck. Anschließend steinigte er seinen direkten Gegenspieler noch mit Kamellen, spielte an der Eckfahne den Mainzer Gardemarsch auf seiner Patellasehne und brachte das Spiel mit Clownsnase und Zylinder zu Ende. Mainz, wie es siegt und lacht.

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