Heurelho Gomes
Was waren sie glücklich in Hoffenheim. Endlich den vermeintlichen Fliegenfänger Tim Wiese abgesägt und dafür den vermeintlichen Welttorwart Heurelho Gomes ausgeliehens. Der 2:1-Sieg im ersten Spiel mit Gomes im Tor gab allen Jublern auch recht, Gomes feierte sich mit nie gesehener Hoffenheim-Liebe denn auch gleich in die Herzen der Zuschauer. Doch nun dieses: 0:1 gegen Hannover 96 verloren, weil sich der neue Torwart bei einer Flanke ziemlich naiv angestellt hat. Ein solch unsicheres Verhalten bei hohen Bällen kennen sie in Hoffenheim: es ist die große Schwäche des ansonsten doch recht überdurchschnittlichen Torwarts Tim Wiese.
Wiliam Kvist
Mit solchen Namen könnte man sicherlich auch Entdecker von Amerika oder Märchenerzähler werden, doch William Kvist hat sich nun einmal dafür entschieden, Fußballprofi zu werden. Zumindest am Samstag hatte das fatale Folgen für seinen Arbeitgeber, den VfB Stuttgart. Eine Stunde war zwischen dem VfB und Werder Bremen gespielt, als Kvist das vielleicht harmloseste Zweikampfverhalten der laufenden Saison zeigte, den Ball an Nils Petersen verlor und damit das vorentscheidende 1:2 durch Aaron Hunt einleitete. Anschließend verloren die Stuttgarter noch mit 1:4 und stecken nun mitten in einer dicken fetten Krise. Wenn jetzt noch alles gut wird für den VfB, sollte sich Kvist die Sache mit dem Märchenerzähler noch einmal überlegen.
Mehmet Ekici
Einst waren die Kumpel Mehmet Ekici und Ilkay Gündogan ein unzertrennliches Duo beim 1. FC Nürnberg. Dann kamen lukrative Angebote von erfolgreicheren Vereinen und vorbei war es mit dem unzertrennlich sein. Gündogan ging zu Borussia Dortmund, wurde Deutscher Meister und deutscher Nationalspieler. Ekici ging zu Werder Bremen und wurde, ja, was eigentlich? Ein besserer Fußballer jedenfalls nicht, jedenfalls war Ekici mit den Beweisen seiner Fußballkunst bislang relativ sparsam bei seinem neuen Verein. Bis zum Samstag, als Ekici nicht nur ein imposantes Spiel als Ballverteiler machte, sondern auch noch zwei Tore erzielte. Darunter ein herrliches Freistoßtor, dass so schön war, dass sie in Bremen gleich wieder an die großen Zeiten von Ekicis Vorgänger als Träger der Nummer 10 dachten: Micoud, Diego, Mesut Özil.
Robert Lewandowski
Gut möglich, dass wir nie erfahren werden, was Robert Lewandowski geritten hat, als er dem Hamburger Per Cilja Skjelbred nach einer halben Stunde so brutal gegen das Bein trat, dass ihm Schiedsrichter Manuel Gräfe die Rote Karte zeigen musste. Hatte Lewandowski nicht zuvor das 1:0 der Dortmunder erzielt? Und hätte er sich bei dem brutalen Tritt, wenn Skjelbred auch nur seine Fußspitze angehoben hätte, nicht sogar selbst schwer verletzen können? Jedenfalls ließ die Rambo-Aktion viele verwunderte Gesichter zurück. Immerhin hat Lewandowski jetzt – Obacht, Pädagogenspruch! – ein paar Wochen Zeit, um sich darüber Gedanken zu machen.
Rafael van der Vaart
»Der Schiedsrichter wollte kein Rote zeigen. Da habe ich ein wenig Theater gemacht. Dann hat er sich mit seinem Assistenten besprochen und dann doch die gerechte Rote gegeben.« War das, was HSV-Mann Rafael van der Vaart da nach dem 4:1 seiner Mannschaft gegen Borussia Dortmund von sich gab, nun einfach sehr ehrlich oder einfach sehr blöd? BVB-Trainer Jürgen Klopp zog sein eigenes Fazit aus dem van der Vaartschen Satz: »Das ist der schlechteste Satz, den ich je gehört habe!«
Asamoah und der Kuchen
Heung Ming Son
Jaja, Rafael van der Vaart und seine hübsche Frau. Natürlich ist das Glitzerpaar weiterhin das große Gesprächsthema beim HSV, so richtig haben sie wohl immer noch nicht begriffen, warum der begabte Niederländer zu ihnen zurückgekehrt ist. Dabei sollte die Aufmerksamkeit eines jeden Hamburgers in diesen Zeiten eigentlich einem jungen Mann namens Heung Ming Son gelten. Der Kerl kommt aus der eigenen HSV-Jugend und ist nach ein paar Bundesligaspielen schon in der Lage richtige Rafael-van-der-Vaart-Tore zu erzielen. Wie gegen Werder Bremen, wie gegen Borussia Dortmund. Ein so wunderschöner Treffer war das in der 26. Minute, voller Kraft und Eleganz und jugendlicher Explosivität, dass es die Menschen im Stadion und in den Kneipen von den Sitzen riss. Solche Tore machen die Bundesliga erst zur Eliteklasse. Flanke, Kopfball, Tor; ein Flachschuss aus 18 Metern; der Abstauber – solche Treffer fallen auch in der Verbandsliga. Tore wie die von Son nicht.
Stefan Kießling
Es gab mal einen Mann namens Martin Max. Er war Stürmer und eine Zeit lang so gut, dass er in fast jedem Spiel an einem Tor seiner Mannschaft beteiligt war. Die Leute riefen: Der Mann gehört doch in die Nationalmannschaft! Doch der Bundestrainer schaute zufällig in dieser Zeit ausgerechnet in den erfolgreichen Momenten von Martin Max gerade woanders hin, er übersah ihn einfach. Martin Max schoss vor lauter Verzweiflung noch mehr Tore, aber auch das half nicht. Dann bekam er doch noch seine Chance: für vier Minuten gegen Argentinien. Danach wurde ich nie wieder eingeladen. Was das alles mit Stefan Kießling zu tun hat? Dazu möge sich doch bitteschön jeder sein eigenes Urteil bilden.
David Alaba
Lasst uns doch mal ein wenig rumspinnen. Was wäre, wenn David Alaba ein paar hundert Kilometer weiter nördlich groß geworden wäre? Wenn in seiner Brieftasche ein deutscher Pass stecken würde? Wenn er deutscher Nationalspieler wäre? Wenn Philipp Lahm dann endlich dauerhaft seine rechte Seite besetzen dürfte, weil in der DFB-Auswahl David Alaba die nächsten zehn Jahre auf links alles in Grund und Boden rennen würde? Wenn er dort nur halb so gut spielen würde wie bei seinem Doppelpack-Auftritt gegen Schalke 04 (4:0)? Hach, was wären wir auf Jahre hinaus unschlagbar.
Horst Heldt
Den Preis für die schönste Ausrede des Tages verleihen wir gerne an Schalke-Manager Horst Heldt, der nach der desaströsen 0:4-Niederlage seiner Mannschaft aufklärte: »Das erste Tor war kein Elfmeter, das zweite Tor kein Freistoß, das dritte Abseits.« Immerhin: Sonst hätten die Bayern eben »andere Tore gemacht«, ließ Heldt im Anschluss verlautbaren. Trotzdem, der Preis ist ihm nicht mehr zu nehmen.
Mario Gomez
Noch´n Preis! Mario Gomez, bekanntlicherweise aufgrund erfolgreicher Konkurrenz in einer Art Sinn- und Stammplatzkrise, stand am Samstagabend gegen Schalke zwar auf dem Platz und schoss auch ein Tor (geht es nach Horst Heldt übrigens das einzig reguläre!), doch wo sich wirklich im bayrischen Kosmos befindet, weiß wohl niemand so recht. Am allerwenigsten Gomez selbst und so sprach er dann auch die weisen Worte »Wer bin ich? Wo stehe ich?« And the 11FREUNDE-Philosophenpreis goes to…
Gerald Asamoah
Für den Aufreger des Spieltags sorgte Fürths Gerald Asamoah, der nach dem Spiel mit sichtbaren Anzeichen eines allergischen Schocks in der Kabine behandelt werden musste. Das Herz!, dachten die Fürther und bekamen es mit der Angst zu tun, schließlich, so Asamoah selbst »kennt ja jeder meine Herzgeschichte«. Glücklicherweise war es dann doch nicht das Herz, sondern ein Kuchen. »Ich hatte mittags Quark und einen Kuchen gegessen. In dem waren Erdnüsse. ich bin allergisch auf Nüsse, Sojamilch und Säure«, wird Asamoah in der »Bild« zitiert. Nun, »Säure« gehört zwar auch nicht zu unseren Lieblingsspeisen, aber erleichtert sind wird dann doch. Schönster Satz im dazugehörigen Nachrichtendienst-Text: »Künftig werde er ›nie mehr Nusskuchen essen‹, versprach Asamoah nun.«